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Ausgabe Nr. 18/2020 vom 27.04.2020, Foto: Edda Grubelnigg
Kirschbäume zieren Oberösterreich und das Burgenland.

Gutes von der Kirsche:

Burgenland:
Bei Andrea Strohmayer von der
Kirschen-Genussquelle gibt es
Kirschensaft (0,75 Liter) um € 8,49 sowie Kirschsenf (100 g) um € 5,59 oder den Fruchtaufstrich „Joiser schwarze Einsiedekirsche“ (100 g) um € 4,59.

Die Produkte sind im Hofladen in Breitenbrunn und im Internet zu bekommen.

Tel.: 0664/5061459 –
www.genuss-region-shop.at/genussquelle

Oberösterreich:
Im Naturpark gibt es einige Obstbauern, die Spezialitäten aus Kirschen herstellen.
Dazu gehören Kirsch-Balsamico (0,5 l) um
€ 19,90 von der Naturpark-Manufaktur Wolfgang Haas,
Kirschen-Apfel-Cider (0,33 l) um € 2,50 sowie Kirschenbrand (0,2 l) um € 12 vom Firlingerhof und Schartner Kirsch Likör
(0,5 l) um € 27 von Kräuterfex Andreas Lehner.

Der Naturpark bietet auch Geschenkspakete ab 17 Euro an. Versand auf Anfrage. Informationen zu den Betrieben und Produkten finden Sie unter

Tel.: 07249/47112-25 – www.obsthuegelland.at
Hier erblüht unsere Heimat
Das Frühjahr zeigt seine volle Pracht, überall grünt und blüht es. Die Temperaturen laden zu allerlei Aktivitäten im Freien und Ausflügen ein, aber immer noch beutelt uns das Corona-Virus. Darum, liebe Leser, bringen wir mit unserer Serie über die schönsten Plätze unseres Landes ein bisschen Blütenpracht zu Ihnen nach Hause. Dieses Mal geht es um die Kirschblüte.
Früher kamen Obsthändler mit dem Pferdefuhrwerk, um das kostbarste Gut der Gemeinde Scharten in Oberösterreich abzuholen. Die Kirschen waren die Lebensgrundlage vieler Bauern. Die süßen Früchte wurden nach der Ernte sogar behütet. In sogenannten „Kerschwachterhäusln“ saßen Männer, die auf die Kirschen aufpassten, damit sie niemand stiehlt.

Heute erinnern in Scharten nur noch zwei solcher Kirschhütterl an die vergangene Zeit. Die sehen Besucher bei einem Spaziergang auf dem elf Kilometer langen Kirschblütenweg im Naturpark Obst-Hügel-Land. Im Frühjahr ist der Pfad am schönsten, denn dann setzen die Kirschbäume mit ihren Blüten weiße Akzente. „Entlang des Weges wechseln sich hochstämmige Bäume mit kleineren Spindelbäumen ab“, erzählt Rainer Silber, Geschäftsführer des Naturparks.

Das hat einen historischen Grund. „Zwei Kirschsorten waren besonders gängig in Scharten. Die dunkle, saftige Rainkirsche und die für damalige Verhältnisse großfrüchtige ,Pfelzer‘. Beide Bäume erreichen hohe Wuchshöhen. Heute setzen die Obstbauern aber auf Spindelbäume und moderne Sorten“, sagt der Oberösterreicher.

Der Kirschblütenweg ist ein Panoramaweg. Die Spaziergänger erhalten herrliche Ausblicke bis ins Alpenvorland im Süden und ins Mühlviertel im Norden. Dabei können sie beobachten, dass das Hügelland mehrere Einschnitte aufweist. Sie werden im Volksmund „Scharten“ genannt und gaben der Gemeinde ihren Namen. Gut drei Stunden Gehzeit sollten die Wanderer für den Rundweg einplanen, bei dem nicht mehr als 150 Höhenmeter zu überwinden sind. Die Strecke führt auch nach Leppersdorf, wo das Getränk „Schartner Bombe“ Anfang des 20. Jahrhundert erstmals kreiert wurde.

Auf dem Rundwanderweg kommen die Ausflügler auch bei Obstbauern vorbei. Sie verarbeiten die Kirschen zu Marmelade, Senf oder Likör und können entweder direkt vor Ort gekauft oder bestellt werden. „Ab Mitte Juni verkaufen die Bauern dann die frisch geernteten Kirschen ab Hof“, sagt Silber, der darauf hinweist, dass auch anderes in Scharten kultiviertes Obst zu Spezialitäten verarbeitet wird.

Im hügeligen Naturpark lässt es sich nicht nur gut wandern, sondern auch Rad fahren. „Ich empfehle den Obst-Hügel-Land-Radweg. Er verbindet auf 37 Kilometern die beiden Naturparkgemeinden Scharten und die ,Mosthauptstadt‘ St. Marienkirchen an der Polsenz, wo es einen Obstlehrgarten und ein Mostmuseum zu besichtigen gibt“, hat der Oberösterreicher einen Tipp parat.

Die Mitarbeiter des Naturparks laden auch zu geführten Wanderungen ein, um den Besuchern die Region näherzubringen. „Derzeit ist das noch nicht möglich, aber wir hoffen, dass wir im Sommer wieder den Betrieb aufnehmen und auch wieder Ferienprogramme für Kinder anbieten können.“

In der Zwischenzeit können sich Ausflügler beim „G‘schichtenweg“ in Eferding (OÖ) vergnügen, der nur acht Kilometer von Scharten entfernt ist. Dort warten sagenumwobene Geschichten auf die Besucher, etwa jene über den Springerwirt.

Im Burgenland haben Kirschen Tradition

Eine weitere hervorzuhebende Kirschen-Region unseres Landes ist das nördliche Burgenland. Hier sind die Leitha-
berger Edelkirschen zuhause, deren Magie im April mit der Kirschblüte beginnt, wenn sich die Bäume in ihren weißen Kleidern zeigen. Ein paar Wochen später, im Juni, werden die roten Früchte in der heimischen Gastronomie zu allerlei Köstlichkeiten verarbeitet.

„Unser Leitprodukt ist der Kirschensaft aus Direktpressung, von dem wir jährlich an die 1.800 Liter abfüllen. Das ist zu 100 Prozent reiner Kirschgenuss ohne Zugabe von Zucker oder künstlichen Aromen“, schwärmt Andrea Strohmayer, Inhaberin der Kirschen-Genussquelle in Breitenbrunn (B). In ihrem Hofladen sowie über ihren Internet-Laden können reinsortige Kirsch-Fruchtaufstriche, Senf oder Kirschfrizzante erworben werden.

An sich ist die Region um den Neusiedler See Burgenlandbesuchern als Wein-Mekka bekannt. „Dass wir auch gute Kirschen haben, davon sind noch immer viele überrascht“, schmunzelt Strohmayer. Überhaupt seien der Burgenländerin zufolge Wein und Kirschen im Leithagebirge untrennbar verbunden, allein schon deswegen, weil sich der Großteil der Kirschbäume direkt in den Weingärten befindet oder auf den Wiesen daneben – und das aus gutem Grund. „Früher pflanzten die Bauern Kirschbäume auf ihren Flächen, weil sich die Arbeiten gut ergänzten. Wenn sie die Kirschen ernteten, konnten sie gleich die Blätter der Weinreben zurückschneiden.“

Diese Tradition lässt sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen, so lange werden Kirschen schon in der Region kultiviert. Inmitten der Weingärten wurden einst mehr als 50.000 Kirschbäume gezählt, heute sind davon nur noch an die 8.000 übrig. „In den vergangenen Jahrzehnten fielen immer mehr Bäume der Modernisierung der Landwirtschaft zum Opfer, denn die Lesemaschinen brauchen Platz“, sagt Strohmayer, deren Mutter Rosi Obfrau des Vereines „Genuss-Region Leithaberger Edelkirsche“ ist, der sich seit 15 Jahren zum Ziel setzt, die Kirschbäume der Region zu erhalten.

Rund 15 Sorten sind heute hier zu finden, darunter auch bedrohte Raritäten mit klingenden Namen wie „Breitenbrunner Bolaga“, „Windener Schwarze“, „Purbacher Hängerte“ oder „Joiser Schachl“. Um diese alten Kulturfrüchte, die sich alle in Größe, Farbe und Geschmack unterscheiden, für die Zukunft zu bewahren, wurden in den Naturparkgemeinden Donnerskirchen, Purbach, Breitenbrunn, Winden und Jois vor einigen Jahren auf Initiative des Vereines und gemeinsam mit Experten der Universität für Bodenkultur (W) Sorten-
erhaltungs-Gärten angelegt, die entlang des Kirschblütenradweges besucht werden können.

In dieser wunderschönen Region bietet Strohmayer ganzjährig Führungen zum Thema Kirschen an. Es ist Expertenwissen, das die studierte Tourismus-Managerin weitergibt, immerhin erntet sie in einem guten Jahr mehr als 10.000 Kilo Kirschen. Die pflückt sie, zusammen mit Erntehelfern, alle in Handarbeit und verarbeitet
sie anschließend gemeinsam mit ihrer Mutter. Und das, obwohl sie, wie sie sich selbst schmunzelnd bezeichnet, eine „grundlose“ Bäuerin ist, weil sie keine Kirschgärten besitzt und lediglich die ungenutzten Bäume ab-
erntet – natürlich mit Zustimmung der Baumbesitzer, die dafür entschädigt werden. farmer, widlak
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