Hilde Dalik:
„Ich sehne mich danach, zu garteln“
Im Gartenkrimi „Zuagroast“ (Samstag, 20.15 Uhr, ServusTV) kehrt Hilde Dalik von der Großstadt zur Urlioma ins Südburgenland zurück.
Frau Dalik, im Gartenkrimi „Zuagroast“ wird gegartelt, gelacht, geliebt und gemordet.
Und das alles im idyllischen Südburgenland.
Was hat Ihnen dort am besten gefallen?


Die Region rund um die Gemeinde Buchschachen, dem Ort des Geschehens, ist ein Traum. Wir haben in liebevoll hergerichteten Vierkanthöfen und architektonischen Wunderwerken gedreht. Es war schön, dort zu arbeiten, ich habe fast den Wunsch verspürt, dort zu wohnen, aber vermutlich wäre es mir dann doch etwas zu ruhig dort (lacht).

War Ihnen die Region bereits bekannt?

Meine Großmutter stammt zwar aus dem Burgenland, ich selber war nicht so oft dort.
Ich habe es gerade einmal bis in die flache Landschaft am Neusiedler See und Umgebung geschafft, allerdings nicht bis hinunter in den hügeligen Süden.

Haben Sie sich mit dem Dialekt angefreundet?

Mir wurde es relativ leicht gemacht, weil meine Figur – die Vera Horvath – zwar dort aufgewachsen ist, aber einen großen Teil ihres Lebens in Wien verbracht hat. Deshalb einigten wir uns darauf, dass mein Dialekt kaum hörbar ist, sondern nur eine leichte Färbung hat. Unser Dialekt-Trainer, der burgenländische Kollege Reini Moritz, der den Polizisten spielt, hat stundenlang burgenländisch gesprochen und erklärt, welche Wörter verkürzt oder verlängert werden. Die Frauen, die dem „Klub der grünen Daumen“ angehören, sprechen natürlich perfekt im Dialekt, der Teil der sogenannten „hianzischen“ Mundart ist. Ein Hauptmerkmal ist, dass „u-Laute“ oft zu „ui“ werden, dann wird aus der Kuh eine „Kui“ und aus Bub ein „Bui“.

Der „Klub der grünen Daumen“ spielt eine zentrale Rolle im Film. Haben Sie selbst den berühmten grünen Daumen?

Ich habe ungefähr so einen grünen Daumen, wie ihn die Vera Horvath hat, die zu ihrer Mama sagt, „Mama, ich kann nicht garteln.“ Gerne hätte ich einen grüneren Daumen, aber beruflich ist es für mich schwierig, weil ich ein unregelmäßiges, unstetes Leben führe. Sogar das Basilikum in der Küche braucht Zuwendung und leider vertrocknet es manchmal.
Ich würde wirklich gerne garteln. Meine Großeltern hatten im Marchfeld (NÖ) ein Haus mit einem riesigen Garten mit Obstbäumen und Gemüse.
In Wirklichkeit sehne ich mich schon danach, vielleicht kommt das ja noch und wer weiß, vielleicht gibt es dann ja auch einen „Klub der grünen Daumen“, dem ich beitreten kann.

Dieser Frauen-Klub steht für mehr als nur für die Gartenarbeit …

Ja, und ich finde, dass der „Klub der grünen Daumen“ noch mehr Raum vertragen hätte, geht es doch um den Zusammenhalt der Frauen. Wobei ich glaube, dass wir Frauen ohnehin gut zusammenhalten, aber das wird nicht so wahrgenommen.

Ich selber kenne das nicht, dass Frauen ungut zueinander oder eifersüchtig aufeinander sind. Die sogenannte „Stutenbissigkeit“ ist mir zwar schon bekannt, selber erlebt habe ich so ein Verhalten nie.

Manchmal kann es vielleicht vorkommen, dass die Chemie nicht ganz so gut passt, aber grundsätzlich ist mir stutenbissiges Verhalten fremd. Die Frauen in meinem Umfeld waren immer unterstützend und haben zusammengehalten.

Es kommt vor, dass sich Freundinnen, bewusst oder unbewusst, bei den Kochkünsten messen. Sind Sie eine gute Köchin?

Weder bin ich eine gute Gärtnerin noch eine gute Köchin. Wobei, eine gute Gärtnerin wäre ich vermutlich schon, wenn ich die Zeit und den Garten hätte – und weil ich die Natur liebe. Und was das Kochen betrifft, ist die beste Köchin in der Familie meine Mutter, daran lässt sich nicht rütteln (lacht).

Gibt es eine Speise, die Sie an Ihre Kindheit erinnert?

„Rakott Krumpli“ – das Rezept habe ich von meiner Oma. Das ist eine ungarische Speise, die aus Erdäpfeln, Sauerrahm, Wurst und Eiern besteht und wie ein Auflauf zubereitet wird, bei dem die Zutaten übereinandergeschichtet werden. Weil wir eine große Familie mit unterschiedlichen Bedürfnissen sind, wandeln wir das Rezept auch ab. Wir verwenden manchmal vegane Wurst oder Gemüse zu den Erdäpfeln und statt Sauerrahm machen wir eine Béchamelsoße.

Eines Ihrer jüngsten Projekte, das Sie gemeinsam mit Ihrem Lebensgefährten, dem Schauspieler und Vater Ihrer Tochter, Michael Ostrowski, betreiben, sind die „Klimachecker“-Hörbücher. Darin widmen Sie sich in kindgerecht aufbereiteten Abenteuern dem Umweltschutz.
Was hat Sie dazu bewogen?

Uns beiden ist wichtig, etwas zu tun, das in unserer Macht steht, damit die Welt ein Stückerl besser wird, als wir sie vorgefunden haben. Ich finde, das ist überhaupt das Wichtigste, das wir Menschen tun können. Die Menschen, die nach uns auf dieser Erde sind, sollen nicht noch größere Herausforderungen vorfinden, als wir sie ohnehin schon haben. Wir müssen Verantwortung übernehmen.

Sie sind Mama einer Sechsjährigen. Bald ist Muttertag, welche Bedeutung hat er für Sie?

Für meine Tochter, glaube ich, ist der Muttertag wichtig. Und ich erachte es für wichtig und richtig, unsere Mütter zu ehren. Rituale sind gut, an ihnen können wir uns ein bisschen anhalten.

Was tun Sie für Ihre Fitness und Ihr schlankes Erscheinungsbild?

Das schlanke Erscheinungsbild ist mir relativ wurscht. Mir geht‘s darum, mich gut und gesund zu fühlen. Früher war ich im Fitnessstudio – jetzt habe ich keine Zeit mehr dafür. Gerne würde ich jeden Tag Yoga praktizieren, aber auch das geht sich nicht immer aus. Ich gehe viel, in Wien bin ich fast nur zu Fuß oder mit dem Roller, der kein E-Roller ist, unterwegs. Und ich schaue darauf, nicht zu ungesund zu essen.

Zur Person:

Hilde Dalik, geboren am 13. Juni 1978 in Wien, wuchs in Gießhübl (NÖ) auf. Ihre Schauspiel-Ausbildung absolvierte sie am Konservatorium Wien. Die erste Hauptrolle in einem Kinofilm hatte sie in „Küss mich, Prinzessin“ (2005). Ab 2006 war sie Ensemblemitglied
im Theater an der Josefstadt in Wien.

Im Fernsehen wurde sie durch Rollen in „Die Lottosieger“ (2009–2012) und „Vorstadtweiber“ (2016–2022) bekannt. Seit Ende 2022 ist sie in der ZDF-Serie „Der Bergdoktor“ als Bankerin Karin Bachmeier, mittlerweile Ehefrau von Dr. Gruber (Hans Sigl), zu sehen.

Die Darstellerin setzt sich für soziale Gerechtigkeit,
Geflüchtete und den Klimaschutz ein. Sie lebt in Wien.