John Malkovich, 70, hat einen großen Wunsch: „Für meine Enkelin möchte ich uralt werden“
Seine Familie ist ihm längst wichtiger als berufliche Erfolge. Im Thriller „Arkansas“ auf Tele 5 sehen wir den Mimen jetzt als Handlanger eines Drogenkönigs.
Am 9. Dezember des vergangenen Jahres wurde John Malkovich 70 Jahre alt. Sein Blick auf sein Leben hatte sich allerdings schon eineinhalb Jahre vor seinem runden Geburtstag entscheidend geändert.

„Zu den Alten zu zählen, störte mich nie“, betont er. „Dass die Zeit, die einem noch bleibt, mit den Jahren beständig kürzer wird, gehört zu unserem Dasein. Angst vor dem Tod, der etwas ganz Natürliches ist, hatte ich nicht. Doch dann wurde ich vor zwei Jahren Großvater, und plötzlich nahm meine Sehnsucht nach Leben neue Ausmaße an. Die Geburt meiner Enkelin bewirkte, dass ich mir auf einmal wünschte, uralt zu werden. Ich möchte sie beim Aufwachsen begleiten, will dabei sein, wenn sie groß wird und erwachsen und selbst Kinder bekommt. Aber das wird sich für mich leider nicht ausgehen, so lang lebe ich sicher nicht. Ich wäre schon zufrieden, wenn ich noch ein paar Jahre sehen könnte, wie die Kleine die Welt entdeckt – und dabei selbst wieder ein bisschen zum Kind werden dürfte.“

Seine eigene Kindheit verbrachte John Malkovich in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Illinois. Sein Vater war Naturschutzdirektor, seine Mutter Besitzerin einer kleinen Tageszeitung. Er hatte vier Geschwister, die ihn aufgrund seiner Lebhaftigkeit einen „verrückten Hund“ nannten.

„Das war ich wohl wirklich“, sagt Malkovich und lacht. „Trotzdem habe ich nach der Schule zunächst brav Biologie studiert, um meinen Eltern eine Freude zu machen. Das funktionierte aber nicht lang, die Schauspielerei zog mich an wie ein Magnet.“

Also landete er in Chicago, wo er mit einem Kollegen das „Steppenwolf Theatre“ gründete, das bald als die beste experimentelle Kleinbühne des Landes galt. Seine nächste Station war der Broadway in New York, dann kam Hollywood. „Ich wollte nicht berühmt werden“, versichert Malkovich. „Dass ich es wurde, lag an etlichen Zufällen, für die ich dem Schicksal dankbar bin.“

Hauptrollen in Filmen wie „Gefährliche Liebschaften“ und „In the Line of Fire“ machten ihn zur Legende. Dass er es bisher nur zu „Oscar“-Nominierungen brachte, ärgert ihn nicht. „Um den ,goldenen Buben‘ tatsächlich zu bekommen, habe ich wahrscheinlich zu viele unsympathische Rollen gespielt“, meint er.

Wichtiger als sein Beruf ist ihm seit längerer Zeit ohnehin sein Privatleben. Nach einer gescheiterten Ehe traf er 1989 auf „die Frau seines Lebens“, auf die Regisseurin Nicoletta Peyran, 67. Der gemeinsame Sohn Loewy, 32, studiert noch und demonstriert gerne gegen Donald Trump, seine Schwester Amandine, 34, arbeitet in einem Lebensmittelgeschäft.

„Warum nicht, wenn es ihr Spaß macht?“, fragt der Papa. „Sie hat eben gerne Kontakt mit echten Menschen – und nicht mit irgendwelchen Typen aus diesen sozialen Medien.“