Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 2/2016 vom 12.01.2016, Fotos: zum wohl/zvg
Rezept: Paprikahenderl mit
„Zum Wohl“-Nockerl:


Zutaten:
4 Hühnerbrüste mit Knochen,
1 große Zwiebel grob gehackt,
1 großer Erdapfel roh, geschält und gewürfelt, 3 EL natives Olivenöl, 4–5 rote Paprika entkernt und grob geschnitten, 1 EL Paradeismark, 20 g Paprikapulver edelsüß,
150 ml laktosefreier Obers, 200 ml laktosefreier Sauerrahm, Salz, Pfeffer,
1/8 l Weißwein, 500 ml Gemüsefond

Zubereitung: Zwiebel und Erdäpfel in Öl glasig anschwitzen, Paprika, Paradeismark und Paprikapulver zugeben und kurz mitrösten, mit 1/8 l Weißwein ablöschen und anschließend mit dem Gemüsefond aufgießen, köcheln lassen, bis der Paprika weich wird und danach pürieren. In der Zwischenzeit die mit Salz und Pfeffer gewürzten Hühnerbrüste in Öl scharf anbraten. Obers und Sauerrahm zur Paprikasauce zugeben und nach Belieben die Paprikasauce abschmecken, die gebratenen Hühnerbrüste für eine halbe Stunde in der Paprikasauce weichziehen lassen.
Für die „Zum Wohl“-Nockerl: Teff, Mais‐und Pfeilwurzmehl mit Eiern, Topfen, Salz, Pfeffer und Muskat zu einem Nockerlteig verarbeiten und wie gewohnt
weiterverarbeiten.
Ein Gasthaus, das alle vertragen
Vor wenigen Monaten eröffneten Christina und Albert Schmidbauer Wiens erstes laktose-
und glutenfreies Gasthaus. Das klingt zwar nach Verzicht, schmeckt aber ausgezeichnet, denn
Genuss und Nahrungsmittelunverträglichkeiten müssen kein Widerspruch sein.
Wer wie Albert Schmidbauer unter Laktose,- Gluten- und Histamin-Unverträglichkeit leidet, weiß aus eigener, meist bitterer Erfahrung, dass es sich dabei nicht um eine „Modeerscheinung“ handelt, wie mitunter spöttisch behauptet wird, sondern um eine für die Betroffenen unangenehme Einschränkung. Vor allem dann, wenn jemand wie Albert Schmidbauer „ein Genussmensch“ ist. „Um in geselliger Tafelrunde nicht mehr nur Karotten knabbern und Wasser trinken zu müssen“, meint der 47jährige, „beschloss ich, gemeinsam mit meiner Frau Christina ein Gasthaus zu eröffnen, in dem ich – und damit alle meine Leidensgenossen – ohne üble Nebenwirkungen Speisen genießen kann.“

Vor zwei Jahren entdeckten die beiden ein leerstehendes Gasthaus in der Wiener Stumpergasse, das vom Grundriss her genau ihren Vorstellungen entsprach. Liebevoll runderneuert, steht nun das Lokal „Zum Wohl“ den Gästen zur Verfügung. Obwohl die Gastronomie für das Paar Schmidbauer Neuland ist, konnte es sowohl bei der Auswahl der hochkarätigen Lieferanten als auch bei jener freundlicher Mitarbeiter seine unternehmerische Kompetenz unter Beweis stellen.

Eigentlich kein Wunder, denn der Betriebswirt Albert Schmidbauer ist seit 1999 Chef des auf Naturprodukte spezialisierten Unternehmens Biogena, das mittlerweile 200 Menschen beschäftigt. Die Natur mit all ihren Facetten war auch für die 38jährige Christina Schmidbauer seit jeher das Lebensthema. Die studierte Humanbiologin war jahrelang in der Krebsforschung tätig, bevor sie ihren Albert kennenlernte, heiratete und eine Familie mit ihm gründete. Inzwischen haben die beiden drei Kinder: den 13jährigen Luis, die zehnjährige Mira und die achtjährige Nika.

Auch der Nachwuchs soll sich im Gasthaus der Eltern wohl fühlen. Deshalb finden sich auf der umfangreichen Karte auch etliche Kinderklassiker wie Würstchen mit Ketchup und hausgemachter Mayonnaise (7,90 Euro), Pasta mit Paprikasauce (8,90 Euro), Hühnerfilet mit Paprikasauce und Petersilerdäpfel (8,90 Euro) oder Palatschinken mit Marillenmarmelade (2,50 Euro) und Topfenknöderl mit Heidelbeerragout (7,60 Euro).

Den Kindern zuliebe und auch um sich selbst einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen, hat Albert Schmidbauer zudem die Ikuna-Indianerwelt in seiner oberösterreichischen Heimat Natternbach mitbegründet. Dort können Groß und Klein in einem originalgetreuen Tipidorf die Kultur der nordamerikanischen Ureinwohner hautnah erleben. Echt „indianisches“ Essen gibt‘s natürlich auch.

In Wien konzentriert sich Küchenchef Patrick Lechner dagegen auf heimische Köstlichkeiten. Der 24jährige Jungkoch will unter Beweis stellen, dass „auch ohne Laktose oder Gluten Geschmack auf den Teller zu bekommen ist.“ Er bereitet köstliche Gasthausklassiker wie Rindsgulasch (11,80 Euro), Paprikahenderl (14,50 Euro) oder Eiernockerl (9,50 Euro) zu. Statt Weizenmehl verwendet er Reis, Mais oder das afrikanische Getreide Teff. Auf der „Zum Wohl“-Karte finden sich vegane, vegetarische oder „flexitarische“ Speisen, also Gerichte mit Fleisch oder Fisch. Das Fleisch kommt vom Biohof Labonca in der Oststeiermark. Das Sonnenschwein mit Buchweizen-Gemüserisotto und Rosmarin (23,90 Euro) ist ein Gedicht. Auch beim Fisch setzt das Paar Schmidbauer auf höchste Qualität, die zu schmecken ist.

Das gebratene Steak vom Stör mit Wurzelgemüse und Basilikumschaum (19,90 Euro) kommt vom Salzburger Spezialzüchter Walter Grüll. Den Bachsaibling liefert das niederösterreichische Fisch-Gut Dornau, der dann mit Paprika-Linsen-Gemüse und geschmorten Kirschparadeisern um 17,40 Euro angeboten wird. Eine preisgünstigere Variante sind die täglich wechselnden zweigängigen Menüs (wahlweise mit Suppe oder Dessert). Zum Beispiel Zucchinicremesuppe und Fisch-Curry mit Basmatireis (10,90 Euro) oder Frühkraut-Eintopf mit Gebäck und Nusspalatschinken als Nachspeise (7,90 Euro).

Die Getränkekarte weist auch einige Spezialitäten auf. „Wie wäre es mit der erfrischenden ‚Helga‘ (0,25 l um 3,70 Euro)“, lacht der Wirt. Das Algengetränk enthält wertvolle Inhaltsstoffe wie Chlorophyll, Vitamin B12 und Eisen.
U. Fuith

Zum Wohl
Albert und Christina Schmidbauer
Stumpergasse 61, 1060 Wien
Tel.: 01/595 31 66
Öffnungszeiten: täglich 8 bis 24 Uhr
www.zumwohl-gastro.com
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung