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Ausgabe Nr. 13/2018 vom 27.03.2018, Foto: ORF
Erwin Steinhauer wurde am 19. September 1951 in Wien geboren. Er begann ein Germanistik-Studium, gab es jedoch auf, um mit Freunden das Kabarett „Keif“ zu gründen. Seit Mitte der Siebzigerjahre ist er der Bühne treu geblieben, er stand aber immer wieder auch vor der Fernseh-Kamera. Für die Filme „O Palmenbaum“, „Brüder“ oder „Das Wunder von Kärnten“ etwa sowie für die Krimi-Serie „Trautmann“.

Steinhauer hat drei Kinder, ein Kind stammt aus seiner zweijährigen Beziehung mit der ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner. Er hat drei Enkerln.
„Ich bin nicht gern der Liebling“
Der steirische Schriftsteller Alfred Komarek, 72, schuf mit Simon Polt eine Krimi-Figur, die durch Erwin Steinhauer, 66, zum Leben erweckt wurde. Höchst erfolgreich sogar. Fünf Mal schon erwies er sich als schrulliger Gendarmeriebeamter als Publikumsmagnet. Am Samstag, dem 31. März, folgt ein weiteres Verbrechen im Weinviertel (NÖ). „Alt, aber Polt“ ist ab 20.15 Uhr auf ORF2 zu sehen.
Herr Steinhauer, Sie sind wieder als Simon Polt zu sehen. In einer Rolle, mit der Sie zum Publikumsliebling wurden …
Ich bin aber nicht gern der Liebling.

Warum nicht?
Unser Beruf ist kompliziert und Liebling klingt da für mich ein bisserl zu oberflächlich. Ein Liebling bin ich gerne im Privatleben, wirklich gern. Aber beruflich geht es mir einfach nur um Achtung, um Respekt und um Anerkennung einer Qualität, sofern sie vorhanden ist.

Der Polt-Film wurde im Weinviertler Pulkautal gedreht. Trinken Sie Wein?
Ja, aber nicht während der Dreharbeiten. Sonst könnte ich die Leistung nicht erbringen. An und für sich bin ich ein Weißwein-Trinker und die Region dort ist dafür gut geeignet. Den Rotwein aus der Region mag ich gar nicht. Meine Lieblingsweine werden von den Winzern im Straßertal produziert.

In „Alt, aber Polt“ ist Iris Berben, 67, zu sehen. Kannten Sie sich schon?
Ich hatte in den 80er Jahren beim Bayerischen Rundfunk eine Sendung, die hieß „Kanal fatal“. Und im Nebenstudio produzierte Iris Berben mit Diether Krebs die heitere Sendung „Sketchup“. Leider haben wir uns nie in der Kantine getroffen, obwohl ich das oft gehofft habe. Nun ist es ein spätes Vergnügen geworden, sie in diesem Polt-Film mit dabei zu haben.

Lange hat es auch gedauert, bis dieser sechste Film aus der Polt-Reihe zu sehen ist …
Stimmt, den ersten Polt haben wir im Jahr 2000 gedreht, dieser Film entstand im November 2016.

Warum diese Verzögerung, die Filme waren doch beliebt?
Keine Ahnung. Das ist eine interne Entscheidung des ORF. Über die sich, so glaube ich, viele, von der Produktion angefangen, aber auch die Frau Berben geärgert haben. Vor allem, weil der Film bereits auf dem Spartenkanal ARTE zu sehen war.

Glauben Sie, dass sich der Autor Alfred Komarek zu einer Fortsetzung der Romane überreden lässt?
Mit hundertprozentiger Sicherheit nicht.

Warum nicht?
Weil ich mit ihm darüber gesprochen habe. An und für sich wollten wir schon nach vier Filmen Schluss machen, weil wir die Region des Weinviertels in den vier Jahreszeiten gezeigt haben. Deshalb gab es auch die Musik von Antonio Vivaldi und zwar „Die vier Jahreszeiten“. Aber dann hat den Komarek noch ein Mal die Muse geküsst und er schrieb noch zwei Draufgaben. Danach hat er mir eidesstattlich versichert, dass es aus ist.

Was zeichnet Ihrer Ansicht nach den letzten Polt-Film aus?
Ach, er ist ein Polt-Film wie die anderen auch. Langsam, dann geschieht kein richtiger Mord, keine richtige Gewalttat und es gibt keine wahre Schuld. Ein typischer Polt eben.

Ist der Gendarm Polt im Ruhestand?
Ja, bereits seit dem vierten Film. Ich habe als Polt mehrere Berufe. Ich betreibe einen Greißlerladen, den die Moni Bleibtreu geführt hat und den die Elisabeth Orth für eine Folge übernahm – und zwar für die fünfte. Dann bin ich Wirt, der sein Gasthaus ein Mal in der Woche aufsperrt.

Sind Sie selbst auch ein Krimi-Freund, Herr Steinhauer?
Absolut. Mir gefällt die Spannung. Auf den Internet-Anbietern Netflix und Amazon sehe ich mir manchmal eine ganze Nacht lang Krimi-Serien an.

Leben Sie derzeit in einer Beziehung?
Ja, mit der Bettina Kuhn, der Tochter des „Sportpapstes“ Michael Kuhn. Bettina ist Produzentin bei Satel Film und macht die Sendung „Aufgetischt“. Wir leben in zwei Wohnungen, was natürlich auch ein Garant dafür ist, dass wir uns wirklich dann sehen, wenn wir Zeit füreinander haben und nicht nur, wenn wir den Alltag miteinander teilen müssen.

Das heißt, Sie sehen sich selten?
Ich bin ja Pensionist, ich habe Zeit. Sie hat wenig Zeit, weil sie viele Filme dreht für die Satel und für den ORF. An mir liegt‘s nicht, sie hat viel zu tun, aber wir genießen das so, wie es ist. Es ist alles in Ordnung.

Sie sind ja auch schon dreifacher Opa, ist das nicht auch eine schöne Freizeitbeschäftigung?
Die älteren Enkerln sind von meinem Sohn, sie leben mit ihrer Mutter in der Schweiz, daher sehe ich sie nur in den Ferien. Aber wir sind oft über Video-Telefonie verbunden. Livian und Noah sind dreizehn und acht Jahre alt. Der Jüngste ist von meiner Tochter, der Leon, er ist sechs Jahre alt, ihn sehe ich öfter und das ist angenehm, er lebt in Wien.

Kraxeln Sie mit ihm am Boden herum und bauen Lego?
Freilich, ich zeichne auch und lese ihm vor. Leider nicht so oft, wie ich gerne würde. Ich bin ja ein werktätiger Rentner.

Nur spazieren zu gehen gibt‘s nicht?
Nein, ich möchte meine Würde irgendwie bewahren. Erst, wenn ich dem Publikum nichts mehr zu bieten habe, lasse ich‘s.
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