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Ausgabe Nr. 27/2016 vom 05.07.2016, Fotos: Georg Stemeseder, zvg
Vor allem Reinanken und Seesaiblinge werden das ganze Jahr über gefischt.
Steuerberaterin Ulrike Huber machte ihr Hobby zum Beruf.
„Ich fange feinsten Wild-Fisch aus dem Attersee“
Die Steuerberaterin Ulrike Huber hat ihren Beruf an den Nagel gehängt. Aus Leidenschaft zur Fischerei gründete sie ihren Betrieb „Finest Fish“ in Seewalchen am Attersee (OÖ). Dort bietet sie nun feinste Reinanken und Saiblinge zum Verkauf an.
Fischbällchen vom Weißfisch oder ein Reinanken-Tartar mit Erdäpfelpuffer und Saiblingskaviar als Vorspeise. Gefolgt von einem Saibling mit Eierschwammerl-Risotto. Oder als Krönung eine ganze Reinanke in der Salzkruste. Wer dabei in Verzückung gerät und gleich mit dem Kochen loslegen will, hat das den Rezepten von Ulrike Huber zu verdanken.

Die Oberösterreicherin aus Seewalchen am Attersee hat sich dem Fisch verschrieben, seit ihr Mann Manfred, der schon seit vielen Jahren einige Fischereirechte am Attersee besitzt, sie im Boot mit auf den See genommen hat. „Ich hab‘ beim Fischen die große Liebe zur Natur und zur herrlichen Landschaft rund um den Attersee gespürt. Dass ich hier leben und arbeiten darf, empfinde ich als Privileg. Und auch als Auftrag, etwas für die Erhaltung dieser intakten Flora und Fauna zu tun. Die Fischerei hat mich fasziniert, also wollte ich möglichst viel darüber in Erfahrung bringen. Daher habe ich die Ausbildung zur Fischereimeisterin gemacht. Wenn schon, denn schon“, sagt die Perfektionistin Ulrike Huber.

Aus der begeisterten Hobbyfischerin wurde im Jahr 2010 eine professionelle Fischereimeisterin. Seitdem Huber ihren Beruf als Steuerberaterin aufgab, vermarktet sie ihre Marke „Finest Fish“ mit ihrem Mann in einem Zwei-Personen-Betrieb.

Beste Voraussetzungen, Fisch von ausgezeichneter Qualität zu fangen, findet das Paar direkt vor der Haustür, im Attersee. Er ist ein Gletschersee im Herzen des Salzkammergutes und größter Binnensee unseres Landes. Darin tummeln sich Hecht, Seeforelle, Saibling, Reinanke, Aal, Karpfen, Aalrutte, Barsch und Weißfisch.

„Der Fisch aus dem Attersee ist ein Wildfang und ein hochwertiges Naturprodukt“, erklärt Ulrike Huber, deren Fische sich in jeder Hinsicht von einem gezüchteten Fisch aus einer Aquakultur unterscheiden. Sie leben in einem Alpensee mit Trinkwasserqualität, ohne Schadstoffe und Hormone und ernähren sich nur von gesundem, 100-prozentig organischem Plankton.

Vor allem Reinanken und Seesaiblinge werden von Ulrike und Manfred Huber das ganze Jahr über unter Einhaltung der Schonzeiten gefischt, und das täglich. Die Reinanke zeichnet sich durch ihr weißes, festes Fleisch mit kräftigem Geschmack aus. Sie ist der für die Salzkammergutseen typische Fisch. Der Seesaibling ist der kleinste und feinste Speisefisch des Attersees und dessen Spezialität.

Die Fische werden von Ulrike und Manfred Huber mit Grund- und Schwebnetzen bis zu einer Tiefe von 100 Metern schonend und rücksichtsvoll gefangen. „Die Netze legen wir abends aus, und bei Sonnenaufgang, im Sommer um fünf Uhr in der Früh, fahren wir auf den See hinaus und holen die Netze ein. Das ist Knochenarbeit, denn alles wird von Hand erledigt. Vor allem im Winter, wenn das Netz durch die Kälte einfriert, werden die Hände klamm. Nach drei Stunden im Boot – die Fische werden dort schon in Eis gelegt –, schuppen und putzen wir den Fang in unserem Bootshaus. Dann kommt er sofort in den Vermarktungsraum, in dem die einzelnen Bestellungen vakuumiert, in speziellen Kühlschränken gelagert und von der Spedition am Nachmittag geholt werden. Schon am nächsten Tag ab acht Uhr in der Früh haben unsere Kunden aus der gehobenen Gastronomie, aber auch gesundheits- und qualitätsbewusste private Konsumenten in Wien, Salzburg, Linz und in der Steiermark den Fisch frisch am Tisch“, ist Ulrike Huber stolz auf ihr kleines, aber feines Unternehmen. An Kunden in der Umgebung wird ausgeliefert, der Fisch kann aber auch direkt in Seewalchen abgeholt werden.

Eine traditionelle Delikatesse der Region, die auch die Hubers anbieten, ist die geräucherte Reinanke. Die Fische werden mit Buchenmoderholz vorsichtig bei anfangs 80 Grad, dann bei 60 Grad je nach Größe eine halbe bis eine Stunde lang schonend geräuchert. Um zu diesen gesunden Spezialitäten von „Finest Fish“ zu kommen, ist ein
Ausflug an den Attersee wegen der herrlichen Landschaft und interessanten Gespräche mit Ulrike Huber anzuraten, aber nicht nötig. Der Weg zu frischem Fisch geht über das Telefon, denn gefangen wird auf Bestellung.


Finest Fish
Fischereimeisterin Ulrike Huber
Hanningweg 6–8, 4863 Seewalchen/Attersee
Tel.: 0664/3361230, www.finestfish.at
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