Heilige Pforte im Petersdom: Nur der Papst hat den Schlüssel
Bald öffnet sich wieder die wichtigste Tür des Petersdoms. Wenn das geschieht, kommen mehr Besucher in die ewige Stadt Rom (I). Deshalb lohnt es sich, jetzt dorthin zu reisen.
Die Heilige Pforte im Petersdom im Vatikan öffnet sich nur alle 25 Jahre. Der Papst entriegelt sie höchstpersönlich. Danach steht sie für alle Besucher ein Jahr lang offen. Wer sie durchschreitet, dem werden seine Sünden erlassen. Mit der Öffnung dieser Tür, die mit 16 Reliefs mit Motiven der Heilsgeschichte verziert ist, beginnt das „Heilige Jahr“.

Sie wird zwar erst am Heiligen Abend aufgemacht, die Vorbereitungen für dieses „Heilige Jahr“ laufen aber schon länger. Bereits jetzt ist abzusehen, dass mehr Besucher in den Vatikan sowie in die italienische Hauptstadt Rom reisen werden als üblich. Gab es im vergangenen Jahr einen Besucherrekord von 35 Millionen, werden für das Heilige Jahr 45 Millionen Menschen erwartet. Wer diesen Massenansturm nicht erleben will, sollte daher in diesem Jahr der ewigen Stadt einen Besuch abstatten.

„Das Jubiläumsjahr in der Kirche war immer von großer kirchlicher und sozialer Bedeutung. Das erste Heilige Jahr wurde 1300 von Bonifaz VIII. eingeführt. Zuerst gab es einen hundertjährigen Rhythmus. Später wurde der Abstand nach biblischem Vorbild auf 50 Jahre und dann auf 25 Jahre festgelegt“, erklärt Papst Franziskus in einem Schreiben.
Der 87jährige Pontifex ließ bereits das Motto des bevorstehenden Festes verlautbaren. Es steht unter der Devise „Pilger der Hoffnung“. „Wir alle haben während der Pandemie erlebt, dass Freiheiten eingeschränkt wurden. Das Jubiläum kann dazu beitragen, ein Klima des Vertrauens wiederherzustellen“, sagt der Papst, der die „Heilige Pforte“ bereits im Jahr 2015, einem außerordentlichen Jubeljahr, öffnete.

Anlässlich des Jubiläums wird es Gedenkmessen im Petersdom geben. Wer dabei sein will, kann sich bereits jetzt dafür anmelden. Den dafür notwendigen Pilgerpass gibt es kostenlos auf www.iubilaeum2025.va.
Der Petersdom zählt auch zu den vier Papstbasiliken und ist Ausgangspunkt der Sieben-Kirchen-Wallfahrt. „Sie gehört zu den ältesten römischen Traditionen“, sagt Simona Turriziani vom vatikanischen Tourismusbüro. „Die Pilger besuchen sieben bestimmte Kirchen in Rom an nur einem Tag. Die Strecke beträgt 25 Kilometer.

Auf der „Heiligen Treppe“ soll schon Jesus gegangen sein

Zu den Höhepunkten entlang des Weges zählt die Papstbasilika „Sankt Paul vor den Mauern“. „Im Innenraum des Gotteshauses sind Mosaike mit den Porträts aller Päpste zu sehen. Die Darstellungen der Pontifexe vor dem 16. Jahrhundert sind allerdings nicht realistisch, sondern der Phantasie entsprungen.“

Die Lateranbasilika ist die ranghöchste der vier Papstbasiliken Roms. „Gleich nebenan befindet sich die ,Heilige Treppe‘, auch als Treppe des Pilatus bekannt. Sie führt zur Papstkapelle ,Sancta Sanctorum‘. Besucher dürfen die Stiege keinesfalls mit den Füßen betreten. Bis heute werden die 28 Stufen, auf der Jesus zu Pontius Pilatus hinaufgestiegen sein soll, nur auf Knien und betend erklommen. Die Treppe wurde im vierten Jahrhundert von Jerusalem nach Rom gebracht“, erklärt die Italienerin.
Jede der vier Papstbasiliken besitzt zudem eine Heilige Pforte, die im Jubeljahr geöffnet werden.

Neben den Kirchen gibt es in Rom weitere Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Dazu gehören das „Forum Romanum“, der Trevi-Brunnen, die Spanische Treppe sowie das Kolosseum, in dem sich einst Gladiatoren blutige Schlachten lieferten.

Für Abwechslung sorgt die Villa Borghese. Der Park rund um die Villa ist der drittgrößte Roms. Er beherbergt schattige Plätze und einen See, wo sich Besucher ein Ruderboot mieten können.

Bei einer Romreise darf auch der Besuch der Sixtinischen Kapelle nicht fehlen. Sie befindet sich innerhalb der Vatikanischen Museen. Um sie zu besichtigen, müssen Urlauber eine Eintrittskarte lösen (€ 20,–).

Die Fresken an der Decke stammen von Michelangelo. Sein Werk zeigt die Schöpfungsgeschichte. Der Künstler selbst empfand die Arbeit als Plackerei. Er musste alle Fresken über Kopf malen und brauchte dafür vier Jahre. „Die Lenden kriechen tief mir in den Ranzen, den Steiß ball‘ ich zum Knäu‘l als Widerlage. Nicht einen Strich seh‘ ich, den ich gezogen und krümme mich wie ein Syrerbogen“, schrieb Michelangelo in einem seiner Gedichte. Die Sixtinische Kapelle ist jedenfalls der schönste Wahlraum der Welt. Die Kardinäle wählen darin den neuen Papst.

Von sieben Hügeln die Aussicht auf Rom genießen.

Einen schönen Blick auf die Vatikanischen Museen und den angrenzenden Petersdom haben Besucher von einem der vielen Aussichtspunkte. Rom wurde vielleicht nicht, wie es heißt, an einem Tag erbaut. Aber zumindest auf sieben Hügeln.

Atemberaubend ist der Ausblick vom Nationaldenkmal, dem „Vittoriano“. Das schneeweiße Denkmal wird von den Römern scherzhaft als Hochzeitstorte bezeichnet. Auf dem Dach des Gebäudes befindet sich eine Aussichtsterrasse, von der aus Besucher die ewige Stadt von oben betrachten können.widlak