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Ausgabe Nr. 31/2018 vom 31.07.2018, Foto: action press
Ein Aufenthalt am Meer ist beliebt und das hat seine guten Gründe. Körper und Seele
profitieren auf vielerlei Art von dem Klima aus Wind, Wasser, Sonne und Sand.
Die Heilkraft des Meeres
Die Füße im Sand, der Wind auf der Haut und das Rauschen der Wellen im Ohr. Ein Aufenthalt am Meer berührt alle Sinne und ist vielleicht genau aus diesem Grund bei den beliebtesten Urlaubszielen unangefochten an der Spitze, wie eine Erhebung des deutschen Statistikportals Statista in unserem Land zeigte. Acht von zehn Befragten antworteten auf die Frage „Wo machen Sie gerne Urlaub?“ mit den zwei Worten „Am Meer“. Das Meer ist ein Sehnsuchtsort.
Menschen fühlen sich wohl in diesem besonderen Klima aus Wind, Wasser, Salz in der Luft und Sonnenschein. Das konnte eine englische Studie der Universität von Exeter (GB) bestätigen, die das persönliche Gesundheitsempfinden von Menschen an der Küste und jenen im Landesinneren abfragte. Das Ergebnis, Menschen, die an der Küste leben, fühlten sich gesünder. Eine weitere Studie der Behörde „Natural England“ ergab, dass Menschen, die in Meeresnähe leben, entspannter und erfrischter sind als jene, die ihre Erholung in Parks suchen.

Die salzhaltige Luft reinigt die Atemwege
Experten vermuten, dass Menschen, die an der Küste leben, häufiger im Freien und aktiver sind. Das besondere Klima, die Mischung aus Meerwasser, salzhaltiger Luft und (mitunter kühlen) Brisen bilden ein sogenanntes Reizklima, das sich in Folge positiv auf den Körper und auf den Geist auswirkt.

Eine solch positive Auswirkung bekommen unsere Atemwege zu spüren, wenn wir das sogenannte maritime Aerosol einatmen, im Idealfall bei einem Strandspaziergang und etwas Wind. „Die Luft am Meer enthält Salzwassertröpfchen, die sich, je nach Größe, im Nasen-Rachenraum anreichern oder bis in die Lungenbläschen vordringen. Der Salzgehalt ist in der Luft am höchsten, wenn wir direkt in der Brandungszone stehen. Fünfzehn Meter weiter auf dem Strand ist die Salzkonzentration nur noch halb so hoch“, erklärt Dr. Reinhard Patzke, Allergologe, Umweltmediziner und Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin an der Nordsee-Reha-Klinik in St. Peter Ording (D). Das Salzgemisch ist der gesunde Reiz, durch den sich Schleim aus den Atemwegen löst und wir wieder tiefer Luft holen können.

Kleine Wunden heilen schneller ab
Das Salz in der Luft schlägt sich auch auf der Haut nieder. Der Salzbelag löst Schuppen, wirkt, Beob-
achtungen zufolge, leicht entzündungshemmend und hilft, kleinere Wunden schneller zum Abheilen zu bringen. Warum das so ist, können Ärzte noch nicht genau sagen. Es wird vermutet, dass das im Meerwasser enthaltene Jod eine Rolle spielt. „Bei vielen Schuppenflechte-Betroffenen wirkt sich Sonnenbestrahlung gut auf die Symptome aus, vor allem in Kombination mit Salzwasser. Zum Beispiel bei einem Aufenthalt am Toten Meer werden hier äußerst gute Ergebnisse erzielt“, sagt der Hautarzt Dr. Paul Sator. Um die Haut nach dem Schwimmen im Meer vor dem Austrocknen zu bewahren, sollte sie mit Süßwasser abgespült und mit einer feuchtigkeitspendenden Lotion gepflegt werden.

Im Meer zu schwimmen, stärkt die Muskeln
Schwimmen ist ein gesundes, weil schonendes Ganzkörpertraining. Dazu wird durch den Kältereiz und den Druck des Wassers der Kreislauf in Schwung gebracht. Im Meer seine Runden zu drehen, vergrößert den Trainingseffekt, wie Dr. Volker Harms, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für medizinische Klimatologie der Universität Kiel (D) untersuchte. „Im Meer sind kraftvollere und intensivere Bewegungen gefragt, um sich über Wasser zu halten. Der Schwimmer ist aufgrund des Wellenganges selbst mehr aktiv und bekommt gleichzeitig eine Wellenmassage, die Durchblutung und Stoffwechsel ankurbelt.“

Zurück am Strand, entspannt der warme Sand die Muskeln und wer sich zu einem Spaziergang am Sandstrand aufmacht, fördert durch das Einsinken und die leichte Instabilität im Sand seine Fuß- und Beinmuskulatur sowie den Gleichgewichtssinn. Der Grund, die Muskulatur der Fußsohle und rund um das Sprunggelenk müssen kräftig arbeiten, um den Körper über den Sand zu tragen. Diese Umstellung dauert zwar einige Tage, aber es wird jeden Tag besser und tut (gesunden) Gelenken gut.

Die Farbe Blau lässt uns entspannen
Eine Studie der Michigan State Universität (USA) hat ebenfalls gezeigt, dass am Meer wohnende Menschen weniger gestresst sind. Studienautorin Amber L. Pearson begründet dies damit, dass die Aussicht auf Grünflächen nicht die gleiche beruhigende Wirkung zeigte wie jene auf das Meer. Schon länger vermuten Forscher, dass das Blau des Meeres beruhigender wirkt als das Grün, weil Grün mitunter vom Menschen gemacht ist (Parkanlagen, Sportplätze) und Blau immer natürlich ist. Eine ähnlich beruhigende Wirkung hat das Wellenrauschen. Der gleichmäßige und sanfte Rhythmus sorgt für Entspannung und beeinflusst sowie beruhigt die Gehirnströme. In Folge werden die Glückshormone Serotonin und Domamin freigesetzt.
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