Die Helfer des Osterhasen
Bunte Eier gehören zum Osterfest dazu und sind Bestandteil jeder Osterjause. Besonders für Kinder ist das Eierfärben eine schöne Tradition, der sie mit Hilfe von Erwachsenen mit Begeisterung nachgehen.
„Wir verwenden kleine Abziehbilder“
Selina Stropnik, 20, Einzelhandelskauffrau
mit ihren Nichten Emely, 4, und Lena Stropnik, 2


Wenn Selina Stropnik mit ihren beiden Nichten Ostereier färbt, wendet sie die sogenannte „Muster-Färberei“ an. „Es ist eine einfache Technik, die ich spielerisch anhand der Abziehbilder gemeinsam mit den Kindern machen kann.
Ich verwende weiße Eier – da hier die Farben schön zur Geltung kommen – und koche sie zehn Minuten, bis sie hart sind. Derweil bereite ich Schälchen mit jeweils 250 ml Wasser, zwei Esslöffel Essig und bunten Lebensmittelfarben vor. Die warmen, gekochten Eier bekleben wir dann mit verschiedenen Abziehbildern und legen die beklebten Eier für ungefähr sechs Minuten in die gefärbten Wasserschälchen. Danach holen wir die Eier aus der Flüssigkeit, lassen sie abtropfen, ziehen vorsichtig die Sticker ab und fertig ist das Ergebnis.
Die Kinder lieben es“, sagt Selina Stropnik, die mit ihren Nichten 25 Eier färbt. „Die schmecken dann super zur Osterjause. Am besten gefällt mir das rosarote Ei, mit dem ich gegen meine Tante dann Eier pecke. Das rosa Ei ist superstark und gewinnt immer“, freut sich Emely, die sogar einen eigenen kleinen Weihkorb mit einem Stück Reindling und Schinken hat. Auch ihre Schwester Lena freut sich schon auf den Osterhasen. „Ich hoffe, er hat für mich dieses Jahr ein Puppenhaus und Schoko-Ostereier versteckt“, sagt die Zweijährige mit strahlenden Augen.

„Eine Strumpfhose wird über das Ei gezogen“
Josef, 64, und Melitta Cekon, 60, beide Pensionisten, mit
ihrem Enkerl Jakob Matanovic, 10, Schüler


Besonders nachhaltig werden bei der Familie Cekon die Ostereier gefärbt. „Wir färben schon jahrelang mit Zwiebelschalen, verzichten somit auf Chemie und außerdem ist es eine ausgezeichnete Verwertung, denn die Zwiebelschalen landen nicht im Müll, sondern im Topf bei den Eiern“, erklärt Melitta Cekon, die dabei tatkräftig von ihrem Mann und ihrem Enkerl unterstützt wird.
„Damit die Eier eine schöne rote Farbe bekommen, geben wir rote Zwiebelschalen in einen Topf mit Wasser, einen Esslöffel Essig dazu und lassen den Zwiebelsud ungefähr zehn Minuten lang köcheln“, erklärt Josef Cekon fachmännisch. Damit die Eier auch eine schöne Verzierung bekommen, drückt Jakob jedem Ei ein kleines Kleeblatt auf und zieht über das Ei ein Strumpfhosen-Stück, damit das Kleeblatt dicht am Ei anliegt. „Die Strumpfhose muss straff angezogen und auf der Rückseite zugebunden werden“, weiß der Zehnjährige. Dann die rohen Eier in den Zwiebelsud geben und für 15 Minuten leicht köcheln lassen, anschließend auf ein Küchenpapier legen und abtropfen lassen. Damit die Eier glänzen, werden sie anschließend mit einer Speckschwarte eingerieben.

„Das Eierfärben mit Oma und Opa macht mir viel Spaß. Zu Ostern freue ich mich dann am meisten auf die Süßigkeiten, die der Osterhase versteckt“, sagt Jakob, der mit seinem Opa immer das Osterfeuer macht. „Wir gehen auch zur Fleischweihe, anschließend genießen wir im Kreis unserer Großfamilie, wir sind 34 Personen, die Osterjause mit Schinken, Selchwurst und Kochsalami sowie den Reindlingen“, berichtet das Ehepaar Cekon.

„Zum Färben verwende ich Rotwein mit einem Schuss Essig“
Chiara Victoria Gaugg, 24, Elementarpädagogin

„Ich färbe meine Eier gerne mit Rotwein, weil auf diese Weise keine Schadstoffe ins Ei gelangen. Außerdem kann ich mit dieser Technik gleich zwei Arbeitsschritte in einem vereinen.

Ich gebe die rohen Eier in den leicht kochenden Rotwein mit einem Esslöffel Essig und lasse die Eier zwanzig Minuten mit geschlossenem Deckel dahinköcheln. Das Praktische dabei ist, dass ich so gleichzeitig die Eier koche und färbe. Danach nehme ich die Eier aus dem Rotwein, lasse sie abkühlen und reibe sie anschließend mit etwas Öl ein, das gibt einen wunderschönen Glanz“, erklärt Gaugg, die mit dieser Methode 50 Ostereier färbt.

„Die meisten verschenke ich an die Familie und Freunde oder ich esse sie zur Osterjause, die ich von meinen Schwiegereltern bekomme. Sie betreiben den Bauernhof Morak im kärntnerischen Reifnitz bei Völkermarkt. Die Osterjause schmeckt schließlich umso besser, wenn ich weiß, woher die Produkte stammen. Zum krönenden Abschluss besuche ich am Abend, wie alle Jahre, den Ostertanz in Völkermarkt.“

„Die Eier werden in einer Schüssel voller Reis gewendet“
Günther Ganster, 42, Servicetechniker,
mit seinem Sohn Theo Puschl, 2


Damit sein Sohn heuer beim Eierfärben mithelfen konnte, hat sich Günther Ganster für die Reistechnik entschieden.
„Dazu werden die Eier hart gekocht und abgekühlt. Dann wird eine Schüssel mit Reis befüllt, ein paar Tropfen Lebens-
mittelfarbe hineingeben und kurz mit einer Gabel umgerührt. Das abgekühlte Ei in den Reis legen, die Box mit einem Deckel verschließen und sie nun vorsichtig schütteln, bis die Farbe rundherum verteilt ist“, erklärt Ganster.
„Das schaut wirklich super aus, Papa“, freut sich Theo und würde schon am liebsten in ein Ei beißen.
„Aber die bunten Eier hebe ich mir für die Osterjause auf, darauf freue ich mich schon sehr, denn Eier mit Schinken schmecken einfach super“, sagt Theo, der für den Osterhasen schon ein Nest im Garten vorbereitet hat. „Ich hoffe, da legt er einen Schoko-Osterhasen und ein Spielzeugauto hinein.“ Nach der Osterjause mit der gesamten Verwandtschaft lässt Günther Ganster den Tag mit seiner Familie bei einem Osterfeuer ausklingen.