Wärme sorgt für weiße Pracht
Das neue Jahr bringt feuchte Luft und damit reichlich Neuschnee in den Bergen. Davon profitiert auch das Dreiländereck (K), wo nach einem Jahr Pause die Lifte wieder in Betrieb sind.
Wir erleben heuer ein klassisches Schnee-Paradoxon“, erklärt David Kaufmann vom Wetterdienst Tauernwetter.at. „Obwohl der Jänner laut unseren Modellen mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad zu mild ausfällt, wird er in den Alpen überdurchschnittlich schneereich – gerade weil die Luft wärmer ist.“
Der erste Monat des neuen Jahres bringt den langfristigen Modellen zufolge einen deutlichen Atlantikeinfluss mit sogenannten Italien-Tiefdruckgebieten. Sie kommen in rascher Folge heran und treffen oft mit voller Wucht auf den Alpenbogen.
Statt stabiler Hochdruckkälte bedeutet das dynamische Tiefdrucklagen, die milde, aber feuchte Luft ins Land bringen. „Das Entscheidende dabei ist, dass die warme Luft mehr Feuchtigkeit halten kann“, erklärt Kaufmann. „Wenn diese Luftmassen auf die kalten Höhenlagen der Alpen prallen, wird diese Feuchtigkeit in Form von Schnee regelrecht ausgepresst.“
Besonders begünstigt von dieser Wettersituation werden die Staulagen im Westen und Süden unseres Landes sein. Dazu gehören die Arlberg-Region, Vorarlberg, das Mölltal (K), Osttirol und die Karnischen Alpen.
Dort ist mit reichlich Nachschub an weißer Winterpracht zu rechnen. Ein meteorologisches Phänomen verhilft dabei sogar den tiefer gelegenen Tälern zu einer Schneedecke. Das ist die Isothermie, also Niederschlagsabkühlung, sie sorgt dafür, dass es trotz Plusgraden in engen Alpentälern bis in die Niederungen schneit.
Anders ist die Situation im Osten unseres Landes. Zwischen Linz, Wien und Eisenstadt werden Regen und Wind dominieren. Schnee bleibt hier ein flüchtiger Gast, allenfalls bei kurzen Kälterückfällen.
Aber jenseits von 1.500 Metern stehen die Zeichen auf Traumbedingungen. „Der feuchte Neuschnee verdichtet sich besonders gut und bildet eine perfekte Pistenbasis“, erklärt Kaufmann.
„Schigebiete wie Obertauern, der Arlberg, Ischgl oder die Gletscher in Kärnten profitieren davon enorm.“ Unter 1.000 Metern hingegen wird das Zeitfenster für den Wintersport schmal. Regenphasen, Tauwetter und instabile Schneedecken machen die Lage wechselhaft. Kurz gesagt, wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte hoch gelegene Gebiete ansteuern.
Der Wetterexperte Kaufmann fasst es so zusammen: „Der Jänner wird kein Monat für Frostfreunde, aber ein Geschenk für Schifahrer – vorausgesetzt, sie befinden sich oberhalb der Schneefallgrenze.“ Und die liegt heuer meist zwischen 800 und 1.200 Metern.
Das bedeutet unter anderem Traumbedingungen für das Schigebiet Dreiländereck in Kärnten, Italien und Slowenien, das bis auf 1.600 Meter Seehöhe reicht. Denn dort blieben im vergangenen Winter die Lifte stehen.
Die Betreibergesellschaft musste im März 2024 Insolvenz anmelden. Schulden von rund 3,1 Millionen Euro, dazu ein schlechter Winter mit wenig Schnee und hohe Stromkosten trafen das traditionsreiche Schigebiet schwer. Das Ende schien gekommen zu sein.
Doch dann gab es eine überraschende Wende. Der Unternehmer Andreas Blüm übernahm den Betrieb gemeinsam mit dem früheren Chef des Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds Erhard Juritsch und der Marktgemeinde Arnoldstein. Die neue Betreibergesellschaft, die 3L-Bergbahnen GmbH, ist vollständig in Kärntner Hand. Blüm hält 90 Prozent der Anteile, Gemeinde und Juritsch jeweils fünf. Heuer flossen bereits rund 1,5 Millionen Euro in die Sanierung der Liftanlagen, der Tal- und Bergstationen und in neue Infrastruktur.
Weitere zwei bis drei Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren folgen. Mitte Dezember wurde der Schibetrieb aufgenommen. Sieben Lifte und 15 Pistenkilometer stehen den Freizeitsportlern zur Verfügung. Wobei die neuen Herren ein klares Ziel verfolgen. Sie wollen ein familiäres Schigebiet für Anfänger, Kinder und Genießer sein.
Die Preise für eine Tageskarte liegen bei 49 Euro für Erwachsene, 24,50 Euro für Kinder und 36,50 Euro für Studenten.
„Für unsere Kinder bedeutet die Wiedereröffnung, dass sie nach der Schule wieder auf den Berg hinauf können. Sie können wieder an Schikursen und Vereinstrainings teilnehmen“, freut sich Bürgermeister Reinhard Antolitsch (SPÖ) von der Marktgemeinde Arnoldstein. morri
Kluge tragen auch beim Rodeln einen Helm
In Italien gilt seit 1. November eine Helmpflicht für alle Schifahrer, Snowboarder und Schlittenfahrer. Bei Verstößen drohen Strafen ab 150 Euro sowie der Entzug des Schipasses.
Bei uns gilt mit Ausnahme von Tirol und Vorarlberg nur für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre Helmpflicht.
Auch ohne Zwang und Strafen liegt nun die Helmtragequote bei den Schifahrern laut einer aktuellen Erhebung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) bei 96 Prozent. Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin für Sport- und Freizeitsicherheit im KFV, warnt aber vor einem falschen Sicherheitsgefühl. „Das Tempo spielt bei einem Aufprall eine große Rolle. Ein Schihelm schützt vor Kopfverletzungen, aber nur bis zu einer Geschwindigkeit von rund 25 km/h.“
Besorgniserregend ist laut KFV die Situation beim Rodeln. Nur ein Drittel aller Rodler trägt einen Helm. Jährlich müssen rund 2.100 Menschen nach Rodelunfällen im Spital behandelt werden. Acht Prozent ihrer Verletzungen betreffen den Kopf. In dieser Saison gab es bereits mehrere tödliche Rodelunfälle. Das KFV fordert daher eine landesweite Helmpflicht für Kinder.
Der erste Monat des neuen Jahres bringt den langfristigen Modellen zufolge einen deutlichen Atlantikeinfluss mit sogenannten Italien-Tiefdruckgebieten. Sie kommen in rascher Folge heran und treffen oft mit voller Wucht auf den Alpenbogen.
Statt stabiler Hochdruckkälte bedeutet das dynamische Tiefdrucklagen, die milde, aber feuchte Luft ins Land bringen. „Das Entscheidende dabei ist, dass die warme Luft mehr Feuchtigkeit halten kann“, erklärt Kaufmann. „Wenn diese Luftmassen auf die kalten Höhenlagen der Alpen prallen, wird diese Feuchtigkeit in Form von Schnee regelrecht ausgepresst.“
Besonders begünstigt von dieser Wettersituation werden die Staulagen im Westen und Süden unseres Landes sein. Dazu gehören die Arlberg-Region, Vorarlberg, das Mölltal (K), Osttirol und die Karnischen Alpen.
Dort ist mit reichlich Nachschub an weißer Winterpracht zu rechnen. Ein meteorologisches Phänomen verhilft dabei sogar den tiefer gelegenen Tälern zu einer Schneedecke. Das ist die Isothermie, also Niederschlagsabkühlung, sie sorgt dafür, dass es trotz Plusgraden in engen Alpentälern bis in die Niederungen schneit.
Anders ist die Situation im Osten unseres Landes. Zwischen Linz, Wien und Eisenstadt werden Regen und Wind dominieren. Schnee bleibt hier ein flüchtiger Gast, allenfalls bei kurzen Kälterückfällen.
Aber jenseits von 1.500 Metern stehen die Zeichen auf Traumbedingungen. „Der feuchte Neuschnee verdichtet sich besonders gut und bildet eine perfekte Pistenbasis“, erklärt Kaufmann.
„Schigebiete wie Obertauern, der Arlberg, Ischgl oder die Gletscher in Kärnten profitieren davon enorm.“ Unter 1.000 Metern hingegen wird das Zeitfenster für den Wintersport schmal. Regenphasen, Tauwetter und instabile Schneedecken machen die Lage wechselhaft. Kurz gesagt, wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte hoch gelegene Gebiete ansteuern.
Der Wetterexperte Kaufmann fasst es so zusammen: „Der Jänner wird kein Monat für Frostfreunde, aber ein Geschenk für Schifahrer – vorausgesetzt, sie befinden sich oberhalb der Schneefallgrenze.“ Und die liegt heuer meist zwischen 800 und 1.200 Metern.
Das bedeutet unter anderem Traumbedingungen für das Schigebiet Dreiländereck in Kärnten, Italien und Slowenien, das bis auf 1.600 Meter Seehöhe reicht. Denn dort blieben im vergangenen Winter die Lifte stehen.
Die Betreibergesellschaft musste im März 2024 Insolvenz anmelden. Schulden von rund 3,1 Millionen Euro, dazu ein schlechter Winter mit wenig Schnee und hohe Stromkosten trafen das traditionsreiche Schigebiet schwer. Das Ende schien gekommen zu sein.
Doch dann gab es eine überraschende Wende. Der Unternehmer Andreas Blüm übernahm den Betrieb gemeinsam mit dem früheren Chef des Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds Erhard Juritsch und der Marktgemeinde Arnoldstein. Die neue Betreibergesellschaft, die 3L-Bergbahnen GmbH, ist vollständig in Kärntner Hand. Blüm hält 90 Prozent der Anteile, Gemeinde und Juritsch jeweils fünf. Heuer flossen bereits rund 1,5 Millionen Euro in die Sanierung der Liftanlagen, der Tal- und Bergstationen und in neue Infrastruktur.
Weitere zwei bis drei Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren folgen. Mitte Dezember wurde der Schibetrieb aufgenommen. Sieben Lifte und 15 Pistenkilometer stehen den Freizeitsportlern zur Verfügung. Wobei die neuen Herren ein klares Ziel verfolgen. Sie wollen ein familiäres Schigebiet für Anfänger, Kinder und Genießer sein.
Die Preise für eine Tageskarte liegen bei 49 Euro für Erwachsene, 24,50 Euro für Kinder und 36,50 Euro für Studenten.
„Für unsere Kinder bedeutet die Wiedereröffnung, dass sie nach der Schule wieder auf den Berg hinauf können. Sie können wieder an Schikursen und Vereinstrainings teilnehmen“, freut sich Bürgermeister Reinhard Antolitsch (SPÖ) von der Marktgemeinde Arnoldstein. morri
Kluge tragen auch beim Rodeln einen Helm
In Italien gilt seit 1. November eine Helmpflicht für alle Schifahrer, Snowboarder und Schlittenfahrer. Bei Verstößen drohen Strafen ab 150 Euro sowie der Entzug des Schipasses.
Bei uns gilt mit Ausnahme von Tirol und Vorarlberg nur für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre Helmpflicht.
Auch ohne Zwang und Strafen liegt nun die Helmtragequote bei den Schifahrern laut einer aktuellen Erhebung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) bei 96 Prozent. Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin für Sport- und Freizeitsicherheit im KFV, warnt aber vor einem falschen Sicherheitsgefühl. „Das Tempo spielt bei einem Aufprall eine große Rolle. Ein Schihelm schützt vor Kopfverletzungen, aber nur bis zu einer Geschwindigkeit von rund 25 km/h.“
Besorgniserregend ist laut KFV die Situation beim Rodeln. Nur ein Drittel aller Rodler trägt einen Helm. Jährlich müssen rund 2.100 Menschen nach Rodelunfällen im Spital behandelt werden. Acht Prozent ihrer Verletzungen betreffen den Kopf. In dieser Saison gab es bereits mehrere tödliche Rodelunfälle. Das KFV fordert daher eine landesweite Helmpflicht für Kinder.








