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Ausgabe Nr. 18/2017 vom 02.05.2017, Fotos: ORF/Thomas Ramstorfer, ORF/Thomas Jantzen
Monica Weinzettl: Es stört mich nicht, wenn ich heute noch ab und zu mit „Frau Knackal“ angesprochen werde.
Weinzettl mit Partner Florian Gschaider.
„Für Beamte bin ich ein rotes Tuch“
Bei der ORF-Show „Dancing Stars“ (freitags, 20.15 Uhr, ORFeins) gilt sie als Mit-Favoritin. Im Gespräch mit der WOCHE-Reporterin Elke Morri erzählt die Schauspielerin und Kabarettistin Monica Weinzettl, 49, von ihrem „Knackal“-Bonus, ob Frauen auch mit 50 noch immer einen Minirock tragen können und warum sie auf dem Amt warten musste.
Frau Weinzettl, Ihr Tanz-Rivale Walter Schachner meinte vor Beginn der neuen Staffel von „Dancing Stars“, Sie seien seine Favoritin, weil Sie beliebt sind und gut aussehen. Sehen Sie das auch so?
(lacht) Zuerst einmal „Danke“ an Walter Schachner für das Kompliment. Und nein, ich selbst sehe das gar nicht so. Nach meiner Tanzeinlage bin ich jedes Mal froh, meinen Auftritt überstanden zu haben. Danach gibt es eine kurze Verschnaufpause und dann geht es wieder von vorne los. Am Montag nach der Show bin ich verzweifelt, weil ich wieder neue Schritte lernen muss. Am Dienstag sehe ich dann einen Hoffnungsschimmer und am Mittwoch frage ich mich bereits, was ich mir nur dabei gedacht habe, bei dieser Show mitzumachen (lacht). Es ist ein ständiges Wechselbad der Gefühle. Doch je weiter ich komme, umso mehr habe ich natürlich auch den Ehrgeiz, den Pokal schlussendlich nach Hause zu tragen.

Die Zuschauer rufen ja auch fleißig für Sie an. Glauben Sie, dass Sie bei den Abstimmungen einen „Knackal“-Bonus haben?
Ich glaube schon. Die Serie, die wir von 1998 bis 2002 gedreht haben, war ja ein riesiger Erfolg. Komischerweise erlebe ich es jetzt oft, dass Siebenjährige von mir ein Autogramm haben wollen, weil sie mich aus „MA 2412“ kennen. Deren Eltern hat diese Serie offenbar dermaßen gut gefallen, dass sie die Folgen ihren Sprösslingen gezeigt haben. Das freut mich natürlich schon. Deshalb stört es mich auch nicht, wenn ich heute noch ab und zu mit „Frau Knackal“ angesprochen werde.

Haben Sie sich selbst schon einmal über einen Beamten geärgert, von dem Sie etwas gebraucht haben?
(lacht) Ja, zur Genüge. Besonders, als die Serie lief, ließen mich die Herrschaften immer extra lange auf dem Amt warten. Für Beamte bin ich ein rotes Tuch. Das ist mir immer wieder passiert. „MA 2412“ hat tatsächlich die Realität widergespiegelt.

Vielleicht hätten Sie einfach einen Minirock wie „Frau Knackal“ tragen sollen, damit Sie schneller drankommen. Ist das noch eine Mode für die Frauen um die 50 Jahre? Im November feiern Sie Ihr halbes Jahrhundert …
Das kommt auf die Figur der Frau an. Doch was ich merke ist, dass manche Frauen wirklich an Selbstüberschätzung leiden. Oft kommt mir vor – je mehr Kilo, desto kürzer der Rock. Wenn eine Frau eine gute Figur hat, kann sie auch noch mit 60 Jahren Miniröcke tragen. Doch wenn sich 25jährige Mädchen gehen lassen, möchte ich sie am liebsten wachrütteln und sagen: „Mädchen, du solltest eigentlich was tun für dein Aussehen.“

Sie selbst waren immer äußerst sportlich und eine ausgezeichnete Mountainbikerin …
Stimmt, aber ich fahre nicht mehr regelmäßig. Sport gehörte aber trotzdem schon immer zu meinem Leben. Ich habe auch jahrelang als Fitnesstrainerin gearbeitet. Ich habe wirklich schon alle Sportarten ausprobiert und kann sagen, Tanzen ist der beste Sport, den es gibt. Tanzen verändert den Körper zum Positiven, ist ein ausgezeichnetes „Anti-Aging-Programm“, also ein Programm gegen das Altern, es hält auch geistig fit und macht glücklich. Jeder sollte mit dem Tanzen anfangen.

Frau Weinzettl, seit dem Ende der „Trautmann“-Reihe gibt es beim ORF für Sie keine schauspielerischen Aufgaben mehr. Haben Sie auf dem Küniglberg goldene Löffel gestohlen – oder woran liegt dieses „Ignoriert werden“?
Ich betreibe kein Lobbying und treffe mich nicht pausenlos mit Regisseuren. Das ist allerdings wichtig, denn ein Schauspieler muss sich auch aktiv um Rollen kümmern. Die wenigsten bekommt ein Darsteller angeboten. Und ich habe das Gefühl, dem ORF ist die Phantasie ausgegangen, was sie mit mir machen sollen. Für manche Rollen bin ich zu jung, für andere wieder zu alt. Und ehrlich gesagt, Drehen gehört nicht zu meiner Lieblingsbeschäftigung. Bei einem Acht-Stunden-Drehtag verbringe ich sechs Stunden ausschließlich mit Warten. Da schreibe ich lieber Texte für mein Kabarettprogramm und stehe auf der Bühne.

Arbeiten Sie denn mit Ihrem Mann Gerold Rudle gerade an einem neuen Programm?
Wenn „Dancing Stars“ vorbei ist, schreiben Gerold und ich neue Texte. Dafür fahren wir in unserem Wohnmobil nach Kroatien ans Meer. Darauf freue ich mich schon.

Ihr Mann Gerold Rudle sitzt meist in der ersten Reihe, wenn Sie tanzen. Sie haben gemeint, er sei das Beste,
was Ihnen je widerfahren ist. Was hat er, was andere
Männer nicht haben?

Wie viel Zeit haben wir für das Gespräch (lacht)? Nein, im Ernst. Gerold ist einfach ein ganz besonderer Mensch. Er ist grundanständig und steht mit beiden Beinen fest im Leben. Gleichzeitig kann er auch träumen, hat wunderbare Ideen und steckt voller Energie. Wenn er sich ärgert, dann wirft er schon einmal sein Mobiltelefon oder den Computer in die Ecke. Er hat sich danach schon oft neue Geräte kaufen müssen (lacht).

Geben Sie Ihren Freundinnen hin und wieder Beziehungstipps?
Nein, überhaupt nicht. Ich habe zwar einen Beziehungsratgeber geschrieben, doch die Tipps darin sind humorvoll gemeint. Ich hoffe nicht, dass ich einmal in die Lage komme, einen Beziehungs-Ratschlag geben zu müssen. Jede Partnerschaft ist anders. Und eine Beziehung läuft nicht von alleine gut, die Partner müssen daran arbeiten.

Bald ist Muttertag. Vermissen Sie es manchmal, keine Kinder zu haben?
Nein, ich vermisse es nicht. Außerdem habe ich mit Niki und Tim zwei entzückende Stiefkinder. Wir verstehen uns prächtig. Es ist alles gut, so wie es ist.
ZUR PERSON

Monica Weinzettl wurde am 3. November 1967 in Wien geboren. Sie ist gelernte Ernährungs- und Fitnesstrainerin und übte diese Berufe jahrelang aus. Als Schauspielerin arbeitete sie zum ersten Mal von 1986 bis 1989 im Seeböck-Ensemble. Bekannt wurde sie mit Rollen in „Muttertag“ (1993), „Kaisermühlen-Blues“ (1995) sowie in der Beamtensaga „MA 2412“ (von 1998 bis 2002) als Frau Knackal. Mit dem Kabarettisten Gerold Rudle, 54, ist sie seit dem Jahr 2011 verheiratet. Die beiden treten auch regelmäßig gemeinsam auf. Ab Herbst stehen sie mit ihrem neuen Programm „Dramaqueen & Couchpotato“ auf der Bühne. Weinzettl lebt in Wien.
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