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Ausgabe Nr. 35/2017 vom 29.08.2017, Fotos: BMLFUW/Alexander Haiden, Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie/Wilke
Andrä Rupprechter, Katharina Kossdorff
Kennzeichnungs-Pflicht für verarbeitete Eier?
Bei frischen Eiern wissen die Konsumenten seit dem Jahr 2004, woher sie stammen. Bei verarbeiteten Eiern in Nudeln, Mayonnaise oder der Gastronomie ist das anders. Der Skandal um das Insektengift Fipronil könnte das ändern. Bei uns wurde es in 28 Großhandels-Eiprodukten aus dem Ausland gefunden. ÖVP-Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter will sich beim informellen Agrarministerrat Anfang September für eine EU-weite Kennzeichnung einsetzen. Zuständig ist die EU-Kommission.
„Immer mehr Menschen fragen zu Recht, woher ihre Lebensmittel kommen und wie sie produziert werden. Eine Krise bietet auch immer eine Chance, noch stärkeres Bewusstsein für die Herkunft und Qualität der Lebensmittel zu schaffen. Es braucht deshalb eine faire und bessere Herkunftskennzeichnung für Eier. Für mehr Transparenz benötigen wir eine unbürokratische EU-weite Regelung. Das Vertrauen der Konsumenten in die Sicherheit von Lebensmitteln muss wieder hergestellt werden. Bei uns werden Eier unter höchsten Standards produziert. Eine Herkunftskennzeichnung ermöglicht den Konsumenten, sich bewusst für österreichische Qualität zu entscheiden. Die Forderungen der Landwirtschaft nach Ausweitung der Herkunftskennzeichnung sind lang bekannt. Es gab und gibt dafür unzählige Initiativen auf verschiedensten Ebenen. Dabei geht es stets um Sacharbeit und um das Wohl der Konsumenten einerseits sowie der Landwirtschaft andererseits. Die Landwirtschaft hat ihre Hausaufgaben bei der Kennzeichnung des Urproduktes erledigt. Nun ist Gesundheitsministerin Rendi-Wagner gefordert, die Verbraucher-information zu verbessern.“

NEIN: Katharina Kossdorff,
Fachverband Lebensmittelindustrie

„Die Sicherheit von Lebensmitteln ist oberstes Gebot. Das gilt für alle Produkte, egal, woher sie kommen. So können sich Verbraucher darauf verlassen, dass nur Lebensmittel auf ihre Teller kommen, die einwandfrei sind. Schon beim Landwirt dürfen keine Stoffe verwendet werden, die in Lebensmitteln nichts verloren haben. Leider haben sich bei Fipronil nicht alle daran gehalten. Auch Verarbeiter von Eiern müssen stets darauf achten, dass die Produkte sicher sind. Eine Kennzeichnung von verarbeiteten Eiern allein schafft freilich nicht mehr Sicherheit. Sie kann die sorgfältige Verarbeitung nicht ersetzen. Sie ist jedoch kostspielig, wenn die Eier mangels Qualität oder Menge kurzfristig nicht verfügbar sind und der Hersteller auf einen anderen Lieferanten ausweichen muss. Dann ist die Ei-Angabe falsch und wird von der Behörde beanstandet. Zuletzt mussten heimische Hersteller Verpackungen im Wert von mehreren 100.000 Euro vernichten, da sie freiwillig auf österreichische Freilandeier hingewiesen hatten, diese aber wegen der Vogelgrippe nicht mehr verfügbar waren.“
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