„Ghostbusters: Legacy“ Mittwoch, 20.3. 20:15 ZDF: Der Geistreiche Witzbold
Bill Murray, 73, ist einer von Hollywoods Kassenmagneten. Als „Geisterjäger“ kommt er jetzt wieder ins Fernsehen und in die Kinos.
Herr Murray, wann haben Sie gemerkt, dass Sie eine Begabung haben, andere Menschen zum Lachen zu bringen? Waren Sie in der Schule der Klassenkasperl?

Nicht so sehr. Ich war eher der Familienkasperl.

Inwiefern?

Meine katholischen Eltern hatten die blendende Idee, neun Kinder in die Welt zu setzen. Das führte dazu, das der Esstisch mit der Zeit gewissermaßen zur Bühne wurde. Dort blödelte der Nachwuchs dann, was das Zeug hielt. Unser Vater war nicht humorlos, aber ihn zum Lachen zu bringen, war am schwierigsten. Mir gelang es viel öfter als meinen Geschwistern. Also wurde ich zum familiären Chef-Komiker.

Wieso haben Sie dann nach der Schule Medizin studiert und nicht Ihr Glück im Showgeschäft versucht?

Ich wollte Arzt werden, anderen Menschen helfen und möglichst viele Leben retten.

Und woran scheiterte dieses ehrenwerte Bestreben?

Ich wurde erwischt, als ich Haschisch verkaufte, flog von der Uni und bekam vor Gericht eine bedingte Verurteilung.

Nahmen Sie es mit Humor?

Absolut nicht. Ich hatte keinen Plan B und konnte nichts außer Grimassenschneiden.

Das erwies sich aber bald als erfolgsträchtig …

Ja. Um ein bisschen Geld zu verdienen, schloss ich mich einer Improvisationstheater-Grup-pe an, in der ich auch Schau-spielunterricht erhielt. Mit 25 Jahren hatte ich dann das Glück meines Lebens. Ich wurde für die Fernsehshow „Saturday Night Life“ engagiert. Ein Riesenerfolg.

Den hatten Sie später auf der Leinwand unter anderem in „Ghostbusters – Die Geisterjäger“ sowie in „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Wie hat sich das alles auf den ehemaligen „Familienkasperl“ ausgewirkt?

Um es praxisnahe zu beantworten: Um keine Probleme mehr zu haben, meine Miete zu bezahlen, kaufte ich mir ein Haus.

Ihr derzeitiges Vermögen beträgt laut einer Schätzung von Hollywood-X Experten 110 Millionen Dollar …

Das ist falsch.

Sie sind also ärmer?

Das habe ich nicht gesagt.

Wird Ihnen das Drehen von „Ghostbusters“-Filmen nicht langsam langweilig?

Doch, aber ich spiele dann eben trotzdem immer wieder mit. Heißt das, Sie wollen nicht verarmen? Exakt, das heißt es.

Ihrem beruflichen Erfolg steht ein weniger erfolgreiches Privatleben gegenüber. Sie waren zwei Mal verheiratet, beide Ehen scheiterten. Wieso?

Dazu möchte ich nichts sagen. Nur so viel: Es gibt immer wieder Menschen, die das, was ich für komisch und lustig halte, ganz anders empfinden. Mir wird sogar nachgesagt, dass ich eine Spur der Hysterie hinterlasse, egal, wo ich auftauche. Das ist niemals meine Absicht, doch anscheinend passiert es.

Sie haben aus Ihren zwei Ehen sechs erwachsene
Söhne. Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihrem Nachwuchs?


Ich war nie der ideale Vater, das ist bei meinem Beruf auch gar nicht möglich. Aber die Buben sind mir im Laufe der Jahre immer nähergekommen.