Wenn Hexen feiern
In der Nacht von 30. April auf 1. Mai erwacht ein alter Brauch zu neuem Leben – die Walpurgisnacht. Am Feuer feiern Hexen den Beginn des Sommers und die Kraft der Natur.
Der Wind trägt Rauch über den Burghof. Das Feuer der Fackel knistert in der Abenddämmerung, schwarz gekleidete Hexen ziehen durch das Tor. Es ist kurz vor acht Uhr und für einen Moment steht alles still. Dann erklingt die Trommel zum ersten Tanz.
„Eigentlich wollten wir ein Theaterstück darbieten“, sagt Misha Hollaus, die seit mehr als 30 Jahren mit der Burg Kaprun (Salzburg), nahe Zell am See, verbunden ist. Nun organisiert sie das Spektakel rund um die Walpurgisnacht, die wie jedes Jahr am 30. April gefeiert wird.
Die Pandemie hat die ursprünglichen Pläne durchkreuzt und gleichzeitig etwas Neues hervorgebracht. „Wir sind auf die Hexen umgeschwenkt“, erzählt die Geschäftsführerin. Bei den Mondhexen „Mahina Nohitas“ handelt es sich um eine Gruppe von Frauen aus dem Pongau, die sich seit Jahren den keltischen Brauchtümern widmen.
Was sie auf die Bühne, oder besser gesagt, in den Burg-
hof, bringen, ist jedoch viel mehr als nur Tanz. „Der
Legende nach haben die Hexen in der Walpurgisnacht ein großes Fest am Blocksberg, dem ,Brocken‘ (D), abgehalten. Die Vorstellung wird in Anlehnung daran jedes Jahr neu inszeniert. Im Vordergrund steht die Hexe Walpurga, die Prüfungen bestehen und dunkle Mächte besiegen muss“, beschreibt die 69jährige die Walpurgisnacht als „eine Verschmelzung keltischer Bräuche mit christlich-klösterlichen Traditionen“.
Bei der heiligen Walpurga handelt es sich um eine englische Äbtissin des 8. Jahrhunderts, deren Heiligsprechung im Mittelalter am 1. Mai gefeiert wurde. Die neun Tage davor werden als Walpurgistage bezeichnet.
„Es wird gesagt, dass sie die Tochter von König Richard gewesen sein soll, was aber nicht belegt ist. Sie wurde nach Deutschland verschickt, wo sie sich für Alte und Kranke einsetzte. Bis heute gilt sie als Schutzheilige gegen Pest, Husten und Tollwut. Der Begriff ,Walpurgisnacht‘ leitet sich von ihrem Gedenktag ab“, erklärt Hollaus.
Demgegenüber steht die „Beltane“, ein keltisches Fruchtbarkeitsfest, das den Sommer einläutet. „Beltane soll Liebe, Leidenschaft und die Macht der Natur widerspiegeln. Feuer spielt dabei eine zentrale Rolle, es steht für Licht, Leben und Übergang.“
Genau darum geht es in Kaprun. „Altes loszulassen und Neues zu beginnen“, erklärt Hollaus. Jahreskreis-
feste seien tief in unserer Kultur verankert, „aber zum Teil in Vergessenheit geraten. Deshalb wollen wir die Menschen einladen, diese Feste neu zu entdecken, weil das bereichernd und erdend sein kann.“
Im Burghof wird das Publikum deshalb eingeladen,
aktiv mitzumachen. Besucher bekommen Säckchen, treten ans Feuer und werfen hinein, was sie symbolisch hinter sich lassen wollen.
Wünsche werden formuliert, leise oder laut.
Die mittelalterliche Burg, von der manche Teile mehr als 1.000 Jahre alt sind, bietet die passende Kulisse. „Mit etwas Fantasie können wir uns vorstellen, dass hier früher wirklich Hexen unterwegs waren“, beschreibt Hollaus die Stimmung.
Bis zu 350 Besucher erfreuen sich jedes Jahr an der mystischen Atmosphäre, zu der die Gewänder beitragen. Die meisten Gäste sind verkleidet. Es gibt die Kleidervorschrift „Schwarz“, mittelalterliche Kostüme sind ausdrücklich erwünscht.
„Unsere Besucher bereiten sich richtig gut auf das Fest vor und erscheinen stilgerecht in wunderbaren Druiden- und Hexen-Kostümen“, sagt Hollaus.
Gerne schnappen sich die Hexen Männer und Frauen aus dem Publikum und fordern sie zum Tanz auf. Im Nu bewegen sich hunderte Begeisterte im Burghof, lachen miteinander und lassen sich mitreißen. „Das ist jedes Mal der eindrucksvollste Moment, wenn wir alle gemeinsam feiern und in den Mai hineintanzen.“
Im Rittersaal spielt die Irish Band „Paddy Murphy“ auf, magischer „Hexenpunsch“ (Punsch mit Gewürzen) und „Hexenschleim“ (glitschige Speise) werden angeboten.
Mehrere Wochen Vorbereitung stecken in der Walpurgisnacht. Doch eines bleibt jedes Jahr bis zur letzten Sekunde ungewiss – das Wetter. „Das können wir leider nicht verhexen. Ich habe es schon ein paar Mal probiert, aber es klappt nicht“, meint Hollaus lachend. „Bei uns im Hochgebirge schwingt das Wetter schnell um, innerhalb einer Stunde kann sich alles ändern“, sagt die Organisatorin. Gespielt wird trotzdem. Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre dürfen das Spektakel in Begleitung von Erwachsenen bei freiem Eintritt besuchen.
Eintrittskarten können vorab online,
telefonisch und im Tourismusbüro (€ 22,–) reserviert oder
an der Abendkassa (€ 25,–) erworben werden.
Walpurgisnacht:
auf der Burg Kaprun, Mittwoch, 30. April 2026
Einlass um 19.30 Uhr
Karten: Tel. 0676 565 3012 oder burg-kaprun@sbg.at
„Eigentlich wollten wir ein Theaterstück darbieten“, sagt Misha Hollaus, die seit mehr als 30 Jahren mit der Burg Kaprun (Salzburg), nahe Zell am See, verbunden ist. Nun organisiert sie das Spektakel rund um die Walpurgisnacht, die wie jedes Jahr am 30. April gefeiert wird.
Die Pandemie hat die ursprünglichen Pläne durchkreuzt und gleichzeitig etwas Neues hervorgebracht. „Wir sind auf die Hexen umgeschwenkt“, erzählt die Geschäftsführerin. Bei den Mondhexen „Mahina Nohitas“ handelt es sich um eine Gruppe von Frauen aus dem Pongau, die sich seit Jahren den keltischen Brauchtümern widmen.
Was sie auf die Bühne, oder besser gesagt, in den Burg-
hof, bringen, ist jedoch viel mehr als nur Tanz. „Der
Legende nach haben die Hexen in der Walpurgisnacht ein großes Fest am Blocksberg, dem ,Brocken‘ (D), abgehalten. Die Vorstellung wird in Anlehnung daran jedes Jahr neu inszeniert. Im Vordergrund steht die Hexe Walpurga, die Prüfungen bestehen und dunkle Mächte besiegen muss“, beschreibt die 69jährige die Walpurgisnacht als „eine Verschmelzung keltischer Bräuche mit christlich-klösterlichen Traditionen“.
Bei der heiligen Walpurga handelt es sich um eine englische Äbtissin des 8. Jahrhunderts, deren Heiligsprechung im Mittelalter am 1. Mai gefeiert wurde. Die neun Tage davor werden als Walpurgistage bezeichnet.
„Es wird gesagt, dass sie die Tochter von König Richard gewesen sein soll, was aber nicht belegt ist. Sie wurde nach Deutschland verschickt, wo sie sich für Alte und Kranke einsetzte. Bis heute gilt sie als Schutzheilige gegen Pest, Husten und Tollwut. Der Begriff ,Walpurgisnacht‘ leitet sich von ihrem Gedenktag ab“, erklärt Hollaus.
Demgegenüber steht die „Beltane“, ein keltisches Fruchtbarkeitsfest, das den Sommer einläutet. „Beltane soll Liebe, Leidenschaft und die Macht der Natur widerspiegeln. Feuer spielt dabei eine zentrale Rolle, es steht für Licht, Leben und Übergang.“
Genau darum geht es in Kaprun. „Altes loszulassen und Neues zu beginnen“, erklärt Hollaus. Jahreskreis-
feste seien tief in unserer Kultur verankert, „aber zum Teil in Vergessenheit geraten. Deshalb wollen wir die Menschen einladen, diese Feste neu zu entdecken, weil das bereichernd und erdend sein kann.“
Im Burghof wird das Publikum deshalb eingeladen,
aktiv mitzumachen. Besucher bekommen Säckchen, treten ans Feuer und werfen hinein, was sie symbolisch hinter sich lassen wollen.
Wünsche werden formuliert, leise oder laut.
Die mittelalterliche Burg, von der manche Teile mehr als 1.000 Jahre alt sind, bietet die passende Kulisse. „Mit etwas Fantasie können wir uns vorstellen, dass hier früher wirklich Hexen unterwegs waren“, beschreibt Hollaus die Stimmung.
Bis zu 350 Besucher erfreuen sich jedes Jahr an der mystischen Atmosphäre, zu der die Gewänder beitragen. Die meisten Gäste sind verkleidet. Es gibt die Kleidervorschrift „Schwarz“, mittelalterliche Kostüme sind ausdrücklich erwünscht.
„Unsere Besucher bereiten sich richtig gut auf das Fest vor und erscheinen stilgerecht in wunderbaren Druiden- und Hexen-Kostümen“, sagt Hollaus.
Gerne schnappen sich die Hexen Männer und Frauen aus dem Publikum und fordern sie zum Tanz auf. Im Nu bewegen sich hunderte Begeisterte im Burghof, lachen miteinander und lassen sich mitreißen. „Das ist jedes Mal der eindrucksvollste Moment, wenn wir alle gemeinsam feiern und in den Mai hineintanzen.“
Im Rittersaal spielt die Irish Band „Paddy Murphy“ auf, magischer „Hexenpunsch“ (Punsch mit Gewürzen) und „Hexenschleim“ (glitschige Speise) werden angeboten.
Mehrere Wochen Vorbereitung stecken in der Walpurgisnacht. Doch eines bleibt jedes Jahr bis zur letzten Sekunde ungewiss – das Wetter. „Das können wir leider nicht verhexen. Ich habe es schon ein paar Mal probiert, aber es klappt nicht“, meint Hollaus lachend. „Bei uns im Hochgebirge schwingt das Wetter schnell um, innerhalb einer Stunde kann sich alles ändern“, sagt die Organisatorin. Gespielt wird trotzdem. Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre dürfen das Spektakel in Begleitung von Erwachsenen bei freiem Eintritt besuchen.
Eintrittskarten können vorab online,
telefonisch und im Tourismusbüro (€ 22,–) reserviert oder
an der Abendkassa (€ 25,–) erworben werden.
Walpurgisnacht:
auf der Burg Kaprun, Mittwoch, 30. April 2026
Einlass um 19.30 Uhr
Karten: Tel. 0676 565 3012 oder burg-kaprun@sbg.at








