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Ausgabe Nr. 31/2017 vom 01.08.2017, Foto: zvg
Renate Roth, 59.
„Ich bin 60 Kilo leichter und voller Energie“
Als vor einem Jahr die Waage 123 Kilo anzeigte, die Knie vor Schmerzen keinen Schritt mehr erlaubten und der Blutdruck immer weiter stieg, entschied sich Renate Roth, ihr Leben radikal zu ändern. Heute ist die 60jährige aus eigener Kraft schlank und gesund. Mit ihrem Erfolg möchte sie andere anspornen. „Abnehmen ist möglich, in jedem Alter.“
Renate Roth kann wieder lachen und sie tut es täglich. „Ich spüre endlich wieder Lebensfreude“, sagt die 60jährige aus einem Vorort von Graz und strahlt übers ganze Gesicht. Sie genießt diesen Sommer in vollen Zügen, betreibt Nordic Walking, liebt das Wandern und zieht regelmäßig im Schwimmbad ihre Runden.

Es ist ein Sommer, wie er früher für die Steirerin nicht möglich gewesen wäre. Vor einem Jahr wog Renate Roth 123 Kilo, bei einer Größe von 1,70 Meter. Die Knie schmerzten bei jedem Schritt, die Atemluft reichte kaum für kleinste Strecken und die Hausärztin warnte in eindringlichen Worten vor dem hohen und weiter steigenden Blutdruck. „Ich konnte in diesem Zustand keine hundert Meter mehr gehen. Die Tabletten gegen den hohen Blutdruck habe ich nicht vertragen. Ich habe unter starker Übelkeit gelitten und Schwellungen im Gesicht sowie Ohrensausen bekommen“, erinnert sich Roth an diese nicht weit zurückliegende Zeit, die ihr heute mit 63 Kilo Körpergewicht wie aus einem anderen Leben zu sein scheint.

„Meine Seele litt, so auch mein Körper“

„Ich war stark übergewichtig, für viele Jahre. Das hat in meiner Kindheit begonnen. Meine Eltern haben meinen Bruder mir stets vorgezogen und so begann ich aus Frust zu essen. Bald schon wog ich 65 Kilo, und als ich mit zwanzig Jahren meinen Sohn bekam, kletterte das Gewicht auf 86 Kilo. Mein Mann fand meine Figur dann nicht mehr schön und ich begann zu hungern. Das Gewicht ging hinunter, dann kam der Jo-Jo-Effekt, das Gewicht ging wieder hinauf. Nach fünf Jahren war ich geschieden“, erzählt Renate Roth und fasst die folgenden Jahren mit „ich habe immer weiter zugenommen“ zusammen. Im Laufe der Zeit „sammelte“ Renate Roth von allem mehr. Mehr Gewicht, mehr Schmerzen und mehr Erfahrungen mit Diäten, die nichts nützten.

„Bald wog ich 90 Kilo. Ich war zutiefst traurig, denn mein damaliger Partner entzog mir die Liebe und die Körperlichkeit und setzte mich unter Druck. Freilich machten die Wechseljahre all das nicht leichter. Unter meinem hohen Gewicht litt nicht nur mein Körper, es litt auch die Seele, mein ganzes Leben.“

Von einem Tag auf den anderen war Schluss

Im vergangenen Juli, an ihrem 59. Geburtstag, zog die Steirerin Bilanz. „Damals dachte ich mir, ‚Das kann nicht mein Leben sein, ich habe noch so viele Träume.‘ Ein paar Tage später klemmte ich mir im linken Knie einen Nerv ein, im rechten Knie bekam ich eine Schleimbeutelentzündung und konnte kaum noch gehen. Da wusste ich, ‚Morgen stelle ich mein Leben radikal um‘“, erzählt Roth vom ersten Moment in ihrem neuen Leben.
Ab dem 12. August strich sie in Eigenregie jede Süßigkeit, jede Limonade, Fettes und Zwischenmahlzeiten vom Speiseplan, verringerte deutlich die Anzahl der Kohlenhydrate und erhöhte die Gemüse- und Obstportionen. „Ich wollte so nicht mehr weiterleben, ich wollte schlank sein, gesund sein. Die Ernährungsumstellung hat Verzicht bedeutet, aber Achtung, nicht Hungern. Der Verzicht auf Süßes ist mir nicht schwer gefallen. Ich hatte nie Heißhunger, weil mein Speiseplan so ausgerichtet war, dass ich nach dem Essen immer satt war. War ich eingeladen, habe ich mein Essen mitgenommen und mich keinen Millimeter von meinem Weg abbringen lassen.“

„Juhuuu, ich kann wieder gehen“

Die Konsequenz und Hartnäckigkeit haben sich bezahlt gemacht. „Ich habe gleichmäßig Gewicht verloren. Das Übergewicht ist wie in Schichten von mir abgefallen und plötzlich war wieder Bewegung möglich. Anfangs nur das Spazierengehen. Die Freude war so groß, dass ich gerufen habe, ‚Juhu, ich kann wieder gehen.‘ Ab Jänner konnte ich schon täglich Sport treiben und war fünf Mal pro Woche in der ‚Figurwerkstatt‘, die Spezialprogramme zur Hautstraffung sowie Infrarotlichbehandlungen anbietet, damit die Haut besser durchblutet und gepflegt wird. Trotz des starken Gewichtsverlustes habe ich heute keine Fettschürze am Bauch“, erzählt Roth zufrieden. Der Erfolg ist sichtbar und lässt sich in Zahlen belegen. Die Kleidergröße von 52/54 schrumpfte auf 36/38, der Body-Maß-Index von 42 auf 22 und der Blutdruck liegt bei vorbildlichen 112/71. Weder die Cholesterinwerte noch der Zustand der Arterien geben Grund zur Besorgnis. „Meine Internistin ist begeistert“, sagt Roth lachend, die immer positiv gedacht hat. „Das möchte ich an Menschen weitergeben, denen es ähnlich geht. Ich weiß aus Erfahrung, kein Dicker fühlt sich wohl und Abnehmen ist in jedem Alter möglich, ohne Tabletten, ohne Operation, ohne Hungern.“

Neben dem Lohn der neuen Figur und der wiedererlangten Gesundheit hat sich Liebesgott Amor wieder gemeldet. Seit Kurzem ist Renate Roth privat glücklich und genießt die Liebe und das Leben in vollen Zügen.
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Auswirkungen von Übergewicht
Schmerzen: Dicke Menschen leiden an mehr Krankheiten, weil das Bauchfett Entzündungen fördert.
Tod: Übergewichtige (ab einem BMI 40) sterben acht bis zehn Jahre früher als schlanke, so eine britische Studie. Mäßiges Übergewicht verkürze das Leben um zwei bis vier Jahre.
Gelenke: Der Druck auf die Gelenke belastet die weichen Knorpel und führt zu einem Knorpelverschleiß. Fünf Kilo Gewicht weniger, führt zu einer Druckentlastung von 20 Kilo in den Knien.
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