Eine schrecklich erfolgreiche Familie
Mit Elektro-Autos wurde Elon Musk zum reichsten Mann der Welt. Seine Mutter, Maye Musk, arbeitet mit 74 Jahren noch als Foto-Modell und Ernährungsberaterin. Sie erzählt, was sie versucht hat, ihrem Sohn mitzugeben.
Mütter wollen eben nur das Beste für ihre Sprösslinge. „Ich habe meinen Kindern mitgegeben, je mehr sie arbeiten, desto erfolgreicher werden sie“, erzählt Maye Musk, 74. Ihre Erziehung trägt längst Früchte, ihr Sohnemann Elon Musk, 50, gilt als reichster Mann des Planeten.
Der Technik-Visionär revolutionierte mit seiner Firma „Paypal“ das Bezahlen im Internet, machte als „Tesla“-Chef Elektro-Autos serienreif und will mit seiner Raumfahrtfirma „SpaceX“ das Weltall erobern. Mit seinen wiederverwendbaren Raketen ist er der Konkurrenz um Lichtjahre voraus. Musk träumt von einer Marsbesiedelung, auch er möchte auf den roten Planeten.

Ihr Mann schlug sie vor den Kindern
Doch Musks Mutter Maye stiehlt ihrem Sohn oft die Show. Die weißhaarige Seniorin geht als Modell über den Laufsteg und ziert Titelseiten. Als Ernährungsberaterin ist sie genauso gefragt. Als sie ihren Sohn am 28. Juni 1971 in Pretoria (Südafrika) zur Welt brachte, war sie erst 23 Jahre alt. „Die Geburt war schwierig, weil er einen großen Kopf hatte. Ich kann die Schmerzen heute noch fühlen“, erzählt Maye Musk in ihrer Biografie „Eine Frau, ein Plan“.

Sie bekam noch zwei weitere Kinder. Ihr Sohn Kimbal Musk, 49, besitzt mehrere Firmen und sitzt im Aufsichtsrat bei „SpaceX“ und „Tesla“. Tochter Tosca, 47, produziert Filme. Neben ihrer Rolle als Mutter ging Maye Musk Vollzeit arbeiten. „Ich hatte keine Wahl. Wir brauchten das Geld.“ Denn von ihrem gewalttätigen Mann hatte sie sich scheiden lassen. Er schlug sie auch vor den Kindern. „Ich erinnere mich daran, dass der fünfjährige Elon meinen Exmann in die Kniekehlen boxte, damit er mich in Ruhe ließ.“

„Wandelndes Lexikon“
Zudem erwies er sich als Wunderkind. „Elon las alles, was er in die Finger bekam und wusste alles, was er einmal gelesen hatte. Wir nannten ihn ‚das wandelnde Lexikon‘. Das Internet gab es noch nicht, sonst hätten wir ihn sicher ‚das Internet‘ getauft“, erzählt sie lachend.
In der Schule war Elon Musk jedoch ein Außenseiter. „Ich wurde von Banden gejagt. Sie wollten die Scheiße aus mir herausprügeln“, erzählt er. Daheim wartete sein strenger Vater. „Für einige Jahre gab es für mich keine Atempause, weder in der Schule, noch zuhause. Das war Terror ohne Ende.“ Als er älter wurde, ließ seine Mutter ihre Beziehungen spielen, damit er eine Anstellung bei der Computer-Firma „Microsoft“ bekam. „‚Mein Sohn kennt sich mit Computern gut aus‘“, erklärte ich am Telefon. Sie waren überrascht, wie Recht ich hatte“, erzählt seine Mutter.

In den Vereinigten Staaten gründete Elon Musk mit seinem Bruder Kimbal das Unternehmen „Zip 2“. Die Firma bot ein Internet-Firmenverzeichnis mit Karte und wurde ein Erfolg. Als das Unternehmen verkauft wurde, verdiente Musk mit seinen Anteilen 20 Millionen Euro. Seine Firma „X.com“, die zum Internetbezahlsystem „Paypal“ wurde, machte ihn noch reicher. Später feierte er mit dem Raumfahrtunternehmen „SpaceX“ und dem Autokonzern „Tesla“ Erfolge.
Als Geschäftsmann geht er sprichwörtlich über Leichen. Wer nicht pariert, wird gefeuert. Vor Kurzem hat er seinen Mitarbeitern Heimarbeit („Homeoffice“) verboten und angekündigt, die Zahl der Tesla-Mitarbeiter um zehn Prozent zu reduzieren. Weil er ein „sehr schlechtes Gefühl“ habe, was die Wirtschaftsentwicklung angehe, so Musk. Derzeit sitzt er aber noch auf 250 Milliarden Euro. Seine Mutter wird auf knapp 20 Millionen Euro geschätzt.

Elon Musk, der mittlerweile sieben Kinder hat und mit der australischen Schauspielerin Natasha Bassett, 29, liiert sein soll, will um 41 Milliarden Euro den Kurznachrichtendienst „Twitter“ kaufen. Das Geschäft legte er aber auf Eis, weil er noch auf Zahlen des Unternehmens wartet, wohl um den Preis zu drücken. Weil die „Twitter“-Aktie daraufhin auf Talfahrt ging, verklagen ihn nun die Aktionäre.

„Elon Musk ist der einzige, der es zum Mars schafft“
Zudem behauptet eine Flugbegleiterin, dass er sie belästigt haben soll. Musk streitet alles ab und wittert eine Intrige. Kürzlich flog auch noch seine Firma „Tesla“ aus einem Aktienindex für nachhaltige Investments. Grund sind Rassismusvorwürfe und schlechte Arbeitsbedingungen bei Tesla. Weil aber der Öl-Konzern Exxon in dem „grünen“ Aktienindex unter den zehn besten Unternehmen rangiert, rastete Musk auf Twitter aus und wetterte, „das ist Betrug.“
Musk, der auf Twitter etwa 90 Millionen Menschen erreicht, schreibt dort auch witzige Nachrichten wie „als Nächstes kaufe ich Coca Cola und tue wieder Kokain rein“. Auch der Ex-US-Präsident Donald Trump, 75, nutzte Twitter gerne, bis die Plattform ihn sperrte. Musk will nun „die Meinungsfreiheit sichern“. Während sich die einen über weniger Zensur freuen, befürchten Kritiker mehr Hass im Netz.

Maye Musk lässt über ihren Sohn aber nichts kommen. „Elon will die Welt besser machen. Geld war ihm nie wichtig. Er ist nur besessen von seinen Ideen. Er ist der einzige, der es zum Mars schafft“, sagt die 74jährige.