„Es geht ums nackte Überleben“
Kein Erbarmen hat das Schicksal mit Familie Eglseder aus Aigen-Schlägl im Bezirk Rohrbach (OÖ). Zuerst mussten die Schwestern Kerstin, 34, und Yvonne, 22, mit ihrer Mutter Marianne, 56, den Tod ihrer geliebten Schwester und Tochter verkraften. Dann kam Yvonnes Sohn Niklas beeinträchtigt zur Welt. Nun wurde bei der jungen Mutter auch noch ein Gehirntumor diagnostiziert.
Sie war an dem tief winterlichen Morgen auf dem Weg in die Arbeit. Die Straße war eisglatt. Nadine war etwas spät dran und in ihrem Verantwortungsbewusstsein wollte sie nicht zu spät zur Arbeit kommen. Sie kam mit ihrem Auto von ihrer Straßenseite ab und kollidierte mit einem anderen Fahrzeug“, erzählt Kerstin Eglseder und schluckt, als die Erinnerungen an diesen schicksalshaften Tag des Jahres 2017 in ihr wieder aufkommen. „Unsere damals 18 Jahre alte Schwester war auf der Stelle tot“, sagt die 34jährige mit leiser Stimme.
Es sollte nicht der einzige Schicksalsschlag bleiben, den sie, ihre Schwester Yvonne und ihre Mutter Marianne zu bewältigen hatten.

Zuerst war Yvonne Eglseder vergesslich, dann begann sie zu hinken
„Wir mussten lernen, mit dem Tod von Nadine zu leben und die Situation zu akzeptieren. Es war eine unglaublich harte Zeit“, erzählt Kerstin Eglseder. Die für die drei Frauen nie leicht war. Die alleinerziehende Mutter ersparte sich mit viel Fleiß ein kleines Häuschen in Aigen-Schlägl (OÖ), das jedoch renovierungsbedürftig ist. Dort lebt sie mit ihrer jüngsten Tochter Yvonne und deren Sohn Niklas. Der in dem Jahr das Licht der Welt erblickte, als das Unglück geschah.

Sohn Niklas kam zu früh zur Welt
Die Geburt des Buben stand unter keinem guten Stern. Sieben Wochen zu früh zur Welt gekommen, entwickelte er sich langsamer als andere Kinder. Niklas kann nicht sprechen und ist in seiner Feinmotorik eingeschränkt. Auch kann er schwer erkennen, wo sich Gefahren verbergen und leidet zudem noch an epileptischen Anfällen. „Er ist aber ein aufgeweckter Bursche“, sagt Kerstin Eglseder. „Lebensfroh, sehr aktiv und interessiert. Wir müssen halt immer dahinter sein, dass ihm nichts passiert. Es ist eine zeitintensive Aufgabe mit unserem kleinen Wirbelwind.“ Den aber weder Tante noch Oma als Belastung empfinden. „Niklas ist eine Bereicherung für unser Leben. Wir sind froh, dass wir ihn haben. Er hat uns sicherlich auch über die schwere Trauerzeit hinweggeholfen. Er belebt unsere Zeit mit fröhlichen Gedanken, in welchen es sonst immer nur um den Kampf ums nackte Überleben geht“, berichtet Kerstin Eglseder.

Ein Kampf, den nun Yvonne Eglseder führen muss. „Ich habe mich sehr bemüht, aber ich habe mir einfach nichts mehr merken können. Ein Jahr lang kämpfte ich mich durch“, berichtet die 22jährige von ersten Problemen, als sie wieder zu arbeiten begonnen hatte, um ihre Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau abzuschließen. Es kam bald schlimmer. „Anfang dieses Jahres merkte ich, dass ich meinen rechten Arm nicht mehr kraftvoll einsetzen konnte. Dann kam das rechte Bein dazu und ich begann zu hinken.“ Im Juni suchte sie schließlich das Spital auf, um sich untersuchen zu lassen. Hatte Yvonne Eglseder schon einen Schlaganfall befürchtet, stellten die Ärzte eine Diagnose, die ihre Befürchtungen sogar noch übertraf. Im Kopf der jungen Mutter wächst ein sogenannter Keimzellentumor. Das Geschwür drückt auf die Bereiche im Gehirn, die für die Merkfähigkeit und die Motorik zuständig sind – und ist inoperabel.

Jetzt muss die Familie bei der Betreuung des beeinträchtigten Niklas mithelfen
„Laut den Ärzten spricht diese Tumorform aber sehr gut auf Bestrahlungen an. Wir haben die große Hoffnung, dass er damit eingedämmt wird oder ganz verschwindet. Zwanzig Bestrahlungen hat Yvonne schon überstanden. Die Haare hat sie verloren. Nun sind wir wieder in der bangen Zeit des Wartens und müssen geduldig sein. Mitte November werden wir erfahren, wie gut die Strahlentherapie geholfen hat“, sagt ihre Schwester Kerstin.

Aufgrund ihrer Erkrankung musste Yvonne Eglseder ihre Ausbildung abbrechen. „Meine Mama geht jetzt nur noch zwei Tage in der Woche arbeiten, weil sie sich mit meiner Schwester und Niklas‘ Oma väterlicherseits um meinen Buben kümmert. Ich versuche, so viel wie möglich im Haushalt zu machen, aber ich bin oft sehr geschwächt. Die motorischen Einschränkungen in meinen Armen und Beinen versuche ich mit Übungen zu trainieren. Am Abend bin ich nur noch froh, wenn ich ins Bett gehen kann, weil ich so müde bin“, sagt die Schwerkranke, während sie einen Motorikball in ihrer Hand knetet.

Kein Geld für notwendige Renovierungsarbeiten am kleinen Eigenheim
Zu den Sorgen um Yvonne Eglseders Gesundheit kommen auch noch jene ums liebe Geld. Das Dach am Haus, das die Familie reparieren möchte, ein Auto, das mehr Sicherheit bieten soll und die steigenden Energiekosten bereiten schlaflose Nächte. „Ich würde meiner Mama so gerne die finanziellen Sorgen abnehmen und sie unterstützen“, sagt Yvonne Eglseder mit Tränen in den Augen.
Das menschliche Leid kann der Familie niemand abnehmen, die finanzielle Not lindern schon.

Wer dabei mithelfen will, spendet bitte an:
Raiffeisenbank Rohrbach Kto. Nr.:
AT30 3441 0000 0600 0426, Kontowortlaut: Yvonne.