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Ausgabe Nr. 37/2018 vom 11.09.2018, Fotos: zvg
Senf aus Oberösterreich verfeinert Speisen und stärkt den Körper.
Familie Eder
Pankrazhofer GmbH Lugendorf 7
4284 Tragwein
Öffnungszeiten:
Mo.–Sa. 8–12 Uhr;
Fr. auch 14–18 Uhr,
Tel.: 07263/88295
Eine heilsame Portion
Bio-Senf
Norbert Eder aus Lugendorf im Mühlviertel (OÖ) ist einer der besten Mostmacher unseres Landes. Seine neue kulinarische Leidenschaft ist jedoch um einiges schärfer. Der Bio-Bauer bietet Senf aus Eigenproduktion an. Der schmeckt und hält gesund.
Sie ist eine Diva. Schwierig in der Haltung und sie zeigt einem gerne die kalte Schulter. Aber das war die Herausforderung für mich. Ich wollte wissen, wie es mir gelingt, dass die Senfpflanze auf meinem Acker gedeiht und ich ihre Senfkörner ernten kann“, erzählt Norbert Eder und erinnert sich mit Kopfschütteln an seine ersten „Gehversuche“ im Anbau eines für das Mühlviertel eher untypischen Sommergetreides.

Gefräßige Käfer, Trockenheit und eine Saat, die nicht und nicht aufgehen wollte, machten dem 45jährigen Bio-Bauern aus Lugendorf (OÖ) in den ersten Jahren den Erfolg madig. Ans Aufgeben dachte der erfahrene Mostbauer und Landwirt dennoch nicht, denn aller Anfang ist schwer. Norbert Eder experimentierte auf einer 2,5-Hektar-Anbaufläche, die an sein Pankrazhofer-Gut grenzt, mit Gelb- und Braunsenf, verschiedenen Mischkulturen, berechnete das Saatgewicht sowie die zu erwartende Erntemenge und gab die Hoffnung nicht auf.

Seit diesem Sommer, nach drei Jahren „vollkommener Erfolglosigkeit“, ist der Bio-Bauer stolz auf seinen neuen landwirtschaftlichen Erfolg. Eintausend Kilo Senfkörner wurden eingeholt. Jetzt warten im Hofladen die ersten Gläser seines Senfs auf Menschen, die einmal wissen möchten, wie gut und gehaltvoll richtiger, naturreiner Senf schmeckt. „Wir verwenden für unseren Senf die ganzen Senfkörner mit ihrem wertvollen Senföl. Dazu kommt der Apfelessig, den meine Frau selbst herstellt und der im Eichenfass gelagert wird. Ja, meine Frau ist gemeinsam mit zwei Partnerinnen Essigmacherin. Für ihren Apfelessig im Eichenfass und ihren Mostessig haben die Frauen heuer sogar die Goldmedaille bei der ‚Ab Hof‘-Messe in Wieselburg (NÖ) bekommen. Weiters kommen in unseren Senf Wasser, Salz und Gewürze hinzu und je nach Geschmackrichtung Honig, Kren, Kardamom und Paradeiser. Meine elfjährige Tochter Helene und ich, wir haben die vier Geschmacksrichtungen im Sortiment festgelegt. Grillsenf, Dijon, Honig und Apfel-Kren“, verrät Norbert Eder freudig und verweist im gemütlichen Hofladen auf eine Reihe 125-ml-Senfgläser mit grünem Deckel und weißem Etikett um 3,49 Euro das Stück. Der Unterschied zum Industriesenf, der nur aus dem „Abfallprodukt“ Senfmehl und alkoholhaltigem Branntweinessig besteht, bleibe keinem Gaumen verborgen, ist sich der Bio-Bauer sicher.

Norbert Eder ist aber nicht nur ein „Kämpfer“ für den guten Geschmack. Echter, naturreiner Senf ist mehr als eine Gaumenfreude. Er ist ein Heilmittel. „Senf ist dank des Senföls in seinen Körnern heilsam, gesund und beugt Krankheiten vor. Das Senföl selbst schmeckt nach nichts. Erst wenn Flüssigkeit hinzukommt, lösen sich jene Stoffe, die die Schärfe auf der Zunge und in der Nase erzeugen. Und genau diese im Senföl enthaltenen Enzyme bekämpfen wirkungsvoll Bakterien und Pilze. Dazu unterstützt das Senföl die Reinigung von innen. Es bringt die Verdauung in Schwung, wirkt harntreibend und kurbelt die Tätigkeit von Magen, Galle und Nieren an. Der Mensch wird gekräftigt und weniger krankheitsanfällig. Senföl, und das ist bestätigt, wirkt bei Blasenentzündung, Bronchitis, Erkältung, Mandelentzündung und Nebenhöhlenvereiterung“, zählt Eder die vielfältige Wirkung des beliebten cremigen Gewürzes auf.

Den jüngsten Erfolg im Anbau verdankt Familie Eder dem Glauben an sich selbst und der Leidenschaft für den Bio-Anbau. „Bei den Misserfolgen am Anfang haben uns natürlich ein paar Menschen gesagt, wir sollen das doch lassen. Uns auf die ‚Kernkompetenzen‘ konzentrieren. Most und Säfte produzieren. Da ist der Verdienst gut. Andere haben gemeint, ich solle die Senfkörner aus dem Iran oder Pakistan ankaufen. Das sei billiger. Aber das wollte ich nicht. Meine Frau und ich sind der Meinung, als Bio-Hof müssen wir vielfältige Erzeugnisse herstellen und die möglichst nah an den Kunden bringen. Wenn die Menschen bei uns im Hofladen einkaufen, dann wissen sie, dass sie echte Naturprodukte kaufen, mit Zutaten aus unserer Produktion. Wir sind den Kunden schuldig, die beste Qualität zu liefern. Die Menschen haben Freude, wenn sie sehen, wer die Produkte macht“, resümiert der Landwirt.

Den eingeschlagenen Weg geht das Ehepaar, das sich seit Jugendtagen kennt, aus Überzeugung weiter. „Die Senfproduktion wird nächstes Jahr weitergeführt. Wir werden sogar mehr Ackerfläche mit Gelbsenfpflanzen anbauen, basierend auf dem Wissen von diesem Jahr, damit wir auch im nächsten Jahr wieder eine gute Ernte einfahren. Ich werde mich auch bemühen, Braunsenfpflanzen anzubauen. Diese Senfkörner schmecken etwas nussiger“, schmiedet Eder bereits Zukunftspläne.

Bis dahin widmet er sich mit seiner Frau Eva und Tochter Helene ganz dem Geschmack der ersten Senf-Produktion. „Nun, meine Speisen-Empfehlungen lauten: Der Honig-Senf mit Honig von Mühlviertler Imkern passt hervorragend zu Leberkäse, Weißwürsten, Frankfurtern und Extrawurst, aber auch zu Käse. Den klassischen scharfen Dijon-Senf würde ich zu Geräuchertem servieren oder zu einem würzigen Schweinsbraten, und der Apfel-Kren-Senf mundet zu Schweinsbraten und Brettljause, also zu allen Speisen, die sich gut mit Kren servieren lassen.“

Wem bei diesen Empfehlungen nun das Wasser im Mund zusammenläuft, der kann Eders Senf bereits im Hofladen erstehen oder über das Internet (www.pankrazhofer.at) seine Bestellung aufgeben.
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