„Gesichter, die sich ändern, sind schön“
Als Kind wurde sie wegen ihres Gewichtes verspottet, heute spielt Kate Winslet in der obersten Hollywood-Liga. Derzeit ist die Britin mit „Avatar 2 – Der Weg des Wassers“ im Kino zu sehen. Bei den Dreharbeiten ging die dreifache Mutter an ihre Grenzen. Privat genießt sie ihr Leben mit Abel Smith, dem Neffen des Milliardärs Richard Branson.
Der erste „Avatar“-Film, „Aufbruch nach Pandora“ (2009), stellte alles in den Schatten. Mit einem Einspielergebnis von drei Milliarden Euro gilt er als erfolgreichster Film aller Zeiten.
Nun flimmern die blauen „Na‘vi“-Wesen vom Mond „Pandora“, die wie eine Mischung aus Libellen, fliegenden Fischen und Drachen anmuten, erneut über die Leinwand. „Avatar 2 – Der Weg des Wassers“ von Regisseur James Cameron, 68, ist seit Mitte Dezember im Kino und spielte bis jetzt 1,5 Milliarden Euro ein. Damit bleibt er etwas hinter den Erwartungen.

„Mitschüler sperrten mich im Schrank ein“
An Kate Winslet, 47, liegt es bestimmt nicht. Die britische Schauspielerin glänzt als „Ronal“, Königin des Unterwasser-Clans „Metkayina“, die per Computer ihr Aussehen erhielt. Wie im ersten Teil haben es die Menschen wieder auf die Rohstoffe ihrer Heimat Pandora abgesehen. Als sie die Urwälder zerstören, stellt sie sich ihnen entgegen.
Mit dem Regisseur James Cameron hat Kate Winslet schon für „Titanic“ zusammengearbeitet. Der Film machte sie 1997 quasi über Nacht weltberühmt. „Als wir ‚Titanic‘ drehten, war ich 21 Jahre alt. Nun rief er mich wieder an, und ich war sofort an Bord. Ich konnte einfach nicht ‚nein‘ sagen“, erzählt Kate Winslet begeistert.

Das Schauspiel-Gen wurde der am 5. Oktober 1975 in Reading (England) geborenen Mimin, wie es scheint, schon in die Wiege gelegt. Ihre Großeltern leiteten das Theater in ihrer Heimatstadt. Auch ihre Eltern waren Schauspieler, verdienten aber nicht viel Geld. „Wir lebten in einem bescheidenen Haus. Unsere Wände waren so dünn, dass wir die verbalen Granaten hörten, die sich unsere Nachbarn entgegenschleuderten. Ich verdiente mir etwas Zubrot, indem ich in einem Lebensmittelladen Schinken abschnitt“, erzählt Kate Winslet. Im Alter von elf Jahren begann sie eine Schauspiel-Ausbildung und ergatterte eine Rolle in einer Werbung für Frühstücksflocken.

In der Schule war sie jedoch eine Außenseiterin. „Ich war stark übergewichtig. Die anderen Kinder nannten mich ‚Speckschwarte‘ und ‚Haifischspeck‘. Einmal sperrten sie mich sogar in einen Schrank ein.“
Ihre Eltern machten ihr jedoch Mut. „Sie sagten zu mir, ‚Du bist großartig, so wie du bist, und du hast etwas, was du liebst und was du kannst. Die Schauspielerei. Sie ist dein Geheimnis. Die anderen haben so etwas nicht.‘“

„Keine Affäre mit Leonardo DiCaprio“
Mit nur 15 Jahren gab sie ihr Fernsehdebüt in dem siebenteiligen Drama „Shrinks“ (1990). Vier Jahre später war sie das erste Mal im Kino zu sehen. In „Himmlische Kreaturen“ (1994) spielte sie ein Mädchen im Teenager-Alter, das zur Mörderin wird.
Nachdem die Schauspielerinnen Gwyneth Paltrow, 50, und Claire Danes, 43, die Hauptrolle für „Titanic“ abgelehnt hatten, wurde Kate Winslet engagiert. Eine Affäre soll es mit ihrem Filmpartner Leonoardo DiCaprio, 48, trotz aller Gerüchte nie gegeben haben. „Wir kennen uns seit einem halben Leben. Unsere Freundschaft ist so fest, weil es nie etwas Romantisches zwischen uns gab.“

Mehr als sieben Minuten unter Wasser
Für die anstrengenden Tauchszenen in „Avatar 2“ musste sie hart trainieren. Während der Dreharbeiten stellte sie sogar einen neuen (Film)-Rekord auf. Sieben Minuten und 14 Sekunden hielt sie die Luft an. „Armer Tom Cruise, 60“, sagt sie schmunzelnd. „Er war seit seinem Film ,Mission Impossible – Rogue Nation‘ (2015) mit sechs Minuten der Rekordinhaber.“ Beim Dreh des Filmes „Marrakesch“ (1998) funkte es zwischen ihr und dem Regieassistenten Jim Threapleton, 50. Die beiden heirateten im November 1998. Nur ein Jahr nach der Geburt ihrer gemeinsamen Tochter gingen sie getrennte Wege.

Auf einer Grillparty im Garten von Emma Thompson, 63, verliebte sie sich in den Regisseur Sam Mendes, 57. „Ich wusste gleich, dass ich mit ihm zusammensein wollte.“ Nach nur sieben Jahren ging auch diese Ehe in die Brüche und das Hollywood-Traumpaar war Geschichte. 2012 gab Kate Winslet Abel Smith, 45, das Jawort. Er ist der Neffe des Milliardärs und Gründers des „Virgin“-Imperiums, Richard Branson, 72. Die beiden haben einen gemeinsamen Sohn, der auf den ausgefallenen Namen „Bear Blaze“ hört, deutsch „Bär“ und „Feuersturm“. Denn kennengelernt hat Winslet ihren Mann in der Villa seines reichen Onkels, die im Beisein der beiden durch ein Feuer zerstört wurde. Um Söhnchen Bear Blaze sowie um ihre anderen Sprösslinge, Mia Honey, 22, und Joe Alfie Winslet Mendes, 19, kümmert sie sich fürsorglich.

„Ich bin nun endlich die Mutter, die ich immer sein wollte und werde es hoffentlich immer bleiben. Meine Älteste ist auch schon Schauspielerin“, erzählt Winslet stolz, die nach drei Schwangerschaften an einer Blasenschwäche leidet, wie sie offen gestand. „Es ist schrecklich. Vor allem, wenn ich einen Rock trage“, scherzt sie.
An der grassierenden Schönheitsbesessenheit übt sie Kritik. „Es macht mich traurig, denn Gesichter, die sich ändern, sind schön. Unsere Veränderungen verdecken wir auf Fotos per Computer. Das führt dazu, dass manche Menschen das Unmögliche versuchen: für immer jung zu bleiben“, beklagt die 47jährige.