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Ausgabe Nr. 01/2018 vom 02.01.2018, Fotos: WavebreakmediaMicro/Fotolia
In wenigen Sitzungen verschwindet die Lust auf den Glimmstängel .
Psychotherapeut Peter M. Stöger
Rauchfrei durch Hypnose
Endlich Nichtraucher sein. Diesen Wunsch hegt, so eine IMAS-Umfrage, jeder fünfte Raucher und für viele unter ihnen ist der Jahresbeginn der ideale Zeitpunkt dafür. Wer es ernst meint, hat mit einer Hypnose-Therapie gute Chancen, dem Glimmstängel für immer adé zu sagen. In ein bis drei Sitzungen befreien spezialisierte Psychotherapeuten von dem lästigen wie gesundheitsschädlichen Laster.
Über die Schädlichkeit des Rauchens herrscht seit vielen Jahren kein Zweifel, weder bei Ärzten noch bei Rauchern.

Ein Drittel aller Krebserkrankungen wird durch die im Tabak enthaltenen Gifte gefördert, angeführt von Lungenkrebs, Blasenkrebs und Krebserkrankungen im Mund- und Rachenraum.

„Schon eine bis vier gerauchte Zigaretten pro Tag verdreifachen das Risiko für Lungenkrebs“, warnt Manfred Neuberger, emeritierter Ordinarius für Umwelthygiene und Präventivmedizin sowie Rauch-Experte der MedUni Wien.

Die chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD), bei der die Menschen einen qualvollen Erstickungstod erleiden, wird zu 90 Prozent durch Rauchen bedingt. Diese tödliche Kraft des Rauchens bekommen jedes Jahr mehr als zehntausend Menschen in unserem Land zu spüren.

Ohne seriöse Therapie kein Erfolg

Die anfängliche Lust am Rauchen endet meist als Laster, wird zur Belastung für den Betroffenen, für die Familie und das gesamte Umfeld. Umfragen zufolge hegen daher vier von zehn der mehr als zwei Millionen Raucher in unserem Land den großen Wunsch, das Rauchen endlich hinter sich zu lassen.

Vor allem mit dem Beginn eines neuen Jahres nehmen viele „zukünftige“ Nichtraucher einen erneuten Anlauf, und scheitern nur zu oft, denn ohne professionelle Hilfe ist es für viele nicht mehr möglich, die Bindung an das Nikotin wieder zu lösen.

Als eine dieser professionellen Hilfen gilt die Hypnose-Therapie, wie sie der Psychotherapeut Peter M. Stöger aus Wien (www.hypnosetherapie.at, Tel.: 0664/1839586) anbietet. Mit einer „Hypnose“, die viele von Bühnenveranstaltungen und Fernsehunterhaltungen kennen, hat diese Behandlung allerdings nichts gemein. „Bei der Hypnose-Therapie handelt es sich um Psychotherapie auf einer Tranceebene und sie wird seriöserweise von Psychotherapeuten angeboten. Im Durchschnitt bedarf es einer bis drei, in wenigen Fällen vier Sitzungen, bis das Verlangen, sich erneut eine Zigarette anzuzünden, verschwunden ist.“

In Trance das Nichtrauchersein erleben

Der Erfolg dieser Therapie, die Peter M. Stöger bei 75 Prozent ansiedelt, beruht nicht darauf, dass mit einem „Zauber“ gearbeitet wird oder das Laster „im Schlaf“ verschwindet. „Die Arbeit in Trance lässt den Raucher das Gefühl erleben, wie es wäre, endlich frei zu sein. Frei von dem Verlangen nach einer Zigarette. Dieses positive Gefühl wird im Zustand der Hypnose für den Betroffenen spürbar. Es lässt ihn einen Zustand erleben und fühlen, den er als deutlich attraktiver empfindet als den Griff zur Zigarette. Er lernt seine ‚neue‘ Identität als Nichtraucher kennen, ein Zustand, der für ihn erstrebenswerter ist als der Zustand des Rauchers. Zusätzlich kann ein wenig psychotherapeutische Beratung notwendig sein, wenn das Rauchen nicht eine Gewohnheit ist, sondern eine Antwort auf ein darunterliegendes Problem (Symptom). Das kann der Verlust des Arbeitsplatzes sein, eines Partners oder wenn das Rauchen durch ein traumatisches Erlebnis ausgelöst wurde.“

Auferlegte Verbote bringen nichts

Eine Hypnose-Therapie sei in jedem Fall deutlich zielführender, versichert der Psychotherapeut, als Verbote, Mahnungen und negative Formulierungen zum Zwecke der Rauchentwöhnung. „Das Problem ist, das Gehirn benötigt mehr Zeit, um negative Formulierungen wie ‚nicht‘, ‚nein‘ oder ‚kein‘ zu verarbeiten, denn in einer Verneinung wird der Fokus auf das verlegt, was wir eigentlich vermeiden möchten. Ein Beispiel, sagt sich ein Raucher, ‚Ich soll nicht rauchen, weil …‘, legt das Gehirn den Fokus unweigerlich auf das Wort ‚rauchen‘, weil ‚nicht‘ und ‚nein‘ vom Gehirn nicht umgesetzt werden. Die Folge, der Raucher wird Raucher bleiben, weil er sich gedanklich ständig mit dem Rauchen beschäftigt“, erklärt der Experte.

Die Hypnose selbst sei kein Zustand, in dem Betroffene „wegtreten“ oder willenlos werden, versichert der Psychotherapeut. „Einen Trance-Zustand hat schon jeder einmal erlebt, etwa wenn wir tagträumen oder ins ‚Narrenkasterl‘ schauen. Es ist ein Zustand, in dem wir nicht wach sind, aber auch nicht schlafen. Wir haben zwar die Kontrolle über die Sprache und unser Bewusstsein, aber das Bewusstsein ist verändert und in einem Zustand erhöhter Aufmerksamkeit und Konzentration. Zudem können kreative Teile des Unbewussten angesprochen werden, die Vorstellungskraft ist erhöht. Das macht es den Betroffenen möglich, das neue rauchfreie ‚Ich‘ zu erleben und zu spüren. Zu diesem neuen Ich zu werden, dieser Drang ist am Ende der Therapie stärker als jener, sich die nächste Zigarette anzuzünden. Zur Sicherheit bekommen die Klienten in der letzten Sitzung einen USB-Stick mit einer individuellen Rückfallvorbeugung.“

Heißhunger mit Bewegung bekämpfen

Der Kampf gegen das Rauchen muss meist jedoch auf mehreren Ebenen ausgefochten werden. Ist das Verlangen nach Nikotin bekämpft, sehen sich die Ex-Raucher meist einem neuen „Gegner“ gegenüber, dem Heißhunger.
„Das ist eine Reaktion des Gehirns auf das Fehlen des Nikotins. Gegen die gefürchteten Heißhungerattacken, die nach dem Rauch-Ende auftreten und das Gewicht um
bis zu zehn Kilo in die Höhe schnellen lassen können, hilft das ‚Glückshormon‘ Serotonin. Es ist ein Nervenbotenstoff, den der Körper selbst produzieren muss, am besten durch Sport. Schon 20 Minuten täglich helfen. Zusätzlich ist es wichtig, täglich zweieinhalb Liter Wasser zu trinken. Das entlastet die Nebennierenrinde, die Serotonin produziert und Heißhunger sowie eine starke Gewichtszunahme verhindert.“

Die Kosten für diesen Weg in die Rauchfreiheit übernehmen die Kassen nicht. Im Durchschnitt
belaufen sie sich zwischen € 500,– und € 1.000,–.
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