Das habe ich von Papa gelernt …
Am Sonntag lassen wir die Väter hochleben. Wir feiern den Vatertag, den es hierzulande seit 1955 gibt. Ein Anlass für Kinder und Enkelkinder, Papa und Opa nicht nur „Danke“ zu sagen. Hier erzählen Söhne und Töchter, was sie vom Fußballspielen über musikalisches Wissen bis hin zu handwerklichem Können unter väterlicher Anleitung gelernt haben.
Arnold Duschlbauer, 36, Technischer Angestellter, und Richard Duschlbauer, 56, Sicherheitsfachkraft
„Mein Vater hat mir die ersten Töne am Flügelhorn beigebracht“
„Mein Vater und ich spielen im Musikverein in unserer Heimatgemeinde Leopoldschlag im oberösterreichischen Mühlviertel. Seine Freude an der Musik hat mich schon als Kind begeistert. Mit zehn Jahren habe ich mit dem Trompetenunterricht begonnen. Erst später hat mich mein Vater vom etwas weicheren Klang des Flügelhorns überzeugen können. Er hat mir die ersten Töne am Flügelhorn, das einen größeren Schalltrichter als die Trompete hat, beigebracht“, erzählt Arnold Duschlbauer.
„Als Flügelhornduo ist es uns beiden ein Anliegen, unsere Volkskultur zu erhalten. Dafür haben wir uns Gesangsbücher vom nieder- und oberösterreichischen Volksliedwerk bestellt. Auf vielfachen Wunsch gibt es nun unsere CD ,Heimatkunde‘ mit Liedern wie ‚Es war im Böhmerwald‘ oder ‚So ein Tag, so wunderschön wie heute‘“, sagt sein Vater Richard Duschlbauer, der gemeinsam mit seinem Sohn 2005 an der HTL Paul-Hahn-Straße in Linz maturierte. „Arnold war an der Tagesschule, ich habe nach der Arbeit die Abendschule besucht.“
„Abgesehen von der Musik hat mir Papa auch technisches Wissen nahegebracht. Das begann im Kindesalter mit Bastelmodellen aus Papier, dann folgte die Lego-Technik. Später zeigte er mir, wie ich mein Moped repariere. Das wahrscheinlich Nachhaltigste, das ich von ihm gelernt habe, ist das fachgerechte Arbeiten im Wald. Mein Vater hat mir genau erklärt, welche Bäume gefällt werden dürfen und wie sie gefällt werden müssen“, sagt Arnold Duschlbauer begeistert.

Maria und Lena Moser, beide 18, und Günter Moser, 54, Gärtner
„Bei den L17-Fahrstunden hat sich Papa als guter Lehrmeister erwiesen“
„Schon im Kindergartenalter hat uns Papa beigebracht, alle Menschen höflich und respektvoll zu grüßen. Er hat uns vorgelebt und gezeigt, dass mit einem ,Bitte‘ und ,Danke‘ vieles im Leben leichter geht“, sagt Maria Moser (li. im Bild).
„Noch bevor wir in die Schule gingen, konnten wir dank Papa bereits Schi und Rad fahren. Dabei war er überaus geduldig, denn er musste ja stets auf uns beide ein Auge haben“, erzählt ihre Zwillingsschwester Lena lachend. „Auch das Autofahren haben wir bei den L17-Fahrstunden miteinander geübt. Wobei er sich als guter Lehrmeister erwiesen hat. Ruhig und gelassen wie er ist, gab er uns Sicherheit und vermittelte uns dadurch eine umsichtige Fahrweise. Unserem Papa ist ein respektvoller Umgang mit Mensch und Natur wichtig ist. Seine Liebe zu allem, was grünt und blüht, hat sich auf uns übertragen“, sagt Maria Moser.
„Mir und meiner Frau ist wichtig, dass unsere Kinder gesund sind. Ich bin überzeugt davon, dass ihnen mit Fleiß, dem nötigen Wissen und einer Portion Glück alles gelingen kann, was sie sich vornehmen“, meint Günter Moser.
„Bei Liebeskummer hat Papa immer ein offenes Ohr und tröstende Worte für uns“, sind sich die Zwillingsschwestern einig. „Wir schätzen an ihm, dass er uns mit seinem aufbauenden Lächeln und seinem guten Schmäh weiterhilft. Sogar in schwierigen Situationen bringt er seine Meinung – am liebsten durch die Blume – auf den Punkt.“

Chiara Netzker, 14, und Christian Netzker, 42, selbstständig
„Ich konnte schon mit acht Jahren mit einer Stichsäge umgehen“
„Schon als kleines Kind war es für mich faszinierend, Papa beim Handwerken zuzusehen. Dabei habe ich ihm Löcher in den Bauch gefragt. Papa musste mir jedes einzelne Werkzeug genau erklären. Als ich eines Tages unter seiner fachkundigen Anleitung selbst die Schrauben mit dem Akkuschrauber hineindrehen konnte, war ich stolz und glücklich“, erzählt die Schülerin Chiara Netzker.
„Vor sechs Jahren, als wir unsere Gartenhütte um- und teilweise abgebaut haben, hat Chiara plötzlich begonnen, aus den alten Holzteilen eine kleine Bank und einen Tisch zu bauen“, erinnert sich Christian Netzker. „Weil du es mir gezeigt hast, konnte ich schon mit acht Jahren mit einer Stichsäge umgehen“, sagt Chiara zu ihrem Vater.
Abgesehen vom Bohren, Sägen und Schrauben hat die 14jährige von ihrem Vater auch das Schifahren gelernt. „Wie das funktioniert, zeigte mir Papa, als ich drei Jahre alt war. Er hat mit mir viele Stunden auf dem Berg verbracht. An den Wochenenden hat er mich zu den Schirennen gefahren.
Auch heute noch gehen wir regelmäßig gemeinsam Schi fahren. Das Schlittschuhlaufen und Inlineskaten haben Papa und ich miteinander gelernt. Mein Papa hat mir nicht nur vieles beigebracht, er gibt mir auch das Gefühl, dass ich mich jederzeit auf ihn verlassen kann. Und er versucht, mir alles für die Zukunft zu ermöglichen. Das weiß ich zu schätzen.“

Fabian, 7, mit Papa Robert Pichler, 38, Qualitätsleiter, und Opa Peter Pichler, 61, Technischer Angestellter
„Ich habe von Papa und Opa schon viele Fußball-Tricks gelernt“
Bereits Peter Pichler hat seinen Sohn von Kindesbeinen an für Fußball begeistert. Und das wollte Robert Pichler auch an seinen Sohn Fabian weitergeben.
„Fabian hat schon Gefallen am Kicken gefunden, als er knapp zwei Jahre alt war und gerade laufen gelernt hat. Dass sich Kinder viel bewegen, egal, bei welcher Sportart, und dass sie vor allem Spaß dabei haben, halte ich für besonders wichtig. Noch wichtiger ist, dass die Kinder, speziell bei den Mannschafts-Sportarten, einen Teamgeist und ein Gespür für Zusammenhalt entwickeln. Das kommt ihnen im späteren Leben zugute“, ist Robert Pichler überzeugt.
„Ich habe von Papa und Opa schon jede Menge Fußball-Tricks gelernt. Wir machen oft Technik-Übungen miteinander. Die meisten Fußball-Regeln kenne ich auch schon, die hat mir Papa erklärt“, erzählt Fabian, ein wissbegieriger Bub, der gespannt zuhört, wenn ihm der Papa von seinen fußballerischen Erfahrungen in der Kampfmannschaft erzählt.
„Mein Papa war früher Mannschafts-Kapitän, das will ich vielleicht auch einmal werden“, sagt Fabian mit einem verschmitzten Lachen. Fast täglich trainiert der sportliche Bub im Garten. „Meistens mit Papa, wenn er von der Arbeit heimkommt, und manchmal auch mit Opa. Ich will ja von ihnen noch viel lernen, weil ich bald im Fußballverein spielen werde“, verkündet er stolz.