Zurückziehen und Kraft tanken
Dem Arbeitsstress und dem Alltag entfliehen, und die Batterien wieder aufladen. Das ist für jeden von uns wichtig. Ein Rückzugsort bietet diese Möglichkeit.
„Sobald ich die Hände in die Erde stecke, fällt der Stress ab“
Birgit Unger, 56, Logopädin


Nach einem langen Arbeitstag in der Praxis brauche ich einen Ort, an dem es ruhig ist. Als Logopädin bin ich den ganzen Tag im Gespräch, höre zu, arbeite intensiv mit Sprache und begleite Menschen oft über Monate. Das ist erfüllend, aber manchmal ist mein Kopf am Abend einfach voll. Dann gehe ich hinaus in meinen Garten. Dort kann ich abschalten.

Sobald ich die Hände in die Erde stecke, fällt der Stress von mir ab. Jetzt im April ist mein Garten besonders schön, weil alles langsam wieder zum Leben erwacht.

Im Moment setze ich rosa Primeln und Stiefmütterchen, pflanze erste Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie und bereite die Beete für die kommenden Wochen vor. Für mich ist der Garten wie eine kleine Auszeit vom Alltag. Da will niemand etwas von mir, da geht es nur um Ruhe, Natur und darum, etwas wachsen zu sehen. Das gibt mir unglaublich viel Kraft.“

Nach einem langen Arbeitstag in der Praxis brauche ich einen Ort, an dem es ruhig ist. Als Logopädin bin ich den ganzen Tag im Gespräch, höre zu, arbeite intensiv mit Sprache und begleite Menschen oft über Monate. Das ist erfüllend, aber manchmal ist mein Kopf am Abend einfach voll. Dann gehe ich hinaus in meinen Garten. Dort kann ich abschalten.

Sobald ich die Hände in die Erde stecke, fällt der Stress von mir ab. Jetzt im April ist mein Garten besonders schön, weil alles langsam wieder zum Leben erwacht.

Im Moment setze ich rosa Primeln und Stiefmütterchen, pflanze erste Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie und bereite die Beete für die kommenden Wochen vor. Für mich ist der Garten wie eine kleine Auszeit vom Alltag. Da will niemand etwas von mir, da geht es nur um Ruhe, Natur und darum, etwas wachsen zu sehen. Das gibt mir unglaublich viel Kraft.“


„Meine Modellbahnanlage erstreckt sich fast übers ganze Arbeitszimmer“
Franz Plesar, 75, Pensionist


Mein Rückzugsort ist ganz klar meine Modelleisenbahn. Oft verbringe ich mehrere Stunden bei der Anlage, ohne auf die Uhr zu schauen.

An meinem Prunkstück arbeite ich mittlerweile seit gut zwölf Jahren. Angefangen hat alles mit einer kleinen Rundstrecke und einem Bahnhof, aber im Laufe der Jahre ist sie immer weiter gewachsen. Heute ist meine Modelleisenbahnanlage ungefähr vier Meter lang und rund zweieinhalb Meter breit und nimmt fast das ganze ehemalige Arbeitszimmer ein. Sie enthält ein kleines Dorf mit Bahnhof, mehrere Wohnhäuser, einen Tunnel durch die Berge, Brücken, Waldstücke und natürlich verschiedene Züge.

Besonders stolz bin ich auf den weißen Schnellzug vorne, der über die große Kurve fährt. Auch die kleinen Details sind mir wichtig: Autos, Figuren, Straßenlaternen und die Landschaft habe ich Stück für Stück aufgebaut. Ich schätze, dass mittlerweile zwischen 8.000 und 10.000 Euro in der Anlage stecken. Da ist über die Jahre ganz schön was zusammengekommen – neue Züge, Schienen, Häuser, Elektronik und das ganze Zubehör.“


„Ich lasse den Tag im Lieblingssessel meiner Oma ausklingen“
Doris Mühlbacher, 45, Reinigungskraft


Wenn ich am Abend nach Hause komme, bin ich müde und froh, endlich einmal sitzen zu können. Dieser Sessel ist etwas ganz Besonderes für mich, denn er war schon der Lieblingssessel meiner Oma. Als sie gestorben ist, habe ich ihn übernommen. Früher saß ich als Kind oft bei ihr auf dem Schoß, während sie gelesen oder gestrickt hat. Heute sitze ich selbst hier, mit einem Buch in der Hand, und jedes Mal ist es ein bisschen so, als wäre sie noch bei mir.

Gerade diese Mischung aus Erinnerung und Ruhe macht diesen Platz für mich wertvoll. Die Bücher rund um mich und die Pflanzen am Fenster – all das schafft eine wunderbare Atmosphäre, in der ich sofort abschalten kann.

Oft lese ich hier am Abend ein paar Kapitel, manchmal sitze ich auch einfach nur da und lasse den Tag ausklingen.“


„Wenn mir alles zu viel wird, gehe ich in den Wald“
Ann-Sophie Schierl, 19, Studentin


Ich lebe in einer Wohngemeinschaft in Graz. Bei uns ist immer etwas los. Irgendwer ist ständig da – Mitbewohner, Freunde, Besuch. Ich mag das WG-Leben gern, weil ich nie allein bin. Aber genau deshalb brauche ich auch einen Ort, an dem ich einmal nur für mich sein kann. Wenn mir alles zu viel wird, gehe ich in den Wald. Schon nach ein paar Minuten zwischen den Bäumen merke ich, wie ich ruhiger werde. Im Wald ist es still, ich höre nur die Vögel, das Rascheln der Blätter und manchmal den Wind. Das ist für mich der totale Gegenpol zum oft lauten WG-Alltag.

Dieser Baum hier ist für mich etwas ganz Besonderes. Ich nenne ihn meinen Kraftbaum. Das klingt vielleicht ein bisschen verrückt, aber wenn ich hierherkomme und ihn umarme, habe ich wirklich das Gefühl, neue Energie zu bekommen.“


„Wenn ich meine besten Freunde treffe, fällt aller Stress ab“
Alex Horwath, 34, Vertriebsmitarbeiter


Mein Rückzugsort ist eigentlich kein Ort im klassischen Sinn, sondern meine zwei besten Freunde. Wir kennen uns seit vielen Jahren, haben schon unglaublich viel miteinander erlebt und sind in all der Zeit immer eng verbunden geblieben. Egal wie stressig der Alltag gerade ist – wenn wir uns treffen, fällt alles andere für ein paar Stunden von mir ab“, sagt Alex Horwath.

Die drei sehen sich mindestens ein Mal in der Woche. „Meistens gehen wir gemeinsam etwas essen oder trinken, sitzen zusammen, reden über alles Mögliche und lachen viel“, sagt Björn Kristan, 33, und Stefan Strasser, 35, fügt hinzu: „Bei uns geht es nicht nur um oberflächliche Gespräche, sondern auch darum, ehrlich sagen zu können, wenn etwas gerade nicht gut läuft.“

Auch auf Urlaub fahren die Männer regelmäßig gemeinsam.