Heidi Goëss-Horten († 81): Der überraschende Tod der reichsten Frau im Land
Als Erbin des früheren Kaufhaus-Königs Helmut Horten wurde sie steinreich, als Kunstsammlerin bekannt.
„Heidi Horten war eine äußerst großzügige Frau, aber sie hatte natürlich ihre Eigenheiten“, erzählt eine ehemalige Mitarbeiterin der reichsten Frau unseres Landes, die nun unerwartet am 12. Juni in ihrer streng bewachten korallenroten Schlossvilla am Wörthersee (K) verstarb. Selbst für ihren Hausarzt Dr. Hellmuth Reichel kam ihr Ableben überraschend.

„Es lässt sich nicht sagen, ob sie an einem Herzinfarkt oder an einem Schlaganfall gestorben ist. Vielleicht wurde ihr auch alles zu viel. Ihr Museum ,Heidi Horten Collection‘ wurde ja erst Anfang Juni in Wien eröffnet. Da war sie krankheitsbedingt bereits verhindert“, erzählt Reichel.
Heidi Horten, die am 13. Februar 1941 in Wien als Heidi Jelinek geboren wurde, lernte als 19jährige in einer Bar in Velden am Wörthersee den um 32 Jahre älteren deutschen Unternehmer Helmut Horten kennen.

1966 wurde geheiratet, doch die Ehe blieb kinderlos. Und als Helmut Horten 1987 starb, floss das gesamte Vermögen von einer Milliarde Euro in die „Helmut Horten“-Stiftung, die mittlerweile auf drei Milliarden Euro angewachsen ist. 1994 ehelichte Heidi Horten den französischen Blumengroßhändler Jean-Marc Charmat und ließ sich vier Jahre später wieder scheiden. Im Juni 2015 wurde dann der zehn Jahre jüngere Graf Karl „Kari“ Anton Goëss ihr dritter Gatte.

Stets an ihrer Seite waren aber vor allem ihre 30 Bediensteten. „Sie bezahlte alle fürstlich, verlangte dafür aber auch dementsprechend viel. Wenn sie um zwei Uhr früh etwas wollte, wurde derjenige dann aus dem Bett geklingelt und musste für sie etwa einen Tee zubereiten. Neben 16 Gehältern im Jahr bekamen alle Angestellten jährlich zusätzlich noch einmal 3.000 Euro, damit sie sich neu einkleiden können“, verrät die Informantin. Bekannt ist auch, dass Heidi Horten für ihr Haar immer extra einen Promi-Friseur aus Paris (F) einfliegen ließ.

Sie hatte auch ihren eigenen Privatkoch, der überallhin mitgenommen wurde. Sei es auf die 100 Millionen Euro teure Luxusjacht „Carinthia VII“ mit Liegeplatz in Venedig (I), in ihre Stadtvillen in London (England), auf den Bahamas und nach New York (USA).
„Sie liebte den Luxus und war fasziniert von der Welt des Adels. Deshalb wollte sie auch seit der Heirat mit Karl Goëss immer mit ,Gräfin‘ angesprochen werden“, weiß die frühere Angestellte.

Die letzte Ruhestätte wird Heidi Horten in der nicht öffentlich zugänglichen pyramidenförmigen Hubertuskirche – versteckt und umzäunt oberhalb der Horten-Villa in Sekirn – finden. Ihr Grab gleicht dem eines Pharao (Bild o.).
„Links vom Altar liegt am Boden eine Grabplatte, davor steht immer eine Vase mit 78 roten Rosen. Ein Hinweis auf Helmut Hortens Alter zum Zeitpunkt seines Todes. Rechts vom Altar befindet sich eine zweite Platte. Hier wird Heidi Horten diesen Freitag ab 14 Uhr im engsten Familienkreis bestattet“, so die Informantin.

Von der Kirche aus ist das Mausoleum mit den Sarkophagen wie bei den alten Ägyptern aber nicht zugänglich. „Der Eingang zum unterirdischen Tunnel liegt zugeschüttet am Kirchhügel, zusätzlich fest verschlossen mit einer Betonplatte und einer Bronzetür“, sagt die Ex-Angestellte.
Hortens Privatvermögen von 260 Millionen Euro würde laut Gesetz ihrem dritten Mann Karl Goëss zustehen. Doch der winkt ab. „Ein Teil des Geldes wird der medizinischen Forschung zugutekommen. Der andere Teil dient der Absicherung ihres Museums sowie der Förderung des Sports“, lässt ein Stiftungssprecher wissen.