Spanierin lebt mit Gesicht einer toten Frau weiter
In Spanien erlitt eine Frau nach einem Insektenstich eine bakterielle Infektion, die ihr Gewebe im Gesicht schädigte. Sie konnte kaum essen, sprechen oder atmen. Das weltweit erste Mal wurde ihr nun in Barcelona (Spanien) Gesichtshaut transplantiert, die ihr zuvor von einer Frau, die Sterbehilfe in Anspruch genommen hatte, gespendet wurde.
Es begann mit einem vermeintlich harmlosen Insektenstich. Doch wie sich später herausstellte, war es für Carme (Name der Patientin aus Datenschutzgründen nicht vollständig erwähnt) der Anfang eines „wahrgewordenen Albtraumes“.
Erreger breiteten sich im gesamten Gesicht aus, eine Nekrose zog massive Gesichtsveränderungen nach sich. Die bakterielle Infektion fraß sich durch das Gewebe, zerstörte Haut, Muskeln und Strukturen. Lebenswichtige Funktionen waren eingeschränkt.
Carme konnte keine Nahrung zu sich nehmen, hatte ein eingeschränktes Sichtfeld und durch das Fehlen eines Nasenteils Schwierigkeiten beim Atmen. Die Spanierin war nicht mehr in der Lage, ein normales Leben zu führen.
„Ich habe es geliebt zu lachen“, sagte sie später. Zu diesem Zeitpunkt war daran gar nicht mehr zu denken. Erst das „Geschenk“ einer fremden Frau sollte ihr das Leben retten. Noch während sich Carme durch ihren Alltag kämpfte, bereiteten Ärzte des Universitätsklinikums Vall d‘Hebron in Barcelona (Spanien) bereits eine Operation vor, die medizinisches Neuland war.
Ein Team aus 100 Spezialisten, darunter Chirurgen, Anästhesisten, Immunologen, Psychiater und Mikrochirurgen, waren Teil des Eingriffes.
Die Mediziner planten, eine Gesichtstransplantation vorzunehmen, bei der das Gewebe zum ersten Mal von einer Spenderin stammte, die sich für Sterbehilfe entschieden hatte – ein Verfahren, das in Spanien erst seit wenigen Jahren legal ist.
Noch vor ihrem Tod traf die Frau die Entscheidung, nicht nur ihre Organe, sondern auch ihr Gesicht zu spenden. „Jemand, der beschlossen hat, zu gehen und im selben Moment jemand anderem ein Weiterleben ermöglicht – das ist ein Maß an Reife, das einen sprachlos macht“, sagt die Transplantationskoordinatorin Dr. Elisabeth
Navas.
Ein Sprecher des Spitals betonte, dass das Verfahren strengen ethischen und rechtlichen Vorgaben entspreche. Über mehrere Monate hinweg bereiteten sich die medizinischen Fachkräfte auf den Eingriff vor. Mithilfe von 3D-Planungen und Simulationen erfolgte eine präzise Zuordnung und Aufbereitung des Gesichtsgewebes. Die Operation selbst wurde im Herbst 2025 durchgeführt und von Dr. Joan Pere Barret, dem Leiter der Abteilung für Plastische Chirurgie und Verbrennungen, geleitet.
Geschlecht, Blutgruppe, Kopfgröße der Spenderin und Empfängerin, alles musste exakt übereinstimmen.
Selbst kleinste Abweichungen konnten über Erfolg oder Scheitern der Transplantation entscheiden.
Der Eingriff dauerte mehr als zwanzig Stunden. Schicht für Schicht wurden Haut, Muskeln, Nerven und Knochen übertragen, verbunden und angepasst. Feinste Gefäße wurden unter dem Mikroskop vernäht. Die Chirurgie leistete „Präzisionsarbeit an der Grenze des Machbaren“. So wurde auch eine teilweise Gesichtsrekonstruktion überhaupt erst möglich.
Über all dem schwebte die Frage, ob Carmes Körper das neue Gesicht annehmen würde. Um eine Gewebeabstoßung zu verhindern, wurden der Patientin daher kontinuierlich Immunsuppressiva verabreicht.
Nach der Operation lag die Spanierin mehrere Wochen auf der Intensivstation. Nur langsam kehrten die Funktionen zurück und die Taubheit legte sich. „Es waren kleine Dinge, die plötzlich wieder groß wurden. Ich konnte sprechen. Ich begann wieder zu essen. Ich konnte plötzlich wieder trinken und einen Kaffee genießen“, freut sie sich. Zusätzlich zum Körperbild wurde auch Carmes Selbstbild geheilt. „Wenn ich jetzt in den Spiegel schaue, sehe ich langsam wieder aus wie ich selbst“, sagt die Spanierin.
Sie begann, wieder auf die Straße zu gehen, ohne Schamgefühl und Angst vor den Blicken anderer. Ein neues Gefühl der Normalität stellte sich ein. Anfang Februar 2026 trat Carme schließlich das erste Mal mit ihrem neuen Gesicht vor die Öffentlichkeit und die Fernsehkameras.
Weltweit wurden bislang nur insgesamt 54 Gesichtstransplantationen durchgeführt, wobei Spanien zu den führenden Ländern im Bereich der Transplantationsmedizin zählt.
Drei von sechs Operationen in Spanien wurden im Universitätsklinikum Vall d‘Hebron durchgeführt, im Jahr 2021 wurde die Euthanasie gesetzlich legalisiert.
Carmes Fall war die bislang erste Gesichtstransplantation von einem Menschen, der Sterbehilfe in Anspruch genommen hat. Der Eingriff gilt als Meilenstein auf dem Gebiet der Transplantations-Chirurgie, da alle Vorbereitungen und Planungsschritte noch am Körper der lebenden Patientin vorgenommen werden konnten. Für Carme ist es mehr als ein medizinischer Erfolg. Es ist ein Neubeginn.
„Meine Heilung macht Fortschritte. Auch, wenn es noch etwas seltsam aussieht, jetzt kann ich wieder lachen.“
Schuh
Erreger breiteten sich im gesamten Gesicht aus, eine Nekrose zog massive Gesichtsveränderungen nach sich. Die bakterielle Infektion fraß sich durch das Gewebe, zerstörte Haut, Muskeln und Strukturen. Lebenswichtige Funktionen waren eingeschränkt.
Carme konnte keine Nahrung zu sich nehmen, hatte ein eingeschränktes Sichtfeld und durch das Fehlen eines Nasenteils Schwierigkeiten beim Atmen. Die Spanierin war nicht mehr in der Lage, ein normales Leben zu führen.
„Ich habe es geliebt zu lachen“, sagte sie später. Zu diesem Zeitpunkt war daran gar nicht mehr zu denken. Erst das „Geschenk“ einer fremden Frau sollte ihr das Leben retten. Noch während sich Carme durch ihren Alltag kämpfte, bereiteten Ärzte des Universitätsklinikums Vall d‘Hebron in Barcelona (Spanien) bereits eine Operation vor, die medizinisches Neuland war.
Ein Team aus 100 Spezialisten, darunter Chirurgen, Anästhesisten, Immunologen, Psychiater und Mikrochirurgen, waren Teil des Eingriffes.
Die Mediziner planten, eine Gesichtstransplantation vorzunehmen, bei der das Gewebe zum ersten Mal von einer Spenderin stammte, die sich für Sterbehilfe entschieden hatte – ein Verfahren, das in Spanien erst seit wenigen Jahren legal ist.
Noch vor ihrem Tod traf die Frau die Entscheidung, nicht nur ihre Organe, sondern auch ihr Gesicht zu spenden. „Jemand, der beschlossen hat, zu gehen und im selben Moment jemand anderem ein Weiterleben ermöglicht – das ist ein Maß an Reife, das einen sprachlos macht“, sagt die Transplantationskoordinatorin Dr. Elisabeth
Navas.
Ein Sprecher des Spitals betonte, dass das Verfahren strengen ethischen und rechtlichen Vorgaben entspreche. Über mehrere Monate hinweg bereiteten sich die medizinischen Fachkräfte auf den Eingriff vor. Mithilfe von 3D-Planungen und Simulationen erfolgte eine präzise Zuordnung und Aufbereitung des Gesichtsgewebes. Die Operation selbst wurde im Herbst 2025 durchgeführt und von Dr. Joan Pere Barret, dem Leiter der Abteilung für Plastische Chirurgie und Verbrennungen, geleitet.
Geschlecht, Blutgruppe, Kopfgröße der Spenderin und Empfängerin, alles musste exakt übereinstimmen.
Selbst kleinste Abweichungen konnten über Erfolg oder Scheitern der Transplantation entscheiden.
Der Eingriff dauerte mehr als zwanzig Stunden. Schicht für Schicht wurden Haut, Muskeln, Nerven und Knochen übertragen, verbunden und angepasst. Feinste Gefäße wurden unter dem Mikroskop vernäht. Die Chirurgie leistete „Präzisionsarbeit an der Grenze des Machbaren“. So wurde auch eine teilweise Gesichtsrekonstruktion überhaupt erst möglich.
Über all dem schwebte die Frage, ob Carmes Körper das neue Gesicht annehmen würde. Um eine Gewebeabstoßung zu verhindern, wurden der Patientin daher kontinuierlich Immunsuppressiva verabreicht.
Nach der Operation lag die Spanierin mehrere Wochen auf der Intensivstation. Nur langsam kehrten die Funktionen zurück und die Taubheit legte sich. „Es waren kleine Dinge, die plötzlich wieder groß wurden. Ich konnte sprechen. Ich begann wieder zu essen. Ich konnte plötzlich wieder trinken und einen Kaffee genießen“, freut sie sich. Zusätzlich zum Körperbild wurde auch Carmes Selbstbild geheilt. „Wenn ich jetzt in den Spiegel schaue, sehe ich langsam wieder aus wie ich selbst“, sagt die Spanierin.
Sie begann, wieder auf die Straße zu gehen, ohne Schamgefühl und Angst vor den Blicken anderer. Ein neues Gefühl der Normalität stellte sich ein. Anfang Februar 2026 trat Carme schließlich das erste Mal mit ihrem neuen Gesicht vor die Öffentlichkeit und die Fernsehkameras.
Weltweit wurden bislang nur insgesamt 54 Gesichtstransplantationen durchgeführt, wobei Spanien zu den führenden Ländern im Bereich der Transplantationsmedizin zählt.
Drei von sechs Operationen in Spanien wurden im Universitätsklinikum Vall d‘Hebron durchgeführt, im Jahr 2021 wurde die Euthanasie gesetzlich legalisiert.
Carmes Fall war die bislang erste Gesichtstransplantation von einem Menschen, der Sterbehilfe in Anspruch genommen hat. Der Eingriff gilt als Meilenstein auf dem Gebiet der Transplantations-Chirurgie, da alle Vorbereitungen und Planungsschritte noch am Körper der lebenden Patientin vorgenommen werden konnten. Für Carme ist es mehr als ein medizinischer Erfolg. Es ist ein Neubeginn.
„Meine Heilung macht Fortschritte. Auch, wenn es noch etwas seltsam aussieht, jetzt kann ich wieder lachen.“
Schuh








