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Ausgabe Nr. 38/2019 vom 17.09.2019, Foto: picturedesk.com
Der Italiener Mario Draghi hat die
Negativzinsen für Geld erhöht, das bei der Europäischen Zentralbank (EZB) geparkt wird. Sparer werden weiterhin schleichend enteignet.
Draghis Nullzins-Politik kostet Sparer Milliarden Euro
Allein in Deutschland haben die Sparer in den vergangenen neun Jahren mehr als 110 Milliarden Euro verloren. Aber auch bei uns werden sie seit Jahren schleichend enteignet. Denn die Inflation ist deutlich höher als die Niedrigzinsen auf den Sparbüchern. Schuld daran ist die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).
Nur wenige Wochen vor seinem Abgang hat EZB-Chef Mario Draghi, 72, das Zinstief wohl einzementiert. Der Strafzins für Banken, die überschüssiges Geld bei der Notenbank parken, beträgt nun 0,5 Prozent. Der Leitzins bleibt bei null Prozent. Und die EZB will ihre umstrittenen Anleihekäufe wieder aufnehmen.

Für Sparer sind das Hiobsbotschaften, sie werden bestraft. Schuldenmachen hingegen wird durch billigere Kredite belohnt.

Der frühere Goldman-Sachs-Banker Draghi begründete die Zinssenkung mit Wirtschafts-Daten, die auf eine „länger dauernde Schwächephase“ deuten. Die Zinsen sollen auch weiterhin nicht oder kaum steigen, bis das Inflationsziel von knapp zwei Prozent erreicht ist.

Ab November wird aber Christine Lagarde, 63, die Europäische Zentralbank führen. Von der bisherigen Chefin des Internationalen Währungsfonds erwarten sich Experten kein Ende der Niedrigzins-Politik. Auch wenn sie zuletzt sagte: „Wir müssen die negativen Folgen und Nebeneffekte im Blick behalten.“
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