Anke Engelke: „Ich lache zu oft“
Sie liebt es, andere und auch sich selbst zum Lachen zu bringen. Mit ihrer Version des Kinderbuchklassikers „Die Häschenschule“ gelang ihr das nicht, sie löste damit bei den Bauern Empörung aus.
So richtig bekannt wurde Anke Engelke bei uns erst, als sie 2004 von Harald Schmidt, 66, dessen satirische Nachtshow übernahm und mit „Anke Late Night“ phänomenal baden ging. Dabei hatte sie zuvor in Deutschland bereits beachtliche Erfolge gefeiert. Etwa auf SAT1 mit den Sketch-Shows „Die Wochenshow“ und „Ladykracher“.

Dass die am 21.12.1965 in Montreal (Kanada) geborene Tochter eines Lufthansa-Managers und einer Fremdsprachenkorrespondentin überhaupt im Showgeschäft landete, nahm seinen Anfang im Kinderchor ihrer Schule.

„Dieser Chor war so beliebt, dass wir sogar Udo Jürgens bei einem seiner Konzerte begleiten durften“, erinnert sich Engelke. „Ich saß neben ihm am Klavier und wir sangen einige Passagen im Duett.“

Danach wurde sie von einer Radiostation als Moderatorin für Kindersendungen engagiert. Der Wechsel zum Fernsehen ließ für das begabte Mädchen nicht lang auf sich warten. Und so wurde Engelke im Laufe der Jahre, was sie heute ist: Moderatorin, Schauspielerin, Musikerin, Komikerin
und Synchronsprecherin.

Als Schauspielerin sehen wir die Mutter der drei Kinder Emma, 28, Lasse, 18, und Aaron, 15, jetzt in der Filmkomödie „Eingeschlossene Gesellschaft“. In der in einer Schule handelnden Geschichte verkörpert Engelke eine von den Schülern verabscheute Lehrerin. „Ich bin da eine echt widerliche Person“, meint sie. „Trotzdem hatte ich bei der Arbeit eine Mordsgaudi. Als Komikerin sollte ich eigentlich nur das Publikum zum Lachen bringen, aber ich lache auch selbst wahnsinnig gern. Ich glaube sogar, ich lache zu oft (lacht).“

Diese Fröhlichkeit verging der zwei Mal geschiedenen Darstellerin ein wenig, als sie Anfang des Jahres eine Neufassung des Kinderbuchklassikers „Die Häschenschule“ auf den Markt brachte.

Im Original lernen die Hasen, wie sie sich vor dem bösen Fuchs schützen können. In der Engelke-Version wird der Fuchs zum „Guten“, er ist Veganer und frisst nur Karotten. Die Feinde sind nun die Bauern, die Gift auf ihre Felder sprühen.

„Den Menschen zum Bösen zu machen, war die Idee des Verlages“, so die Autorin. „Das musste ich akzeptieren.“