Haushälterin Eva Kresic:
„Ich würde heute noch
Herrn Alexander bekochen“
„Ich würde heute noch
Herrn Alexander bekochen“
Er war ein Meister der Unterhaltung und einer der beliebesten Künstler.
Dieser Tage wäre Peter Alexander 100 Jahre alt geworden.
Zu diesem Anlass gibt seine Haushälterin Einblicke, wie sein Alltag verlief.
Dieser Tage wäre Peter Alexander 100 Jahre alt geworden.
Zu diesem Anlass gibt seine Haushälterin Einblicke, wie sein Alltag verlief.
Herr Alexander hat mit mir immer gern über seine Fernseh-Shows geplaudert, die Einschaltquoten von bis zu 78 Prozent und fast 40 Millionen Zuschauer im deutschsprachigen Raum hatten. Von solchen Erfolgen wagt heute nicht einmal mehr jemand zu träumen“, sagt Eva Kresic.
Die 79jährige Wienerin war von 1998 bis 2014 Haushälterin und Köchin bei der Familie des am 30. Juni 1926 in Wien geborenen Peter Alexander Ferdinand Maximilian Neumayer. „Nach seinem Tod am 12. Februar 2011 war ich noch drei Jahre lang im Haus angestellt, aber ich habe auch danach noch für seinen Sohn Michael gearbeitet, der 2019 in der Türkei gestorben ist. Ich habe quasi alle vier Familienmitglieder – Frau Alexander, Herrn Alexander, deren Tochter Susi, die 2009 in Thailand mit dem Auto verunglückte, und deren Sohn Michael – begraben“, sagt Kresic. Dann hat sie sich zurückgezogen.
Zum Enkelsohn Philipp, dem einzigen noch lebenden Nachkommen von Peter Alexander, hat sie keinen Kontakt. Auch zu Alexanders Enkeltochter Marlen „Lena“ Neumayer, die im Juli 2023 im Alter von nur 34 Jahren einer schweren Erkrankung erlag, hatte sie kein Naheverhältnis.
„Für den Michi war ich über den Tod des Vaters hinaus da. Er rief mich täglich bis zu fünf Mal an, stets dankbar dafür, dass ich für seinen Papa gesorgt habe“, sagt Kresic, die im Wiener Bezirk Döbling wohnt. Nicht weit davon entfernt, wo einst die Villa des beliebten Unterhaltungs-Künstlers stand. Sie wurde im Jahr 2018 abgerissen. Auf dem 1.500 Quadratmeter großen Grundstück befinden sich heute Luxuswohnungen unter dem Namen „Villetage Alexander“.
Der Tod ihres Chefs traf die Haushälterin, die sonst so schnell nichts umhaut, tief. „Als ich danach die Villa betrat, fühlte sich alles unendlich leer an. Michi wollte das Haus umbauen und ich sollte umräumen und aussortieren, wozu ich in meiner Trauer kaum in der Lage war“, gesteht sie. Aber Herr Alexander habe sie gelehrt, dass Dankbarkeit und Liebe über den Tod hinausgehen.
Er hat es vorgelebt. Seine Frau Hilde starb im Jahr 2003, doch er hat weiterhin jeden Tag die Armbanduhr seiner „Schnurrdiburr“, wie er die Gattin nannte, aufgezogen. „Die beiden waren als Team unschlagbar – er, der Künstler, und sie, die Managerin, die alles geschupft hat. Ich hatte Hochachtung vor dieser Dame, die sich in der von Männern dominierten Branche bis zum Schluss durchgesetzt hat“, erinnert sich die 79jährige an ihre Zeit bei den Alexanders, in der sie viele Prominente, allen voran Peter Alexanders besten Freund, den „Traumschiff“-Erfinder Wolfgang Rademann, kennenlernte.
„,Mensch, Frau Eva, Ihr Schweinsbraten ist der beste‘, hat Herr Rademann immer gesagt“, erzählt die gelernte Schneiderin lachend, die auf der Suche nach einer Nebenbeschäftigung mehr oder weniger zufällig bei den Alexanders gelandet ist.
„Ich habe auf ein Inserat reagiert, mit dem jemand für ,Oma-Dienste‘ gesucht wurde. Aber die Vermittlerin hat gemeint, sie habe etwas Besseres für mich und hat mich an Hilde Alexander weitervermittelt.“
Die Chemie habe von Anfang an gepasst, erinnert sich Eva Kresic. „Als Frau Alexander noch lebte, war meine Verantwortung noch nicht so groß. Zunächst hatte ich von Montag bis Freitag Dienst, am Wochenende gingen die beiden essen. Außer, sie waren krank, dann brachte ich ihnen eine Hühnersuppe vorbei. Und nachdem mein Mann im Jahr 2001 gestorben ist, hat es sich eingebürgert, dass ich jeden Tag in der Villa gearbeitet und gekocht habe.“
Ihre bodenständigen Speisen kamen im Hause Alexander gut an. „Schickimicki-Essen habe ich nie serviert. Meine gebackenen Mäuse nach dem Rezept meiner Oma, die Apfelspalten oder die gewuzelten Nudeln haben alle geliebt“, erzählt die leidenschaftliche Köchin, die in Form von Anekdoten und Rezepten in ihrem neuen Buch „100 Geburtstagswünsche in den Himmel, Chef!“ an Peter Alexander erinnert.
Der Vater des Künstlers war Bankbeamter, seine Mutter die Tochter eines böhmischen Musikalienhändlers. Die schwungvollen böhmischen Melodien lagen Peter Alexander offenkundig im Blut – ein heiterer, bisweilen melancholischer Musikstil, stets mit einem Lächeln, selbst in der Traurigkeit.
Das Gymnasium musste er nach Lausbubenstreichen verlassen, weshalb er seinen Schulabschluss in Znaim im heutigen Tschechien absolvierte, wo der Großvater lebte. Nach dem Krieg wollte er zunächst Medizin studieren, wechselte jedoch bald zur Schauspielerei. Im Jahr 1953 gewann er den Münchener Schlagersänger-Wettbewerb „Bella Musica“, bereits ein Jahr zuvor begann er seine Filmkarriere. Mit „Die Fledermaus“, „Charleys Tante“ und „Im weißen Rössl am Wolfgangsee“ amüsiert er das Publikum bis heute.
Interviews gab er selten, ein „Promi zum Anfassen“ wollte er auch nicht sein. Vielmehr schätzte es der passionierte Fliegenfischer, abseits des Trubels zum Angeln zu gehen oder die Ruhe in seiner Villa in Pörtschach am Wörthersee (K) zu genießen.
Im Jahr 1969 bekam er mit „Peter Alexander serviert Spezialitäten“ die erste eigene Show, es folgte „Peter Alexanders Wunschkonzert“ und „Peter Alexander präsentiert Spezialitäten“. Und in den Neunzigern wurde jährlich zu Weihnachten die „Peter Alexander Show“ gezeigt.
„Trotz seiner Erfolge ist Herr Alexander immer ein umgänglicher Mensch geblieben“, sagt seine Haushälterin. „Er war gebildet, ein Perfektionist und er versprühte einen fast spitzbübischen Charme.“
Die Schicksalsschläge, die Peter Alexander hinnehmen musste, haben ihm jedoch zugesetzt. Zuerst der Verlust seiner Frau Hilde, dann der Unfalltod seiner Tochter Susanne. „Ich habe nicht zugelassen, dass er traurig ist“, versichert Kresic, die ihm die Nachricht vom Tod der Tochter überbringen musste und sicherheitshalber einen Arzt rief, weil sie nicht wusste, wie er reagieren würde. „Er hat nur den Kopf geschüttelt und nichts gesagt. Ich habe ihm vorsichtig angeboten, später wiederzukommen, um am Abend mit ihm gemeinsam Fußball zu schauen. Das haben wir dann auch gemacht.“
Mit einem „Wie geht es Ihnen?“ hat sie ihn danach jeden Tag begrüßt. Und war stets amüsiert, wenn er sie gefragt hat, „na, Frau Eva, was essen wir heute“, denn gemeinsam gegessen haben die beiden nie. „Aber Herr Alexander war bedacht auf sein Gewicht. Bei gewissen Speisen hat er sogar nachgefragt, ob ich Schlagobers zugegeben habe“, erzählt sie schmunzelnd. „Mein Chef hat sich jeden Tag auf die Waage gestellt und manchmal hat er mich gebeten, die Nachspeise wegzulassen.“ Wenn sie ihm dann doch noch eine leichte Topfencreme mit frischen Früchten hingestellt hat, konnte er dem Genuss freilich nicht widerstehen.
„Würde er noch leben, wäre ich noch immer bei ihm und würde ihn bekochen“, ist Kresic überzeugt.
Die 79jährige Wienerin war von 1998 bis 2014 Haushälterin und Köchin bei der Familie des am 30. Juni 1926 in Wien geborenen Peter Alexander Ferdinand Maximilian Neumayer. „Nach seinem Tod am 12. Februar 2011 war ich noch drei Jahre lang im Haus angestellt, aber ich habe auch danach noch für seinen Sohn Michael gearbeitet, der 2019 in der Türkei gestorben ist. Ich habe quasi alle vier Familienmitglieder – Frau Alexander, Herrn Alexander, deren Tochter Susi, die 2009 in Thailand mit dem Auto verunglückte, und deren Sohn Michael – begraben“, sagt Kresic. Dann hat sie sich zurückgezogen.
Zum Enkelsohn Philipp, dem einzigen noch lebenden Nachkommen von Peter Alexander, hat sie keinen Kontakt. Auch zu Alexanders Enkeltochter Marlen „Lena“ Neumayer, die im Juli 2023 im Alter von nur 34 Jahren einer schweren Erkrankung erlag, hatte sie kein Naheverhältnis.
„Für den Michi war ich über den Tod des Vaters hinaus da. Er rief mich täglich bis zu fünf Mal an, stets dankbar dafür, dass ich für seinen Papa gesorgt habe“, sagt Kresic, die im Wiener Bezirk Döbling wohnt. Nicht weit davon entfernt, wo einst die Villa des beliebten Unterhaltungs-Künstlers stand. Sie wurde im Jahr 2018 abgerissen. Auf dem 1.500 Quadratmeter großen Grundstück befinden sich heute Luxuswohnungen unter dem Namen „Villetage Alexander“.
Der Tod ihres Chefs traf die Haushälterin, die sonst so schnell nichts umhaut, tief. „Als ich danach die Villa betrat, fühlte sich alles unendlich leer an. Michi wollte das Haus umbauen und ich sollte umräumen und aussortieren, wozu ich in meiner Trauer kaum in der Lage war“, gesteht sie. Aber Herr Alexander habe sie gelehrt, dass Dankbarkeit und Liebe über den Tod hinausgehen.
Er hat es vorgelebt. Seine Frau Hilde starb im Jahr 2003, doch er hat weiterhin jeden Tag die Armbanduhr seiner „Schnurrdiburr“, wie er die Gattin nannte, aufgezogen. „Die beiden waren als Team unschlagbar – er, der Künstler, und sie, die Managerin, die alles geschupft hat. Ich hatte Hochachtung vor dieser Dame, die sich in der von Männern dominierten Branche bis zum Schluss durchgesetzt hat“, erinnert sich die 79jährige an ihre Zeit bei den Alexanders, in der sie viele Prominente, allen voran Peter Alexanders besten Freund, den „Traumschiff“-Erfinder Wolfgang Rademann, kennenlernte.
„,Mensch, Frau Eva, Ihr Schweinsbraten ist der beste‘, hat Herr Rademann immer gesagt“, erzählt die gelernte Schneiderin lachend, die auf der Suche nach einer Nebenbeschäftigung mehr oder weniger zufällig bei den Alexanders gelandet ist.
„Ich habe auf ein Inserat reagiert, mit dem jemand für ,Oma-Dienste‘ gesucht wurde. Aber die Vermittlerin hat gemeint, sie habe etwas Besseres für mich und hat mich an Hilde Alexander weitervermittelt.“
Die Chemie habe von Anfang an gepasst, erinnert sich Eva Kresic. „Als Frau Alexander noch lebte, war meine Verantwortung noch nicht so groß. Zunächst hatte ich von Montag bis Freitag Dienst, am Wochenende gingen die beiden essen. Außer, sie waren krank, dann brachte ich ihnen eine Hühnersuppe vorbei. Und nachdem mein Mann im Jahr 2001 gestorben ist, hat es sich eingebürgert, dass ich jeden Tag in der Villa gearbeitet und gekocht habe.“
Ihre bodenständigen Speisen kamen im Hause Alexander gut an. „Schickimicki-Essen habe ich nie serviert. Meine gebackenen Mäuse nach dem Rezept meiner Oma, die Apfelspalten oder die gewuzelten Nudeln haben alle geliebt“, erzählt die leidenschaftliche Köchin, die in Form von Anekdoten und Rezepten in ihrem neuen Buch „100 Geburtstagswünsche in den Himmel, Chef!“ an Peter Alexander erinnert.
Der Vater des Künstlers war Bankbeamter, seine Mutter die Tochter eines böhmischen Musikalienhändlers. Die schwungvollen böhmischen Melodien lagen Peter Alexander offenkundig im Blut – ein heiterer, bisweilen melancholischer Musikstil, stets mit einem Lächeln, selbst in der Traurigkeit.
Das Gymnasium musste er nach Lausbubenstreichen verlassen, weshalb er seinen Schulabschluss in Znaim im heutigen Tschechien absolvierte, wo der Großvater lebte. Nach dem Krieg wollte er zunächst Medizin studieren, wechselte jedoch bald zur Schauspielerei. Im Jahr 1953 gewann er den Münchener Schlagersänger-Wettbewerb „Bella Musica“, bereits ein Jahr zuvor begann er seine Filmkarriere. Mit „Die Fledermaus“, „Charleys Tante“ und „Im weißen Rössl am Wolfgangsee“ amüsiert er das Publikum bis heute.
Interviews gab er selten, ein „Promi zum Anfassen“ wollte er auch nicht sein. Vielmehr schätzte es der passionierte Fliegenfischer, abseits des Trubels zum Angeln zu gehen oder die Ruhe in seiner Villa in Pörtschach am Wörthersee (K) zu genießen.
Im Jahr 1969 bekam er mit „Peter Alexander serviert Spezialitäten“ die erste eigene Show, es folgte „Peter Alexanders Wunschkonzert“ und „Peter Alexander präsentiert Spezialitäten“. Und in den Neunzigern wurde jährlich zu Weihnachten die „Peter Alexander Show“ gezeigt.
„Trotz seiner Erfolge ist Herr Alexander immer ein umgänglicher Mensch geblieben“, sagt seine Haushälterin. „Er war gebildet, ein Perfektionist und er versprühte einen fast spitzbübischen Charme.“
Die Schicksalsschläge, die Peter Alexander hinnehmen musste, haben ihm jedoch zugesetzt. Zuerst der Verlust seiner Frau Hilde, dann der Unfalltod seiner Tochter Susanne. „Ich habe nicht zugelassen, dass er traurig ist“, versichert Kresic, die ihm die Nachricht vom Tod der Tochter überbringen musste und sicherheitshalber einen Arzt rief, weil sie nicht wusste, wie er reagieren würde. „Er hat nur den Kopf geschüttelt und nichts gesagt. Ich habe ihm vorsichtig angeboten, später wiederzukommen, um am Abend mit ihm gemeinsam Fußball zu schauen. Das haben wir dann auch gemacht.“
Mit einem „Wie geht es Ihnen?“ hat sie ihn danach jeden Tag begrüßt. Und war stets amüsiert, wenn er sie gefragt hat, „na, Frau Eva, was essen wir heute“, denn gemeinsam gegessen haben die beiden nie. „Aber Herr Alexander war bedacht auf sein Gewicht. Bei gewissen Speisen hat er sogar nachgefragt, ob ich Schlagobers zugegeben habe“, erzählt sie schmunzelnd. „Mein Chef hat sich jeden Tag auf die Waage gestellt und manchmal hat er mich gebeten, die Nachspeise wegzulassen.“ Wenn sie ihm dann doch noch eine leichte Topfencreme mit frischen Früchten hingestellt hat, konnte er dem Genuss freilich nicht widerstehen.
„Würde er noch leben, wäre ich noch immer bei ihm und würde ihn bekochen“, ist Kresic überzeugt.








