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Ausgabe Nr. 28/2017 vom 11.07.2017, Fotos: picturedesk.com, UPI, action press, dpa
Elle Fanning, 19, trug bei ihrer ersten Rolle in einem großen Film noch Windeln.
Elle Fanning schmust derzeit in „Die Verführten“ mit Colin Farrell.
Elle Fanning mit ihrer Schwester Dakota (li.).
Nicht nur dick im Geschäft, auch die besten Freunde: Elle (li.) und Dakota.
„Ich habe oft meine große Schwester geschlagen“
Die Schauspielerin Elle Fanning ist junge 19 Jahre alt. Und doch ist sie im Unterhaltungsgeschäft fast schon ein „alter Hase“. Ihren ersten Film drehte sie im Babyalter, seither kamen jährlich neue Streifen dazu. Derzeit ist sie neben Nicole Kidman in Sofia Coppolas Drama „Die Verführten“ zu sehen.
Die Erinnerungen an meine ersten Filme sind lückenhaft. Ich war bei den Dreharbeiten zum Teil wirklich noch klein. Aber ich erinnere mich an Gesichter und ich verbinde mit jedem Film ein Gefühl“, schmunzelt Elle Fanning, 19, die bei ihrer ersten Rolle in einem großen Film noch Windeln trug. Damals spielte sie die Filmtochter von Sean Penn in seinem Film „Ich bin Sam“ (2001). „Eines Tages kamen die Produzenten zu mir und meinten, du siehst ja aus wie deine Schwester. Nur eben jünger. Und schon wurde ich als jüngere Version von Dakota besetzt“, lächelt Fanning, deren um vier Jahre ältere Schwester Dakota, 23, zu diesem Zeitpunkt bereits eine bekannte Kinder-Darstellerin war.

Fußstapfen, in die Elle Fanning rasch folgte. Mehr als 30 Filme hat sie seit ihrem Debüt als Zweijährige gedreht, ihr jüngster „Die Verführten“ ist derzeit in unseren Kinos zu sehen. Ein mit Nicole Kidman, 50, Kirsten Dunst, 35, und Colin Farrell, 41, prominent besetztes Drama der Kult-Regisseurin Sofia Coppola (46, „Lost in Translation“).

Fanning spielt darin eine junge Bewohnerin eines Frauen-Heimes, die sich inmitten der Kriegswirren von einem verwundeten Soldaten den Kopf verdrehen lässt. Heiße Sexszenen inklusive. „Das war halb so wild, es ist doch alles nur gespielt und gehört zu meinem Beruf dazu“, erklärt die Mimin, die trotz ihres jugendlichen Alters längst keine „Kinderrollen“ mehr spielt. Das bewies spätestens ihre Darbietung in „Alle Farben des Lebens“ (2015), in dem sie eine junge Frau mimte, die sich einer Geschlechtsumwandlung unterziehen möchte. Ein Film, für den sich Fanning sogar die Haarpracht stutzen ließ und Skateboard fahren lernte. „Nur das Kämpfen brauchte ich nicht mehr üben“, lacht Fanning und erklärt: „Dakota und ich prügelten uns früher viel.“ Vor allem der Altersunterschied sei das Problem gewesen, schmunzelt Fanning, die, inzwischen deutlich größer als Dakota, ihre ältere Schwester ganz schön verhauen konnte. „Sie war die ältere, aber ich war stärker“, lacht die Mimin und gesteht: „Ich habe sie oft geschlagen.“ Das sei aber längst Schnee von gestern, versichert Fanning. „Wir verstehen uns immer besser. Erst vor ein paar Tagen gingen wir zusammen auf eine Party und feierten ausgiebig“, freut sich die Schauspielerin und erzählt auch von einem herzigen Geburtstagsgruß ihrer Schwester im April: „Niemand wird jemals stolzer auf dich sein als ich. Ich liebe dich und wünsche dir das bisher beste Jahr. Happy Birthday, mein Engel“, schrieb Dakota Fanning auf der Internet-Plattform „Twitter“.

Etwas, das den Mädchen bis zu ihrer Volljährigkeit untersagt war. „Unsere Eltern haben uns den Umgang mit Facebook und Twitter verboten und wir haben uns daran gehalten“, verrät Fanning. „Es hat in der Tat etwas Erschreckendes, wenn die ganze Welt über dich urteilt.“
Weniger zimperlich waren ihre Eltern im Umgang mit dem Film-Geschäft. Bereits im frühesten Kindesalter meldeten sie Dakota in einer Agentur an. Damals noch in Georgia (USA), ihrem Geburtsort. Für die Karriere der Mädchen übersiedelten sie ins „Fim-Mekka“ Los Angeles.

„Na wenn schon, dann richtig“, lacht Fanning und erklärt: „Wir sind äußerst ehrgeizig. Das kommt auch daher, dass es in meiner Familie viele Sportler gibt. Meine Mutter spielte Tennis, mein Großvater Football, mein Vater Baseball. Wir wollen gewinnen, die besten sein.“

Und das gelte für alle Bereiche des Lebens, auch für die Schule, erklärt Fanning. So meisterte die 19jährige ihren Schulabschluss, trotz wochenlanger Fehlzeiten, mit Bravour. „Ich hatte einen Privatlehrer und machte meine Schularbeiten. Wenn ich in die Schule zurückkam, war es so, als wäre ich nie weg gewesen“, erzählt die Mimin, die keinen Moment daran gedacht hat, die Filmarbeit für ihre Ausbildung zwischenzeitlich auf Eis zu legen. Selbst dann nicht, wenn es bedeutete, dadurch ihren Abschlussball zu verpassen. „Der war dummerweise zur gleichen
Zeit wie die Filmfestspiele in Cannes. Aber ich habe meine Verabredung nach Frankreich eingeladen und wir hatten den wahrscheinlich besten Abschlussball überhaupt“, freut sich Fanning, die vorerst nicht wie die meisten ihrer Klassenkameraden studieren wird. Sie habe diese „heikle Frage“ mit ihrer Freundin Scarlett Johansson, 32, besprochen, erklärt Fanning. „Ich will mich ganz auf die Karriere konzentrieren.“

Auch für einen Freund habe die Schauspielerin, im Gegensatz zu ihrer Schwester Dakota, die inzwischen mit ihrem Partner in New York lebt, derzeit keinen Kopf. „Die Liebe kann warten“, betont die 19jährige, die sich eines Tages durchaus den Richtigen an ihrer Seite wünscht. „Meine Eltern sind seit ihrer Jugend zusammen. Das ist heutzutage die Ausnahme. Ich würde mir so ein Glück auch wünschen. Aber nicht jetzt.“
aw
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