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Ausgabe Nr. 28/2019 vom 09.07.2019, Foto: AdobeStock
Eincremen ist lästig, aber es wirkt
Die Vor- und Nachteile des Sonnenschutzes
Das „Braten“ in der Sonne ist nicht mehr in Mode, dennoch leidet jeder Dritte in unserem Land ein Mal im Jahr unter einem Sonnenbrand. Um mit heiler Haut durch den Sommer zu kommen, ist Sonnenschutz unentbehrlich. Doch nicht alle Sonnencremen wirken nach demselben Prinzip. Die einen schützen mit chemischem, andere mit mineralischem UV-Filter.
Sommer, Sonne und Temperaturen, wie wir sie nur aus dem Urlaub in südlichen Ländern kennen. Der Sommer zeigt sich in unserem Land bisher von seiner wortwörtlich strahlendsten Seite.

Für unsere Haut ist das nicht ungefährlich. Sie sollte gut vor den unsichtbaren UV-Strahlen geschützt werden. Ein Sonnenbrand ist schnell passiert und wirkt oft lange nach. Neben den akuten Schmerzen mit Folgen, die sich oft erst Jahre später zeigen wie eine vorzeitige Hautalterung, und im schlimmsten Fall weißer oder schwarzer Hautkrebs.

Den einfachsten und wirksamsten Schutz bieten Sonnencremen sowie Sprays und Öle. „Im Jahr 2017 wurden 47 Millionen Euro für Sonnenschutz-Produkte in unserem Land ausgegeben. In den kommenden fünf Jahren wird erwartet, dass der Markt auf mehr als 50 Millionen Euro steigt. Das deutet auf ein zunehmendes Bewusstsein für Sonnenschutz hin“, sagt Stefan Kukacka, Sprecher von Kosmetik transparent, der Branchenplattform führender Hersteller von Haut- und Körperpflegeprodukten.

Gute Sonnencremen, -balsame, -lotionen und -sprays bieten Schutz vor UV-A- (gegen vorzeitige Hautalterung) und UV-B-Strahlen (gegen Sonnenbrand). Dies gelingt mit Hilfe mineralischer oder chemischer Filter, je nachdem, welche Inhaltsstoffe verwendet werden. Worin ihre Unterschiede liegen, erklärt Mag. pharm. Dr. Bernhard Ertl von der Österreichischen Apothekerkammer.

Mineralischer Filter

Inhaltsstoffe: natürliche, weiße Farbpigmente, meist aus Titandioxid und Zinkoxid. Sie bilden den feinen, weißen Schimmer beim Auftragen der Creme.

Wirkungsweise: Die Inhaltsstoffe legen sich wie viele kleine Spiegel auf die Hautoberfläche. Das Sonnenlicht kann nicht in die Haut eindringen, es wird reflektiert.

Eintritt der Wirkung: sofort

Vorteile: l Die Inhaltsstoffe enthalten keine chemischen Bestandteile im Filter, sind kaum allergen, bilden keine schädlichen Reaktionsprodukte. l Wegen der guten Verträglichkeit für Babys und Kinder empfohlen (ohne Nano-Partikel). l Hervorragende Photo-Stabilität: Die Inhaltsstoffe zersetzen sich nicht unter dem UV-Licht. Die Schutz-Wirkung bleibt aufrecht.

Nachteile: l Creme muss länger eingerieben werden, bis der weiße Film verschwunden ist. l Es gibt nur wenige Produkte, die rein mineralisch sind und Lichtschutzfaktor 50 haben. l Wäscht sich leicht ab, muss daher öfter nachgecremt werden. l Nicht völlig wasser- und abriebfest, auch wenn so angegeben.

Nano-Partikel: Um den Weiß-Effekt zu vermeiden, werden auch mineralische UV-Filter in der Größe von Nano-Partikeln eingesetzt. Nano-Partikel sind so klein, dass vermutet wird, sie könnten in den Körper eindringen und Zellen schädigen. Ob und wie das passiert, ist nicht geklärt. Auf der Verpackung werden Inhaltsstoffe in Nano-Partikelgröße mit „(nano)“ gekennzeichnet. Schließlich gelangen Nano-Partikel aus Sonnenschutzmitteln durch das Baden ins Gewässer und beeinflussen dort die Tier- und Pflanzenwelt.

Der chemische Filter

Inhaltsstoffe: Zahlreiche, genaue Angaben stehen auf der Verpackung (etwa Methylene Bis-Benzotriazolyl Tetramethylbutylphenol, Bis-Ethylhexyloxyphenol Methoxyphenyl Triazine …).

Wirkungsweise: Die Inhaltsstoffe setzen sich in der äußeren Schicht der Oberhaut ab. Die in die Haut eingedrungenen UV-Strahlen werden von ihnen in andere Energieformen wie Wärme umgewandelt.

Eintritt der Wirkung: 20 bis 30 Minuten, bis alle im Sonnenschutzmittel enthaltenen Moleküle aktiv werden.

Vorteile: l Lässt sich leicht auf der Haut verteilen und zieht schnell ein. l Es sind höhere Lichtschutzfaktoren als bei den mineralischen Filtern möglich. l Kann nicht einfach abgerieben werden.

Nachteile: l Über einige der UV-Filter gibt es Berichte, dass sie allergische Reaktionen auslösen oder Stoffwechselvorgänge stören können, weil sie wie Hormone wirken. l Es gibt (einige wenige) chemische UV-Filter, die nicht photo-stabil sind. Die Inhaltsstoffe zersetzen sich unter dem UV-Licht. Die Schutz-Wirkung geht verloren. l Eine US-Studie belegt, dass bestimmte chemische UV-Filter bereits nach einem Strandtag im Blut messbar sind. Es zeigte sich, dass sich die untersuchten Inhaltsstoffe im Blutkreislauf bei Anwendung nach mehreren Tagen konzentrieren und mindestens 24 Stunden im Körper bleiben, nachdem die Anwendung beendet wurde.
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