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Ausgabe Nr. 06/2018 vom 06.02.2018, Fotos: zVg, RefectoCil
Wimpern sollten nicht zu lang sein
Lange dichte Wimpern gelten als verführerisch und viele Frauen helfen mit künstlichen Wimpern nach. Damit tun sie ihren Augen jedoch keinen Gefallen, stellten amerikanische Forscher der Technischen Hochschule Georgia fest. Mutter Natur hat Wimpern mit einer bestimmten Länge geplant, weil sie dann eine natürliche Barriere für das Auge bilden. Sind die Wimpern etwa ein Drittel so lang wie die Augen breit, entsteht eine schützende Luftschicht über der Hornhaut, die das Auge länger feucht hält und störende Staubpartikel am Eindringen hindert. Bei extra-langen Wimpern geht dieser Effekt verloren. Stattdessen bilden sie einen Trichter, der die schädlichen Staubpartikel zum Auge leitet und Entzündungen auslöst. Daher sollten lange künstliche Wimpern nur zu besonderen Gelegenheiten eingesetzt werden, so die Forscher.
Wimpern-Expertin Marina Sulzer
Neuer Schwung für Wimpern
Sie schützen unsere Augen vor Schmutz, Fremdkörpern und zu viel Licht. Nicht weniger schätzen wir die ästhetische Funktion unserer Wimpern, weshalb sie oft kosmetisch behandelt werden. Länger, fülliger und dunkler sollen sie erscheinen. Wie das klappt und woran dabei zu denken ist, verraten ein paar „Wimpern-Experten“.
Ein Augenaufschlag sieht mit vollen, dichten, geschwungenen Wimpern beeindruckend aus. So verwundert es wenig, dass Wimperntusche seit der Antike begehrt ist. Wer noch mehr nachhelfen will, klebt sich künstliche Wimpern an oder lässt dies von Kosmetikerinnen tun.

„Es stimmt, der erste Eindruck ist oftmals ausschlaggebend dafür, wie sich eine Begegnung weiterentwickelt. Denn zuerst blicken wir immer in das Gesicht und vor allem in die Augen des Gegenübers. Dabei spielen die Augenfarbe, die Wimpern und die Augenbrauen eine große Rolle, wie der Mensch wahrgenommen wird.

Dunkle Wimpern kommen oft besser zur Geltung als helle. Lange, volle Wimpern wirken anziehender als kurze“, erklärt die „Chefstylistin“ Marina Sulzer von RefectoCil, einer Marke des Kosmetikunternehmens GW Cosmetics.

Das Verlängern, Färben und Ergänzen der rund vierhundert Wimpern an beiden Augen dient daher dem perfekten Wimpernaufschlag, einer kleinen Geste mit großer Wirkung.

Die Mittel und Methoden, wie die meist eher unscheinbaren Härchen in den Ober- und Unterlidern zu mehr Strahlkraft und Fülle kommen, sind heute vielfältig. Wir können sie mit Tusche betonen, sie färben, falsche Wimpern aufkleben oder mit Wachstumssubstanzen länger werden lassen. Experten beantworten dazu ein paar Fragen.

Werden Wimpern mit derselben Farbe gefärbt wie Haare?
Marina Sulzer: Nein. Für das Wimpernfärben werden speziell hautverträgliche Farben verwendet. Sie sind viel milder als Haarfarben. Für empfindliche Augen gibt es „sensitive“ Farben. Diese Veränderung öffnet das Auge und verleiht dem Blick mehr Ausdruckskraft. Das
Ergebnis überdauert Sport, Schweiß und Sonne und hält bis zu sechs Wochen.

Lässt zu häufiges Färben die Wimpern ausfallen?
Sulzer: Nein, das stimmt nicht. Jeder kann sich die Wimpern färben lassen, ganz ohne Angst.

Kann ich nach dem Wimpernfärben Tusche auftragen?
Sulzer: Das Färben der Wimpern dauert nur wenige Minuten. Danach kann sich die Dame über die Wimpern „reiben“, normal schminken, abschminken oder Wimperntusche auftragen. Die Wimpernfarbe hält so lange, bis sich das Wimpernhärchen auf natürliche Weise erneuert. Um die Farbe länger wie frisch gefärbt aussehen zu lassen und das Haar gleichzeitig zu pflegen, empfehle ich das RefectoCil Styling Gel. Das enthält eine farbschützende Formel und ist bei Friseuren oder Kosmetikerinnen erhältlich.

Gefärbte Wimpern werden nur dunkler, aber nicht länger?
Sulzer: Ja und Nein. Eine Färbung betont die Wimpern bis in die Spitzen. Damit wird die volle Wimpernlänge erst sichtbar. Daher ist das Färben auch bei dunklen Wimpern sinnvoll.

Schaden künstlich verlängerte Wimpern den eigenen?
Maksooda Barakzai, Kosmetikstudio Adam und Eve: Ja und Nein. Der Vorwurf lautet, künstliche Härchen beschweren unsere Natur-Wimpern und lassen sie ausfallen. Das passiert nur, wenn die falsche Wimpernlänge benutzt oder die Behandlung ohne fundierte Ausbildung und unsachgemäß gemacht wird. Dann kann es zu Entzündungen kommen. Grundsätzlich sollte die Natur-Wimper um maximal zwei Millimeter verlängert werden. Das hält das Haar aus. Natürlich muss auch die Stärke der künstlichen Wimper an die natürliche Haarstruktur angepasst werden. Dann gibt es auch keine Probleme.

Sind Seren zur Wimpernverlängerung unbedenklich?
Claudia Büdel, Optometristin, Augenoptikerin: Die Verbreitung wimpernverlängernder Seren nimmt zu. Oft handelt es sich um Präparate aus Drogeriemärkten, die vom Kunden als unbedenklich eingestuft werden, obwohl sie Nebenwirkungen haben können. Die Wimpernseren werden wie Eyeliner angewendet. Dazu wird das Serum mit einem kleinen Pinsel einmal täglich auf den oberen Lidrand auf die Basis der Wimpern aufgetragen. Wichtig ist ein gutes Abstreifen des Pinsels an der Flasche, damit nicht zu viel Flüssigkeit auf die Wimpern gerät. Aber auch scheinbar harmlose Schönheitspräparate können stärker in den Stoffwechsel des Auges eingreifen, als zunächst angenommen wird. Häufige Nebenwirkungen sind eine Mehrdurchblutung der Bindehaut und Rötung des Auges, aber auch Augenjucken, -brennen und -tränen sowie Schwellungen gehören zu den möglichen Nebenwirkungen. Gelegentlich kommt es vor, dass sich die Iris dunkel verfärbt, ein Vorgang, der sich nicht wieder rückgängig machen lässt. Die Vorsichtigen sollten sich darauf verlassen, dass die Mittel dermatologisch getestet und als nicht gesundheitsgefährdend eingestuft wurden.
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