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Ausgabe Nr. 07/2020 vom 11.02.2020, Foto: Koestler
Amélie van Tass und Thommy Ten, beide 1987 in St. Pölten (NÖ) geboren, gehören international zu den gefragtesten Magiern.

Seit 2013 sind die beiden, die in der Nähe von Krems (NÖ) leben, auch privat ein Paar. Mit einer Kombination aus Zauberei und Mentalmagie touren sie mit ihrer Show „Zweifach zauberhaft“ durch unser Land.

Am 21.2. zaubern sie im Festspielhaus Bregenz (V), am 23.2. in der Salzburg-Arena, am 29.2. in der Wiener Stadthalle, am 5.3. im VAZ St. Pölten (NÖ) und am 7.3. in der Arena Linz (OÖ).
„Unseren Zauber beherrscht niemand“
Sie touren durch Amerika und wurden Zweite bei der Show „America‘s Got Talent“. Mittlerweile sind sie verlobt. Mit ihrer neuen Show „Zweifach zauberhaft“ macht das magische Paar Thommy Ten und Amélie van Tass scheinbar Unmögliches möglich.
Frau van Tass, Herr Ten, Sie lernten sich 2011 bei der ORF-Talente-Show „Die große Chance“ kennen.
Waren Sie damals schon voneinander verzaubert?

Thommy Ten: Ich bin dort als Zauberkünstler aufgetreten, als Amélie förmlich wie aus dem Nichts erschienen ist. Das war schon ein magischer Moment.
Amélie van Tass: Thommy, du übertreibst ein bisschen.
Am Anfang hat uns nur die Arbeit verbunden, erst zwei Jahre später waren wir auch privat ein Paar.

Seit 2019 sind Sie verlobt. Wie zauberhaft ist Ihr Alltag?
Van Tass: Absolut zauberhaft, wir beide teilen so viele Erinnerungen miteinander, die nur uns beide betreffen und das ist wunderschön.

Was genau ist am jeweils anderen für Sie magisch?
Ten: Amélie kann Menschen einfach nur durch ihre Ausstrahlung verzaubern. So hat sie auch mich verzaubert.
Van Tass: Für mich ist Thommy deshalb so zauberhaft, weil er zielorientiert ist und seine Arbeit liebt. So hat er im Endeffekt auch mich bekommen. Und ich liebe Thommys Humor. Der ist einfach zauberhaft.

Den er hoffentlich auch behält, wenn Sie beide bis zu 20 Stunden pro Tag arbeiten …
Ten: Klar, ohne Spaß und Humor würde das nicht funktionieren. Die Wochen vor der Premiere unserer neuen Show „Zweifach zauberhaft“ haben wir oft bis spät in die Nacht hineingearbeitet. Das war schon auch anstrengend. Aber weil die Freude daran überwiegt, weil unser ganzes Herzblut darinsteckt, wenn wir auf der Bühne sind und sehen, wie die Menschen lächeln, ist das die Arbeit allemal wert.

Sie arbeiten mit Hilfsmitteln. Wissen die Hersteller, wie Ihre Tricks funktionieren?
Ten: Nein, in allem, was wir tun, steckt allein unser beider Handschrift. Die Magie liegt ganz in unseren Händen. Unsere Kostüme lassen wir schneidern, und das technische Drumherum wie die LED-Wände oder die Pyrotechnik überlassen wir den Profis. Immerhin benötigen wir für unsere Show 100 Tonnen an Requisiten, aufgeteilt auf drei Sattelschlepper.

Gab‘s schon „Hoppalas“?
Van Tass: Passieren kann in den Shows doch immer etwas, wir sind Menschen und keine Maschinen.
Ten: Lustig war, als wir eine Vorhersage auf einem Lebkuchenherz machen wollten. Als ich das Herz holen wollte, sah ich, wie unser Hund gerade den Zuckerglasur-Text herunterschleckte, und das drei Minuten vor dem Auftritt. Dass so etwas passiert, damit kann nicht einmal ein Hellseher rechnen. Das ist fast wie in der Schule, wenn der Schüler zum Lehrer sagt, der Hund hat leider die Hausaufgaben aufgefressen.

Abgesehen von der gesunden Portion Humor, über welche herausragende Gabe sollte ein erfolgreicher Magier verfügen?
Van Tass: An das glauben, was er tut. Wenn ich etwas verschwinden oder erscheinen lasse, glaube ich daran, dass ich das gerade tue. Als Magier weiß ich natürlich, wie‘s funktioniert. Vieles hat mit Vorstellungskraft zu tun und mit dem Wunsch, die Menschen so zu verzaubern, dass sie nicht zu grübeln beginnen.

Ist der Konkurrenzdruck groß, weil sich die Magier mit ihren Tricks übertreffen wollen?
Ten: Wir bezeichnen uns gar nicht als Magier. Wir sind einfach Thommy und Amélie und machen auf der Bühne genau das, was uns selber Spaß macht und dem Publikum gefällt. Ob Zaubertricks, Comedy, Magie oder Gedankenlesen, das alles packen wir in zauberhafte Erlebnisse. Einzigartig an unserer Magie ist die Verbindung zwischen Amélie und mir und zwischen uns beiden und dem Publikum. Das ist eben unser Zauber, den sonst niemand beherrscht.

Gelingt es Ihnen, zuhause ein Hauben-Menü schnell auf den Tisch zu zaubern?
Ten: Natürlich gelingt es uns, ein Hauben-Menü auf den Tisch zu zaubern, aber der Trick würde wahrscheinlich lange dauern (lacht). Tatsächlich kochen Amélie und ich gerne gemeinsam. Wenn ich vom Einkaufen komme, weiß Amélie haargenau, was ich vergessen habe. Das ist doch die pure Magie.
Van Tass: Auch weibliche Intuition genannt (lacht).

Lösen Sie eventuelle Meinungsverschiedenheiten auch mit magischen Kräften?
Van Tass: Da unterscheiden wir uns wahrscheinlich nicht wesentlich von anderen Paaren. Reden ist unglaublich wichtig, und den einen oder anderen Kompromiss zu schließen. Was entspannt und hilft, ist, sich den anderen mit Hasenohren oder einer Clown-Nase vorzustellen. Das beruhigt mich und lässt mich innerlich schmunzeln.

Steckt in jedem von uns ein Zauberer?
Ten: Ja, denn jeder von uns hat sicher schon erlebt, dass er an einen guten Freund dachte, der just in dem Moment anrief. Das sind schon magische Augenblicke, die einen gewissen Zauber bergen. Genau solchen Phänomenen sind Amélie und ich auf der Spur und mit denen üben und trainieren wir.

Was fasziniert die Menschen an der Magie?
Ten: Überall, ob im Fernsehen, Kino oder Internet sind mittlerweile die spektakulärsten Spezialeffekte und die unmöglichsten Sachen zu sehen. Bei uns hingegen erleben die Menschen die Magie unmittelbar in ihren Köpfen und Händen, wenn Amélie zum Beispiel unter Wasser Gedanken liest.
Van Tass: Heutzutage lässt sich fast jede Frage mittels „Google“ beantworten. Das wird schon ein bisschen fad. Deshalb gibt es bei uns keine Antworten, sondern nur faszinierende Erlebnisse, mit denen wir die Welt ein Stückchen besser machen wollen. Und die Menschen sollen für drei Stunden ihre Sorgen vergessen.
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