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Ausgabe Nr. 30/2018 vom 24.07.2018, Fotos: BKA/Dragan Tatic/Christopher Dunker, picturedesk.com
Ein Pferd für den Kronprinz
Für Kronprinz Muhammad bin Zayid Al Nahyan hatte Sebastian Kurz bei seiner Arbeitsreise in die Vereinigten Arabischen Emirate eine „tierische Überraschung“, einen Lipizzaner. Das Tier war im April aber nicht dabei, stattdessen erhielt der Kronprinz eine Pferdefigur.
Eiche für den US-Präsidenten
Der französische Präsident Emmanuel Macron war heuer der erste offizielle Staatsgast von Donald Trump. Gemeinsam mit ihren Frauen pflanzten sie Macrons Geschenk vor dem Weißen Haus. Der Baum wurde kurz darauf aber wieder ausgegraben und kam in Quarantäne.
Kleine Geschenke erhalten die Polit-Freundschaft
Politiker, die auf Reisen gehen, kommen selten mit leeren Händen. Geschenkt werden Porzellan, Glitzerndes oder Schi. Selbst Pferde dienen als Präsent. Die englische Königin bekam einst zwei Haflinger-Ponys. Kanzler Sebastian Kurz verschenkte jüngst einen Lipizzaner.
Es war ein außergewöhnliches Geschenk, über das sich der Kronprinz der Vereinigten Arabischen Emirate im April freuen durfte. Er bekam einen Lipizzaner aus der Spanischen Hofreitschule. Für das Bundeskanzleramt entstanden keine Kosten, beteuert ÖVP-Kanzler Sebas-
tian Kurz in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage. „Die gesamten Kosten werden von GOInternational getragen, einer Internationalisierungs-Offensive zur Unterstützung von Exporteuren und Investoren bei ihren Handelsaktivitäten im Ausland.“ Auf deren Internet-Seite ist allerdings zu lesen, dass sie „aus Mitteln des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort finanziert“ wird. Jetzt wollen grüne Bundesräte wissen, ob und in welcher Höhe die Steuerzahler für das teure Geschenk in die Tasche greifen müssen.

Aber auch Sebastian Kurz ist nicht mit leeren Händen aus Abu Dhabi zurückgekommen. „Als Gastgeschenk haben wir eine schwarze Skulptur mit drei Antilopen erhalten, welche die Protokollabteilung im Bundeskanzleramt aufbewahrt.“

Eine öffentliche Versteigerung von Gastgeschenken wie in Deutschland, gibt es hierzulande nicht. „Jene Mitglieder der Delegation, die Bedienstete des Bundeskanzleramtes sind, haben den Erhalt der Geschenke der Dienstbehörde im Sinne der gesetzlichen Vorschriften (insbesondere
§ 59 Beamten-Dienstrechtsgesetz) zu melden“, heißt es aus dem Bundeskanzleramt. Wenn „Ehrengeschenke“ mehr als einen geringfügigen oder symbolischen Wert aufweisen, werden sie „von der Dienstbehörde vereinnahmt und für wohltätige Zwecke verwertet.“ Die Erlöse sollen laut einer Verordnung vor allem unverschuldet in Not geratenen Bediensteten des Ressorts oder deren Hinterbliebenen helfen.

Ein Pferd als Gastgeschenk ist jedenfalls nicht selten. Die englische Königin Elizabeth II. bekam bei ihrem Besuch in Wien im Jahr 1969 zwei Haflinger-Ponys, die in ihre schottische Sommerresidenz Balmoral Castle geschickt wurden. Der verstorbene frühere Bundespräsident Thomas Klestil erhielt sechs Araberpferde vom saudiarabischen König. Und in den 80er Jahren
übergab Wirtschaftskammer-Präsident Rudolf Sallinger dem amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan einen weißen Lipizzaner-Hengst mit dem Spitznamen „Amadeus“. Als „Ausdruck der Dankbarkeit und Wertschätzung“ für die Wirtschaftshilfe nach dem Zweiten
Weltkrieg.

Dermaßen große Gaben hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen nicht bekommen. Geschenke erhält er ohnedies „nicht als Person“, sondern als Staatsorgan, heißt es aus der Hofburg. Und wenn er selbst bei Staatsbesuchen etwas verschenkt, dann stammt das meist von heimischen Unternehmen. Dem Papst übergab der Bundespräsident beim Besuch im Vatikan etwa Tiroler Bauernbrot. Der Brotkasten aus Holz wurde in einer Behindertenwerkstatt im Tiroler Kaunertal gefertigt, wo Van der Bellen aufgewachsen ist.

Während der sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft unseres Landes haben Mitbringsel Hochkonjunktur. Sie beschert so manchem Brüsseler Funktionär Zuwachs für die Krawatten-Sammlung. Denn wie die meisten Vorsitz-Staaten verschenken auch wir einen „Schlips“, dazu kommen Tücher und Manschettenknöpfe. Sie wurden von hiesigen Unternehmen produziert und sollen „auch nach dem Vorsitz an die Präsidentschaft erinnern“. Griechenland hingegen hat vor vier Jahren auf Souvenirs und Gastgeschenke verzichtet.
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