Judith Hoersch, 43, hilft wieder als Hebamme. „Lena Lorenz: Vertauscht“ Mittwoch, 10.4. ORF 2.
Seitdem Judith Hoersch 2019 Mutter einer Tochter wurde, ist sie eine andere. Stets perfekt zu sein, ist unwichtig, das hat sie bei ihrer Tochter gelernt.
Frau Hoersch, die neue Staffel von „Lena Lorenz“ umfasst erstmals sechs Folgen. Wieso?

Es ist die zehnte Staffel, wir haben also ein kleines Jubiläum. Aber ich glaube, der Hauptgrund ist, dass die Reihe bei den Menschen konstant gut ankommt. Und dass obendrein ein beachtlicher Teil unseres Publikums jung ist. In einer Zeit, in der sich im Fernsehen alles „verjüngen“ soll, wo viele Sendungen eingestellt werden, bin ich daher umso glücklicher, dass wir mit dieser Reihe anscheinend einen Nerv getroffen haben.

Was macht Ihrer Meinung nach den anhaltenden Erfolg von „Lena Lorenz“ aus?

Ich denke, die Serie wird immer aktuell sein und immer spannende Themen haben, weil eine Familiengründung eben jeden berührt und beschäftigt. Und die Episodengeschichten sind so unterschiedlich wie das Leben selbst. Dazu kommt, dass die Familie Lorenz und alle in ihrem Umfeld so nahbar sind, so fehlbar, so echt. Man will einfach wissen, wie Lena es schafft, Kind, Familie, Beruf und die Liebe unter einen Hut zu bringen. Zugegeben, es ist eine Heimatserie, aber sie wartet dennoch mit ehrlich gezeichneten Figuren und deren Lebenshorizonten auf.

Als vielbeschäftigte Schauspielerin, die so nebenbei 2020 auch noch den Roman „Juno und die Reise zu den Wundern“ herausbrachte, als Mutter der knapp fünfjährigen Tilda und als Lebenspartnerin des Kameramannes Joe Berger, 42, müssen Sie in der Wirklichkeit ähnliche Probleme haben wie „Lena“. Wie schaffen Sie das alles?

Ich bin außergewöhnlich diszipliniert. Außerdem war ich eine Perfektionistin. Dann kam mein Kind und hat mich leben gelehrt – und zwar im Jetzt. Perfektion war gestern. Ich bin viel flexibler geworden.

Ist Ihnen Ihr Lebensgefährte und Vater von Tilda eine große Hilfe?

Wenn‘s drauf an-kommt – natürlich. Unser Familien-wohnsitz ist in der deutschen Hauptstadt Berlin. Aber wenn ich etwa für „Lena Lorenz“ sechs Monate nach Bayern muss, dann nehme ich das Kind mit. Wir haben dort eine Wohnung, und Tilda fühlt sich auch da zuhause.

Im Sommer des vergangenen Jahres waren Sie als Botschafterin der Hilfsorganisation CARE in Uganda in Afrika, um dort die Hebammenarbeit zu „begleiten“. Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Es kommt oft zu Stromaus-fällen, Hebammen müssen nachts mit Taschenlampen arbeiten, Ultraschall gibt es selten. Doch sie schuften und helfen Tag und Nacht.