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Ausgabe Nr. 50/2017 vom 12.12.2017, Foto: reuters
Papst Franziskus will „lass mich nicht in Versuchung geraten“ statt „führe uns nicht in Versuchung“.
Papst Franziskus will das Vaterunser ändern
​Es ist laut Bibel das einzige Gebet, das Jesus selbst seine Jünger gelehrt hat. Das Vaterunser. Doch die deutsche Übersetzung gefällt Papst Franziskus nicht.
Ihn stört der Satz „Und führe uns nicht in Versuchung“. Besser wäre „lass mich nicht in Versuchung geraten“, erklärte der 80jährige im italienischen Fernsehen. „Ich bin es, der fällt, aber es ist nicht er, der mich in Versuchung geraten lässt.“ Ein Vater mache so etwas nicht. „Ein Vater hilft, sofort wieder aufzustehen. Wer dich in Versuchung führt, ist Satan.“

In Frankreichs Kirchen wird seit dem ersten Adventsonntag die „entschärfte“ Version des Vaterunsers gebetet: „Lass uns nicht in Versuchung geraten.“ Allerdings lautete der Satz dort zuvor „unterwirf uns nicht der Versuchung“.

Der Regensburger (D) Bischof Rudolf Voderholzer warnte angesichts dieser Änderung schon Ende November vor einer „Verfälschung der Worte Jesu“. Auch der Theologe Thomas Söding ist für die aktuelle Version: „Es ist die richtige Übersetzung des griechischen Wortlauts.“

Aber zumindest gibt es keine Diskussion über den ersten Vers des Gebetes „Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.“ In der evangelisch-lutherischen Kirche in Schweden sollen Geistliche künftig geschlechtsneutrale Begriffe verwenden, wenn sie von Gott reden. Statt „Herr“ oder „Er“ etwa nur „Gott“. Für „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ ist etwa „Im Namen Gottes, der Dreifaltigkeit“ möglich. Lediglich im Vaterunser ist weiterhin nur vom „Vater“ die Rede.
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