Durch die Weinberge spazieren
In der steirischen Gemeinde St. Anna am Aigen spricht ein Weinweg die Sinne an. Auf dem Rundwanderweg dreht sich alles ums Schmecken, Hören, Riechen und Sehen.
Die Weinlese hat begonnen. Die schönste und arbeitsreichste Zeit im Winzerjahr können Besucher in St. Anna am Aigen (Stmk.) aus nächster Nähe genießen. Der „Weinweg der Sinne“ führt in zwei Varianten durch die Rieden der Gemeinde im steirischen Vulkanland. Die lange Strecke beträgt 14 Kilometer, die kurze neun.

Die Wege sind als Rundwanderwege angelegt. Auf Edelstahlsäulen angebrachte Weinflaschen weisen die Richtung. Los geht es bei der Vinothek im Ort. „Bei uns gibt es Weine von 140 Winzern aus allen drei steirischen Weinbauregionen zu verkosten. Auf der Dachterrasse können die Besucher ein Glaserl Wein trinken und dabei die Aussicht genießen. Typsiche Weine bei uns in St. Anna sind Sauvignon Blanc, Weißburgunder, Chardonnay und Muskateller“, erzählt Fabian Pock, 31, Obmann des ortsansässigen Weinbauvereines.

Der erste Sinn, der des Schmeckens, wird damit gleich zu Beginn gestillt. Von der Vinothek führt ein Weg durch ein Waldstück zum Barriquetunnel. „Der Tunnel wurde aus Eichenfässern gestaltet und duftet nach Eichenholz. Die Wanderer können durch ihn durchgehen“, sagt Pock.
Auf der Weiterreise stoßen die Spaziergänger auf eine Wasserorgel. „Durch Heben und Senken eines Wasserhebers komponieren die Wanderer ihre eigene Melodie.“ Der Weg führt nun leicht bergauf zur Schemmingkapelle, wo Besucher eine herrliche Fernsicht genießen.

„Bei schönem Wetter reicht der Blick nach Slowenien und Ungarn“, erzählt der Steirer. Ein beeindruckendes Panorama ist der Wegbegleiter für einige Kilometer. Spätestens beim Aussichtsbankerl, der elften Station am „Weg der Sinne“, können die Urlauber beim Sitzen den Blick auf die Landschaft genießen und sich überlegen, wo sie hinwollen. Hier teilt sich der Weg.

Wer möchte, wählt die kürzere Variante. Ansonsten geht es weiter durch den Höllischggraben, einen Streuobstgarten bis zu einer Aussichtswarte. Der 40 Meter hohe, feuerrote Turm ist nicht zu übersehen. Daneben serviert Renate Pranger in der Raststation Backhendl, Grillteller, Mehlspeisen und Getränke.

Verdursten wird am Weinweg aber sowieso niemand. Entlang des Weges gibt es mehrere Labestationen. „Sie befinden sich meist bei Winzern, die einen Kühlschrank mit Getränken zur Selbstbedienung aufgestellt haben. Darin sind Wein und Säfte“, informiert Pock.
Von der Warte geht es weiter zu einer alten Presse, einem Hörtrichter und einem Klapotetz, der laut klappernd die Stare vertreibt, die gerne an den süßen Trauben naschen würden. Zurück in St. Anna weht den Wanderern ein Duft von frisch gebratenen Maroni entgegen. Gegenüber der Vinothek werden bis zum 30. Oktober, täglich ab 12 Uhr, Sturm ausgeschenkt und Maroni verkauft. Im Ort haben im Herbst auch mehrere Buschenschänken geöffnet.

Zudem können Wanderer den Waltrafelsenweg und den Brodlsulzweg erkunden. Diese sind mit dem Weinweg verbunden. „Der Waltrafelsen ist eine steile Basaltwand am Rande eines Hochplateaus. Die Brodlsulz zeugt von den vulkanischen Aktivitäten der Vergangenheit. Aufsteigende Kohlenstoffdioxidgase drängen blubbernd aus dem Boden.“

Die hügeligen Rieden erkunden
Der Hauptplatz in Retz (NÖ) ist einer der schönsten des Landes. Den Platz zieren einige denkmalgeschützte Gebäude wie das Sgraffito Haus mit seiner kunstvollen Fassadenmalerei oder das Verderberhaus, das aussieht wie eine italienische Festung. Am Hauptplatz beginnt die Wanderung entlang des sechs Kilometer langen Weinwanderweges.
Der Pfad führt durch die hügeligen Rieden zu einem Sortenweingarten und zum Winzerhaus auf den Altenberg. Hier haben die Spaziergänger einen schönen Ausblick auf die Stadt und die umliegenden Weingärten. Entlang des Setzberges geht es zurück nach Retz, wo einige Heurige wie der „Altstadtheurige“ zur Einkehr einladen.
Information: Gästeinfo Retzer Land, Tel.: 02942/2700, www.retzer-land.at

Entdeckungsreise für Wissensdurstige
Durch die Weinberge von Jois (B) führt ein wissensreicher Lehrpfad. Bei zehn Stationen, die mit einem überdimensionierten Weinglas nicht zu übersehen sind, erfahren die Spaziergänger mehr über die Region, die Arbeit der Winzer und die wichtigsten Weinsorten. Der sieben Kilometer lange Rundweg beginnt in der Ortsmitte. Während der Wanderung bieten sich schöne Ausblicke auf die Gemeinden Jois und Winden sowie auf den Neusiedler See.
Information: Tourismusbüro Jois, Tel.: 02160/831019, www.jois.at