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Ausgabe Nr. 34/2019 vom 20.08.2019, Fotos: Martin Winklbauer, Judith M.Troelss
Ein Haubenkoch inmitten seiner Familie. Mit dabei die fünf Monate alte Sofia.
Elzer Stub‘n
Der Haubenkoch, der ins Dorf kam
Nach zwei Jahren Pause öffnet das Gasthaus in der kleinen Ortschaft Elz in Oberösterreich wieder seine Pforten. Aus dem ehemaligen „Sepp’n Wirt“, einer Jausenstation, wurde die „Elzer Stub’n“, die nun von dem Haubenkoch Michael Just, 29, geführt wird.
Als Michael Just, 29, das schmucke Häuschen, dessen Gemäuer an das gefleckte Fell eines Dalmatiner-Hundes erinnern, zum ersten Mal sah, hat er sich sofort verliebt. „Dieses Gebäude hat eine lange Geschichte. Im Jahr 1836 wurde es als Bauernhaus errichtet und 1999 zum ersten Mal vom damaligen Besitzer aufwändig renoviert und zur Gaststätte umfunktioniert. So sind etwa der Dachstuhl, der Ausschank und die Türen aus edlem Nussholz. Gut 3.000 Arbeitsstunden wurden in die Erneuerung investiert. Bis vor zwei Jahren wurde hier eine Jausenstation betrieben“, erzählt Just, der dann im März dieses Jahres aus dem ehemaligen „Sepp‘n Wirt“ die „Elzer Stub‘n“ gemacht hat. Sie ist im gleichnamigen Elz zu finden, einer kleinen Ortschaft mit nur 186 Einwohnern, die zur Marktgemeinde Lasberg (OÖ) im Mühlviertel gehört.

„Ich wollte mich verändern und raus aus der Großstadt. Mit ein Grund war die Geburt meiner Tochter Sofia, die meine Frau Gabriela, 32, am 3. März zur Welt gebracht hat. Als gebürtiger Kefermarkter möchte ich, dass mein Kind auf dem Land aufwächst“, erklärt Just, der eine Lehre im Hotel Gugelwald im Mühlviertel (OÖ) absolvierte und danach zehn Jahre lang in Haubenrestaurants kochte, unter anderem im „Amador“ in Mannheim (D), bei Dieter Koschina in Portugal oder im „Palais Coburg“ in Wien.

Dass sich ein Haubenkoch in ihr Dorf verirrt, haben die Bewohner anfangs mit Skepsis betrachtet. „Sie fragten sich, warum ich nicht die Jausenstation weitergeführt habe. Ein paar Reste davon gibt es noch, so ist auf der Speisekarte das von früher gewohnte Backhendl oder ein Wiener Schnitzerl zu finden. Wir kochen traditionell, aber etwas moderner und peppiger und arbeiten mit regionalen Fleischhändlern und Gemüsebauern zusammen“, sagt der sympathische Haubenkoch.

Als Vorspeise kann der Gast etwa zwischen einer Rindsuppe mit Frittaten oder Kaspressknödel (4 Euro), einer kalten Gazpacho mit gebratenen Wildfang-Rotgarnelen (6,90 Euro), einer Spanferkelsulz mit Rote-Rüben-Salat (6,90 Euro) oder Gemüse-Frischkäse-Ravioli mit gegrillter Aubergine und Riesling-Sauce (9,50 Euro) wählen.

Als Hauptgerichte werden unter anderem ein Steak vom Dry Aged Beiried mit Eierschwammerl-Gemüse und Gnocchi (25,60 Euro), ein Backhendl mit Erdäpfel-Gurkensalat und Kürbiskern-Pesto (11,50 Euro) sowie eine Rindsroulade mit Spätzle und Röstgemüse (16,70 Euro) angeboten. Aber auch das gebackene Kalbsbries mit Erdäpfel-Gurkensalat und Kürbiskern-Pesto (21,80 Euro), das Wiener Schnitzel vom Schwein mit Petersilienerdäpfeln und grünem Salat (11,90 Euro) oder der Wildfang-Heilbutt mit Paradeisernudeln und Schwammerln (20,70 Euro) schmecken vorzüglich.

Als Dessert bietet Michael Just entweder den Kaiserschmarren mit Zwetschkenröster und Vanilleeis (8 Euro) oder die hausgemachte Tagesmehlspeise (3,20 Euro) zum Genießen an. „Unsere Speisekarte wechselt oft und jeden zweiten Freitag im Monat haben wir einen Gourmetabend mit einem Vier-Gänge-Menü um 49,90 Euro. Um 18 Uhr beginnt dieser festliche Abend, für den umbedingt reserviert werden muss“, erklärt Just. Feinspitze kommen dann bei einer delikaten Zusammenstellung wie einer Pilzmousse als Vorspeise, gefolgt von Krustentier-Cappuccino, als Hauptgericht ein Flank-Steak (Teilstück aus der Bauchregion des Rindes) mit geschmorten Auberginen und bei einem Marillen-Sorbet zum Abschluss voll auf ihre Kosten.

Neben den Bewohnern von Elz suchen bereits Gäste aus dem ganzen Land die „Elzer Stub‘n“ auf, die auch gerne für Geburtstage, Taufen oder Hochzeiten gebucht werden kann. Platz gibt es schließlich genug. Neben dem gemütlichen Veranstaltungssaal mit 80 Plätzen gibt es noch die Hauptgaststube mit 35 und eine weitere mit 40 Sitzplätzen. Außerdem finden in einem Nebenraum noch 20 Besucher Platz.

Freizeit, wie Michal Just erzählt, bleibt derzeit kaum. „Deshalb bin ich auch froh, dass unser Gasthaus ein Familienbetrieb ist, in dem ich meine Liebsten jeden Tag sehe.“ Neben seiner Frau Gabriela helfen ihm seine Mutter Irene, 51, und sein Vater Werner Just, 57, wo gerade Not am Mann ist und Schwägerin Sabina Manole, 35, ist als flinke Servicekraft ständig im Einsatz.

Elzer Stub‘n
Elz 1
4292 Lasberg

Telefon: 07947/20698

Geöffnet:
Mo, Do und Fr: 16 bis 22 Uhr
Sa und So: 10 bis 22 Uhr.
Di und Mi: Ruhetag.

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