Wo Palmbuschen in den Himmel wachsen
In Zulissen tragen Kinder Palmbuschen, die höher sind als Häuser. Es ist ein alter Brauch.
Schon Tage vor dem Palmsonntag riecht es in Zulissen (OÖ) nach Harz und frischem Grün. Im beschaulichen 150-Seelen-Dorf, nahe der tschechischen Grenze, herrscht geschäftiges Treiben.
In den Höfen wird geschleppt, gebunden und balanciert. Es entstehen Palmbuschen, die in die Höhe wachsen – wie kleine Bäume.
„Das liegt an unserer Geschichte“, sagt Bettina Preinfalk, 45, vom Tourismusverein Rainbach und blickt über das bunte Treiben. „Vor den Kriegen sind die Menschen von hier nach Oberhaid in Böhmen zur Schule und in die Kirche gegangen – das ist nur etwa drei Kilometer Luftlinie entfernt. Von dort haben sie den Brauch mitgebracht.“ Den Brauch des „Palm-Tragens“.
Die Konstruktion eines Zulisser Palmbuschens gleicht einer kleinen statischen Meisterleistung. Die Basis bilden bis zu fünf Meter lange Haselnussstangen. Darauf wird Schicht um Schicht gebunden: Segenbaum (Wacholder) und Buchsbaum als Zeichen des Lebens, dazu weiche Palmkätzchen und duftendes Tannenreisig. Feine Lärchenzweige geben der Stange Halt und Form. Am oberen Ende thront ein Kreuz aus Tannenzweigen, geschmückt mit bunten Bändern, Fähnchen und handgefertigten Kreppblumen. „Die Zierde ist wichtig“, betont Preinfalk. „Jedes Detail steht für die Hoffnung auf ein gutes Jahr.“
Für die Kinder ist der Palmsonntag der Höhepunkt des Jahres. Der „Palm“ von Jonas Stumbauer, 12, ragt über die Hausdächer hinaus. Er umfasst die Stange mit beiden Händen. „Ich brauche schon ordentlich Kraft, um sie zu halten“, sagt er und lacht. „Aber es ist ein super Gefühl, wenn ich damit durch den Ort gehe. Ich darf nur nicht wackeln.“
Am Palmsonntag wird der rund 500 Meter lange Weg vom Seniorenheim in Rainbach bis zur Pfarrkirche zur Bühne. Der Musikverein Zulissen spielt auf, dahinter setzt sich der Zug der Besucher in Bewegung. In der Kirche drängen sich die Gläubigen. Die Träger stellen sich mit ihren Gebinden vor dem Altar auf. Ein Balanceakt und ein stiller Moment zugleich.
Nach der Messe werden die geweihten Stangen zerlegt und in kleinere Büschel geteilt. Einige finden ihren Platz im Herrgottswinkel, andere werden auf den Feldern ausgebracht. „Das ist unser Dank“, sagt Preinfalk. „Und gleichzeitig die Bitte um eine gute Ernte.“ morri
In den Höfen wird geschleppt, gebunden und balanciert. Es entstehen Palmbuschen, die in die Höhe wachsen – wie kleine Bäume.
„Das liegt an unserer Geschichte“, sagt Bettina Preinfalk, 45, vom Tourismusverein Rainbach und blickt über das bunte Treiben. „Vor den Kriegen sind die Menschen von hier nach Oberhaid in Böhmen zur Schule und in die Kirche gegangen – das ist nur etwa drei Kilometer Luftlinie entfernt. Von dort haben sie den Brauch mitgebracht.“ Den Brauch des „Palm-Tragens“.
Die Konstruktion eines Zulisser Palmbuschens gleicht einer kleinen statischen Meisterleistung. Die Basis bilden bis zu fünf Meter lange Haselnussstangen. Darauf wird Schicht um Schicht gebunden: Segenbaum (Wacholder) und Buchsbaum als Zeichen des Lebens, dazu weiche Palmkätzchen und duftendes Tannenreisig. Feine Lärchenzweige geben der Stange Halt und Form. Am oberen Ende thront ein Kreuz aus Tannenzweigen, geschmückt mit bunten Bändern, Fähnchen und handgefertigten Kreppblumen. „Die Zierde ist wichtig“, betont Preinfalk. „Jedes Detail steht für die Hoffnung auf ein gutes Jahr.“
Für die Kinder ist der Palmsonntag der Höhepunkt des Jahres. Der „Palm“ von Jonas Stumbauer, 12, ragt über die Hausdächer hinaus. Er umfasst die Stange mit beiden Händen. „Ich brauche schon ordentlich Kraft, um sie zu halten“, sagt er und lacht. „Aber es ist ein super Gefühl, wenn ich damit durch den Ort gehe. Ich darf nur nicht wackeln.“
Am Palmsonntag wird der rund 500 Meter lange Weg vom Seniorenheim in Rainbach bis zur Pfarrkirche zur Bühne. Der Musikverein Zulissen spielt auf, dahinter setzt sich der Zug der Besucher in Bewegung. In der Kirche drängen sich die Gläubigen. Die Träger stellen sich mit ihren Gebinden vor dem Altar auf. Ein Balanceakt und ein stiller Moment zugleich.
Nach der Messe werden die geweihten Stangen zerlegt und in kleinere Büschel geteilt. Einige finden ihren Platz im Herrgottswinkel, andere werden auf den Feldern ausgebracht. „Das ist unser Dank“, sagt Preinfalk. „Und gleichzeitig die Bitte um eine gute Ernte.“ morri








