„Zimmer mit Stall: Über alle Berge“: Die Wirtin der Verwirrten
Eine Pensionswirtin, die bisher nur einen Herrn mit schlechtem Gedächtnis beherbergte, muss sich nach einem Unfall um einen zweiten Mann mit Gedächtnislücken kümmern. Die Hauptrollen in „Zimmer mit Stall“ verkörpern Aglaia Szyszkowitz und Friedrich von Thun.
Barthl (Friedrich von Thun, 80), der aufgrund eines lebenslangen Wohnrechtes im Stall der Hofbesitzerin und Pensionswirtin Sophie (Aglaia Szyszkowitz, 54) daheim ist, gilt als halsbrecherischer Mofafahrer. Nicht grundlos, wie sich wieder einmal zeigt.
Auf der Landstraße liefert er sich ein Wettrennen auf Biegen und Brechen mit dem Reiter Johannes (Florian Karlheim, 45). Als dessen Pferd scheut, landet dieser unsanft auf dem Boden und verliert eine Zeitlang das Bewusstsein. Bei der in der Nähe befindlichen Sophie erwacht sofort der Helferinstinkt.

Da sich der körperlich unversehrte Fremde nicht einmal an seinen Namen erinnern kann, nimmt ihn die Wirtin auf ihrem Fuchsbichlerhof auf. Barthl, der selbst Probleme mit dem Erinnern hat und sich deshalb mit dem Thema Gedächtnisverlust beschäftigt, kommen bald Zweifel am Leiden des Kostgängers, und er reagiert grantig. Sophie dagegen findet Gefallen an ihrem Pflegegast.
Sie würde sich gern intensiver um ihn kümmern, doch in ihrer Eigenschaft als Bürgermeisterin muss sie auch noch andere Aufgaben meistern.

Die Ortschaft benötigt dringend einen neuen Dorfarzt, der sich auch mit den Erinnerungslücken der beiden Herren auseinandersetzen könnte …
„Der vergessliche Barthl hält den neuen Bewohner der Pension schlicht für einen Simulanten, der auf diese Art das Herz von Sophie erobern will“, sagt Friedrich von Thun lachend. „Wie sich die Dinge tatsächlich verhalten, verrate ich nicht. Wer es wissen will, soll zusehen, es zahlt sich aus. In unserer heutigen Zeit sind Geschichten, wie sie unsere Reihe ,Zimmer mit Stall‘ zu bieten hat, eine Therapie gegen Depressionen und Pessimismus. Davon profitiert auch das gesamte Drehteam, besonders ich: Ich bin gern grantig, und als ,Barthl‘ darf ich es sein – und werde dafür sogar noch anständig bezahlt.“

Auch die Grazerin Aglaia Szyszkowitz fühlt sich in ihrer Rolle als spontane, durchsetzungsstarke Pensionswirtin pudelwohl. „Ich bin überzeugt, in jeder Frau steckt so eine ,Sophie‘. Die Frage ist nur, ob sie die Möglichkeit bekommt, diese auch rauszulassen.“

Worüber sich die Darstellerin wundert: „Eine starke Frau, die sich weder über ihr Verhältnis zu einem Mann, noch über ein familiäres Engagement definiert, ins Zentrum einer Filmreihe zu setzen, gilt in unserem Fernsehen bei vielen noch immer als unkonventionell. Dabei müsste es doch wirklich längst eine Selbstverständlichkeit sein.“
Zur Pandemie hat Aglaia Szyszkowitz eine spezielle Meinung: „Ich glaube, dass die Zerstörung von immer mehr natürlichen Lebensräumen die Ausbreitung eines Virus begünstigt. Corona könnte also erst der Anfang sein.“

„Zimmer mit Stall: Über alle Berge“
Mittwoch, 27.7., 20.15 Uhr, ORF2