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Ausgabe Nr. 15/2018 vom 10.04.2018, Fotos: bmvit, Parlamentsdirektion/Simonis
Norbert Hofer, David Stögmüller
Tempo 140 auf der Autobahn testen?
Bei vielen Autofahrern pendelt sich schon jetzt die Tachonadel auf 140 Stundenkilometer ein, wenn sie auf der Autobahn unterwegs sind. FPÖ-Verkehrsminister Norbert Hofer will noch heuer den Test für Tempo 140 starten. Ausgesucht wurde eine Strecke auf der Westautobahn in Oberösterreich. Noch gilt auf der Autobahn die Höchstgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern. In der Schweiz darf 120, in Norwegen 90 gefahren werden. In Deutschland gibt es kein generelles Tempolimit.
JA: Norbert Hofer,
FPÖ-Verkehrsminister

„Am 1. Mai 1974 war in Österreich Schluss mit Vollgas geben auf Autobahnen. An diesem Tag wurde das Limit auf 130 Stundenkilometer festgelegt. Aber nicht aus
Verkehrssicherheitsgründen, sondern als Folge des Erdölschocks, der einen rasanten Anstieg des Treibstoffpreises zur Folge hatte. Am 1. Mai 2018 feiert das 130er-Limit seinen 45. Geburtstag. Wenn man ein Auto von damals mit den heutigen modernen Fahrzeugen vergleicht, wird noch deutlicher, wie sich die Fahrzeugtechnik seit damals verbessert hat. Es gab nicht viele Autos, die 1974 überhaupt in der Lage waren, eine Geschwindigkeit von 130 Stundenkilometern zu erreichen. Belüftete Scheibenbremsen waren damals eine Sonderausstattung, heute sind sieben oder mehr Airbags und Fahr-Assistenzsysteme wie ABS oder Spurhalteassistent Standard, und auch der Verbrauch der Motoren ist drastisch gesunken. Ich denke daher, dass es durchaus vertretbar ist, in einem Pilotversuch unter strengen Regelungen eine leichte Anhebung des Geschwindigkeitslimits auf einem Autobahnabschnitt auszutesten. Wo das genau sein wird und wann der Startschuss fällt, soll noch vor dem Sommer bekanntgegeben werden.“

Nein: David Stögmüller,
Grünen-Bundesrat (OÖ)

„Das geplante 140-Stundenkilometer-Tempolimit ist purer Schlagzeilen-Populismus. Es bringt dem einzelnen Autofahrer überhaupt nichts und geht massiv auf die Kosten der Umwelt und der Sicherheit auf der Autobahn. Laut Umweltexperten des Landes Oberösterreich führt eine minimale Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit zu einem Plus von 24 Prozent an Stickoxiden, einem Plus von elf Prozent bei den Auspuffpartikeln und einer Erhöhung von zehn Prozent des CO2-Ausstoßes. Die Zeitersparnis liegt dagegen bei nur 15 Sekunden. Höheres Tempo bedeutet auch einen längeren Anhalteweg. Unfallrisiko und -schwere nehmen zu. Zudem steigt der Tempounterschied zwischen den Fahrzeugen, wodurch das Drängeln zunehmen dürfte. Und schließlich gibt es eine hohe Toleranzgrenze beim Überschreiten von Tempolimits. Eine Grenze von 140 dürfte für viele Lenker in der Realität 150 Stundenkilometer oder mehr bedeuten. Wir haben es hier mit einem verkehrs- und umweltpolitischen Unsinn zu tun, zu dem ich bereits eine parlamentarische Anfrage an den Verkehrsminister gerichtet habe. Statt die Autos sollte Minister Hofer lieber ,Öffi‘-Projekte beschleunigen.“
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