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Ausgabe Nr. 47/2018 vom 20.11.2018, Fotos: Universal Music
Vanessa Paradis
Das neue Album „Les Sources“ ist seit Freitag im Handel. Es steckt voller Liebe
„Ich sehne mich nach schönen Augenblicken“
Einen facettenreichen Mix aus verschiedenen Stilen bietet die französische Sängerin Vanessa Paradis auf ihrem neuen Album „Les Sources“. Zusammengehalten werden sie von der zarten wie markanten Stimme der 45jährigen, zweifachen Mutter. Sie singt dabei auch von einem Strand, denn das Wasser, sagt Paradis dem WOCHE-Reporter Steffen Rüth, würde ihr Frieden geben.
Frau Paradis, auf Ihrem neuen Album „Les Sources“ gibt es ein Lied mit dem Titel „Le Plage“, also der Strand. Haben Sie einen Lieblingsstrand?
Nein, ich habe viele Lieblingsstrände. Ich bin ja nicht erst gestern geboren (lacht). Alle diese Strände sind für mich Orte mit glücklichen Erinnerungen. Am Strand arbeite ich nicht, am Strand kann ich meine Seele baumeln lassen und zusammen sein mit meinen Liebsten. Ob in Frankreich, in Kalifornien (USA) oder anderswo – dieses einmalige Strandgefühl stellt sich bei mir immer schnell ein.

Wo hatten Sie zuletzt ein Stranderlebnis?
Im vergangenen Sommer sind wir in Frankreich geblieben und haben viele verschiedene Strände gesehen. Wir, also mein Mann Samuel Benchetrit (45, Autor und Schauspieler), mein Sohn Jack, 16, und ich waren auf einer Reise durch mein Heimatland. Von der Westküste bis in den Süden.

Mit einem Caravan?
Nein, mit dem Auto. Wir haben in Hotels geschlafen.

Hatten Sie vorher gebucht?
Nein, wir sind spontan gewesen. Ich habe unterwegs im Internet nachgesehen, und oft fanden wir auch überraschend einen Ort, der uns gefiel. Dort blieben wir, aßen etwas Gutes, schliefen, und am nächsten Tag fuhren wir weiter. So eine Reise habe ich in meinem Leben nicht oft gemacht, aber jetzt war die Gelegenheit günstig, und es war herrlich.

Sie haben den richtigen Schwung für Ihr neues Album mitgebracht. Es klingt intim, zart, doch manchmal, etwa in „Ce Que Le Vent Nous Souffle“ auch nach Rock ‘n‘ Roll. Haben Sie alle Ihre Lieblingsstile auf „Les Sources“ vereint?
Alle nicht. Sonst wären auch Klassik und Punk drauf. Aber schon vieles von dem, was ich liebe, Bläser, Streicher, Piano, Chöre. In den Chansons steckt viel von der Soulmusik aus den Siebzigern. Und dann klingt ein Stück brasilianisch, „Kiev“ etwas russisch, in „Mio Cuore“ singe ich auf Italienisch. Da sind wir schon wieder beim Reisen. Dieses Album ist wie eine große Reise im Kopf.

Ein Lied heißt „Ces Mots Simples“ und klingt herrlich beswingt. Um welche einfachen Worte geht es?
Na, um welche denn wohl? Ich liebe dich.

Die sollten nicht leichtfertig gesprochen werden …
Nein, auf gar keinen Fall sollte das geschehen. Gefühle, an denen die Liebe beteiligt ist, sind heftig und immer stark. Oft sind Worte dann nicht kraftvoll genug, um deine Gefühle überhaupt ausdrücken zu können. Wenn du dich verliebst, jemanden liebst, dann denkst du, „Oh, diese Worte, die will ich brandneu für dich sagen.“ Denn du hast „Ich liebe dich“ schon zu dem einen oder anderen Menschen in deinem Leben gesagt, und jetzt ist da dieser neue Mensch, und du wünscht dir, dass du neue Worte für ihn hast, weil er dich so überwältigt. Das ist ein wundervolles, aber auch verwirrendes Gefühl, wenn du mit der Stärke von Worten nicht auszudrücken vermagst, welcher Orkan in dir tobt.

Wann tobt der Orkan am heftigsten?
Bevor du „Ich liebe dich“ zu einem Menschen sagst, zu dem du diesen Satz noch nie gesagt hast.

Sie haben Samuel Benchetrit vor zwei Jahren bei den Dreharbeiten zum Film „Chien“ kennengelernt. Er war Regisseur, Sie die Hauptdarstellerin. Erinnern Sie sich, ob der Sturm direkt in Ihnen gewütet hat?
Oh, es tut mir leid, das möchte ich für mich, für uns behalten. Diese Erinnerungen gehören nur mir. Das muss niemand anderer wissen.

Das Thema Liebe spielt auf dem Album eine zentrale Rolle. Das war beim vorherigen Werk „Love Songs“ ebenfalls so. Hat das einen bestimmten Grund?
Nun ja, was gibt es denn Schöneres, als über die Liebe zu singen? Es geht doch immer um die Liebe. Ich bemühe mich, ein guter Mensch zu sein. Ein Mensch, der sich stets nach schönen Augenblicken sehnt.
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