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Ausgabe Nr. 45/2019 vom 05.11.2019, Fotos: picturedesk.com, Markus Roessle
Lukas Sustala, „Agenda Austria“: Abgaben steigen bei Metallern mehr als Nettolohn.
Finanzminister profitiert am meisten von Lohnerhöhungen
Auf im Schnitt 2,7 Prozent mehr Lohn haben sich Gewerkschafter und Arbeitgeber in der Metalltechnischen Industrie Ende Oktober geeinigt. Am meisten davon profitiert aber der Finanzminister.
Ein Durchschnittsverdiener bekommt 2,2 Prozent mehr netto. Aber es sind „3,3 Prozent mehr für die staatlichen Kassen“, weiß Lukas Sustala, Ökonom bei der Denkfabrik „Agenda Austria“. Seit der Steuerreform im Jahr 2016 sind für einen Durchschnitts-Metaller sogar 12,7 Prozent mehr an Abgaben ins Staatssäckel geflossen, am Lohnkonto landeten dagegen nur neun Prozent netto mehr.

Schuld daran ist die kalte Progression. Diese versteckte Steuererhöhung entsteht automatisch, wenn das Steuersys-
tem nicht an steigende Preise angepasst wird. Auch das „Rutschen“ in eine höhere Tarifstufe spielt dabei eine Rolle.

Die abgetretene schwarz-blaue Regierung hat das Ende der kalten Progression auf die lange Bank geschoben. „In einem neuen Regierungs-Programm müsste die Abschaffung drinnen sein“, fordert der „Agenda Austria“-Experte Sustala jetzt. Vorbilder dafür sind die Schweiz und Schweden. Bei den Eidgenossen wachsen die meisten Steuertarife jedes Jahr mit der Inflation mit. Schweden geht sogar noch einen Schritt weiter. Dort wird im Steuer-
system auch die Reallohnentwicklung berücksichtigt.
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