Thomas Stipsits: Er liebt das einfache Leben
Dass seine geliebte Oma kürzlich zum Opa in den Himmel zog, traf Thomas Stipsits hart. Doch auf Erden muss für ihn die Show dennoch weitergehen.
Im Gymnasium bewährte er sich zeitweise als Klassenkasperl. „Aber wirklich interessiert hat mich Philosophie“, erinnert sich Thomas Stipsits. „Ich habe deshalb allen Enstes mit dem Gedanken gespielt, Religionslehrer zu werden.“

Der Kelch ging an uns vorbei. Nach absolviertem Zivildienst entschied sich der junge Mann für die Bretter, die ihm bald die Welt bedeuteten. Eine Rolle spielte dabei auch Georg Danzer (1946–2007), der Größte des Austropop. „Den habe ich sehr verehrt, und ich durfte fürs Radio sogar einmal ein Interview mit ihm machen.“

Das ist lange her. Heute gilt Thomas Stipsits als der verlässlichste Quotenbringer für den ORF. Gleichgültig, ob als Kabarettist oder als Schauspieler. Steht eine Verfilmung eines Romans seiner Krimireihe auf dem Programm, lautet die Frage nur noch: Werden mehr als eine Million Menschen zusehen wie etwa beim „Eierkratz-Komplott“ oder knapp weniger?

Dabei lief bei dem am 2. August 1983
in Leoben (Stmk.) geborenen Tausend-
sassa in den vergangenen Jahren nicht alles wie geschmiert. Im Jahr 2021 machte er öffentlich, dass er an einem Burn-out mit Panikattacken leide. Einige Monate betrat er keine Bühne. Geheim hielt er sein Ausgebranntsein aus einem bestimmten Grund nicht: „Ich wollte den Menschen, denen es ähnlich geht, Mut machen. Denn das ist der Beginn der Heilung. Und ich wollte klarstellen, dass eine psychische Erkrankung genauso eine Erkrankung ist wie eine physische.“

Die Scheidung von seiner Frau Katharina Straßer, 42, bedeutete für sein Leben ebenfalls einen Einschnitt. „Aber mit meiner Krankheit hatte das nichts zu tun. Es war bei uns das klassische Auseinanderleben.“ Um die Kinder Emil, 12, und Lieselotte, 8, kümmert sich das Paar abwechselnd. Stipsits ist mittlerweile wieder glücklich liiert.

Ein schwerer Schicksalsschlag ereilte den Künstler am 22. April. Seine geliebte Oma Anna verstarb 86jährig. Sie war für ihn einer der wichtigsten Menschen und die „Vorsitzende der Stinatzer Kopftuchmafia“. Er sagte Termine ab und schrieb im Internet auf Facebook: „Mach‘s gut Oma und lass mir den Opa lieb grüßen.“

Thomas Stipsits lebt abwechselnd in Wien, in Niederösterreich, im südburgenländischen Stinatz und auf der griechischen Insel Karpathos, wo er ein kleines Haus besitzt. „Mein Luxus ist das einfache Leben dort“, meint er.

Am 29. Mai ist Stipsits um 20.15 Uhr in ORF1 im „Kabarettgipfel“ zu sehen. Er stellt dabei unter anderem die Frage, ob man alt ist, wenn der Glatzenansatz mit „Streuhaar“ behandelt wird.