Victoria Trauttmansdorff: „Zu viel Spannung ist nichts für mich“
Die gebürtige Wienerin Victoria Trauttmansdorff fahndet als Chefin der Mordkommission nach einem Serientäter. Zum Glück weiß sie nach der Lektüre des Drehbuchs, wer‘s war. Andernfalls wäre ihr die Angelegenheit zu aufregend. Sie spannt lieber die Krimifreunde vor den Bildschirmen auf die Folter.
Frau Trauttmansdorff, Sie sind in der Theaterstadt Wien geboren. Was hat Sie in die deutsche Hansestadt Hamburg verschlagen?
Ende der achtziger Jahre hatte ich das Glück, am Staatstheater Stuttgart unter der Regie von Wolf Dietrich Sprenger in „Kasimir und Karoline“ die Karoline spielen zu können. Der damalige Intendant des Hamburger Thalia Theaters sah die Aufführung und engagierte mich. Gott sei Dank ist Hamburg die schönste Stadt Deutschlands. Das „Thalia“ wurde meine künstlerische Heimat – und Wolf Dietrich Sprenger mein Mann.

Mit ihm sind Sie inzwischen seit 33 Jahren verheiratet. In Ihrer Branche rekordverdächtig. Wie haben Sie und Ihr Partner das geschafft?
Ich würde sagen, wir lieben uns.

Das Fernsehpublikum kennt Sie unter anderem aus der Reihe „Nord Nord Mord“. Jetzt sind Sie in „Das Licht in einem dunklen Haus“ neuerlich als Ermittlerin im Einsatz. Haben Sie eine Vorliebe für Krimis?
Ich mag Krimis nur, wenn ich weiß, wie sie ausgehen. Und das ist durch die Drehbücher ja der Fall. Zu viel Spannung ist nichts für mich. Das Leben ist schon aufregend genug.

Wo fühlen Sie sich wohler, auf der Bühne oder vor der Kamera?
Ich fühl‘ mich dort wohl, wo ich gut arbeiten kann. Ob vor der Kamera oder auf der Bühne ist mir völlig egal. Zunächst einmal müssen die Rolle und das Umfeld stimmen.

Sie haben einst einen Krebs besiegt. Wieviel Angst bereitete Ihnen nach so einer Erfahrung Corona?
Ich hatte Morbus Hodgkin, das ist ein Lymphdrüsenkrebs. Dank eines fantastischen Arztes und einer unglaublich guten medizinischen Betreuung habe ich überlebt. Corona hat mir zuerst nicht Angst gemacht. Aber als ich es dann selber hatte, flößte mir diese Krankheit gehörigen Respekt ein.

Sie sind Mutter zweier erwachsener Töchter. Haben die beiden ebenfalls künstlerische Ambitionen?
Die eine, ja. Charlotte Sprenger ist Regisseurin und arbeitet im nächsten Jahr auch am Volkstheater in Wien. Ihre Schwester Johanna will mit dem Ganzen nichts zu tun haben.

Kommen Sie manchmal noch in Ihre Heimatstadt?
Oft. Meine Mutter und mein Bruder leben ja dort.

Gibt‘s etwas Wienerisches, das Ihnen in Hamburg abgeht?
Die Kaffeehäuser …

„Das Licht in einem dunklen Haus“
Montag, 28.11., 20.15 Uhr, ZDF