Florian David Fitz, 51:
„Meine Kinder sind mein Abenteuer“
Diesmal ist er gleich in zwei Filmen hintereinander zu sehen. Doch die wahren Abenteuer erlebt Florian David Fitz daheim.
Ich war ein Einzelgänger, ein Außenseiter“, erinnert sich der am 20. November 1974 in München (D) geborene Florian David Fitz an seine Kindheit. „Ich hatte nur einen guten Freund und meine Lego-Kiste.“ Und trotzdem wurde er ein erfolgreicher Schauspieler.

Das war im Grunde nur logisch. Schließlich stammt der Feschak aus der bayerischen Schauspiel-Dynastie um Veronika, Lisa und Michael Fitz. Zwar half er während seiner Zeit im Gymnasium noch zeitweise als Nachtportier im Hotel seiner Eltern aus – „Ich bin meistens eingeschlafen“ –, aber nach der Matura hielt ihn nichts mehr in München.

Er fuhr nach Amerika, wo er in der Großstadt Boston Schauspiel und Gesang studierte. Sicherheitshalber nahm er nach seiner Rückkehr in seine Heimat auch noch mimischen Privatunterricht. Trotzdem wurde er bei seinem Vorsprechen im Deutschen Theater in Berlin abgelehnt. Es war nicht die einzige Absage, die er in dieser Zeit ein- und wegstecken musste. „Das ist zum Glück lange her“, meint er. „Aber das Scheitern gehört einfach dazu. Es fühlt sich auf Anhieb allerdings schrecklich an. Niemand will abgelehnt werden.“

Der Durchbruch zu einem hohen Bekanntheitsgrad gelang Florian David Fitz dann in den Jahren 2007 bis 2010 durch seine Rolle in „Doctor‘s Diary“. Und im Kino landete er mit dem Film „Vincent will Meer“, für den er auch das Drehbuch verfasst hat, einen Riesenerfolg.

Er wurde mit einem „Bambi“ ausgezeichnet und erhielt den „Bayerischen Filmpreis“ als bester Hauptdarsteller.

Seitdem zählt Fitz nicht nur zu den Darstellern, die für gute Quoten im Fernsehen sorgen, sondern auch zu jenen, die die Kinokassen zum Klingeln bringen. Das hält bis heute an, er zieht eine in der Riege deutschsprachiger Schauspieler fast abenteuerlich positive Bilanz.

Das setzt sich in seinem Privatleben fort, über das er wenig preisgibt. „Abseits der Kamera sind meine Kinder mein Abenteuer“, verrät er, der vor sechs Jahren Papa von Zwillingen wurde. „Ich empfinde mich als späten Vater, der gern ein bisschen jünger wäre. Etwa wenn ich mich mit einem Buch auf das Sofa lege, und dann kommen die beiden, werfen sich auf mich und verwenden mich als Sofa.“

Der „späte Papa“ – der Name der Mama bleibt geheim – gibt zu, dass er sich, bevor es soweit war, ängstlich gefühlt habe, aber: „Das Schöne daran ist, dass es in der Sekunde verfliegt, wenn es Wirklichkeit wird.“

Jetzt will er das Aufwachsen seines Nachwuchses richtig mitbekommen. „Die Freizeit wird dadurch minimal. Soll sein. Meine Eltern haben mir eine große Sicherheit vermittelt, und die möchte ich weitergeben.“

Kinder sind auch die Hauptfiguren in zwei Florian-David-Fitz-Filmen, die ORF1 jetzt an einem Abend hintereinander ins Programm rückt. Im ersten – „Wochenendrebellen“ – geht es um einen autistischen Sohn, im zweiten – „Oskars Kleid“ – um einen neunjährigen Buben, der am liebsten Mädchenkleider trägt.