Ben Affleck: Der stille Killer
Die Spiel- und Alkoholsucht hat Ben Affleck längst überwunden. Seine zwei Ehen scheiterten trotzdem. Heute genießt der zweifache „Oscar“-Preisträger sein Leben als Single und sitzt am liebsten zu Hause, wo er Filmprojekte plant.
Seine Mutter war Lehrerin, sein Vater ein alkoholkranker Hausmeister. Als Ben Affleck, am 15. August 1972 geboren, elf Jahre alt war, trennten sich die Eltern. Zu diesem Zeitpunkt hatte seine Schauspiel-Karriere bereits begonnen. Die gebildete Mama ging gern ins Theater und nahm ihn und seinen jüngeren Bruder Casey stets mit. Dem Brüderpaar imponierte, was es auf der Bühne sah, das wollten die beiden auch machen.

So kam es, dass Ben schon mit neun Jahren im Fernsehen Kinderrollen spielte. Nach seinem Schulabschluss studierte er Spanisch, was er aber schon bald abbrach. Er wollte um jeden Preis Schauspieler werden. In der US-Stadt Cambridge wohnte in seiner Nähe sein ehemaliger Schulkollege Matt Damon, 55, der ihn in seinem Bestreben unterstützte. Auch er interessierte sich für die Schauspielerei.

Gemeinsam zogen die beiden Freunde nach Los Angeles (USA), um der Traumfabrik Hollywood nahe zu sein. Mehr als kleine Nebenrollen in Fernsehproduktionen konnte Ben Affleck dort freilich nicht ergattern. „Es war frustrierend“, meint er rückblickend. „Naiv, wie ich war, hatte ich es mir viel leichter vorgestellt.“

Bergauf ging‘s erst, als er gemeinsam mit Damon das Drehbuch für „Good Will Hunting“ schrieb. Beide beka-
men an der Seite von Robin Williams (1951–2014) Hauptrollen. Und für ihr Originaldrehbuch wurden sie sogar mit dem „Oscar“ ausgezeichnet.„Damals war ich glücklich“, gesteht Affleck. „Ganz anders als bei meinem zweiten ,Oscar‘ 15 Jahre später.“

Denn für den von ihm produzierten und inszenierten Film „Argo“, in dem er auch die Hauptrolle verkörperte, erhielt er die Auszeichnung „nur“ als Produzent und nicht als Regisseur. „Ich empfand das als Demütigung“, gesteht er. Lockerer nahm der Leinwand-Mime einen Rekord, der andere vermutlich zur Verzweiflung gebracht hätte. Affleck wurde sieben Mal für die „Goldene Himbeere“ als schlechtester Darsteller nominiert und gewann zwei Mal. „Das fand ich eher lustig, zumal ich mich auch in einigen Rollen miserabel fand.“

Privat hat Ben Affleck heute zwei gescheiterte Ehen hinter sich. Aus der mit Jennifer Garner, 54, hat er zwei Töchter, die er „über alles liebt“. Auch die Verbindung mit Jennifer Lopez, 56, hielt nicht. „Sie wollte von einer Party zur nächsten“, meint ihr „Ex“. „Ich mag es lieber ruhig. Wenn ich daheim bin, kann ich ungestört über neue Projekte nachdenken und mir im Fernsehen gute Produktionen ansehen.“

Auf unsere Bildschirme kommt er jetzt in dem Thriller „The Accountant 2“. Wie in Teil eins ist er als Mathematik-Genie zu sehen, das – getarnt als Buchhalter – gefährliche Aufträge übernimmt. Dass er auch mit der Waffe für Gerechtigkeit sorgt, versteht sich von selbst. Dabei kein Aufsehen zu erregen, ist für den „stillen Killer“ selbstverständlich. „Das ist eine meiner Lieblingsrollen“, versichert Affleck. „Ich spiele einen hochbegabten Mann, der in einer grausamen Welt bestehen muss. Notfalls auch mit allen Mitteln.“