Ein Lebensmittel unter der Doku-Lupe: ... gib uns unser tägliches Brot
Unser wohl wichtigstes Lebensmittel ist oft schon zu Spottpreisen erhältlich. Doch Nebenwirkungen sind bei der Industrieware nicht ausgeschlossen. Daher kehren immer mehr Bäcker zu alten Methoden zurück und liefern uns Bio-Brot. Billig ist es freilich nicht.
Rückblickend verhält es sich mit dem Brot ähnlich wie mit der Milch. Früher gab es, wie der Kabarettist Gery Seidl vor Kurzem meinte, nur zwei Milchsorten: einen Liter und einen halben. Das Brotangebot wiederum beschränkte sich auf Schwarzbrot oder Weißbrot. Das war einmal. Heute gibt es von dem in unseren Breiten wichtigsten Grundnahrungsmittel sage und schreibe rund 300 verschiedene Sorten.

Darunter befindet sich Brot, das zum Schleuderpreis angeboten wird. Aber auch „luxuriöses“ Bio-Brot, für das pro Kilo neun bis zehn Euro hingeblättert werden müssen. Und das bei einem Lebensmittel, das nur aus Mehl, Wasser Salz und Hefe besteht. Ist das edle Brot wirklich soviel besser als die Billigversion vom Discounter? Dieser Frage geht Regisseur Alfred Schwarz in der Doku „Edelprodukt Brot – Teurer, gesünder, besser?“ auf den Grund.

Mit dem Lebensmittel, das in unserer Kultur einen fundamentalen Stellenwert besitzt, beschäftigt sich auch die Dokumentation „Schönes neues Brot“. Der Filmemacher Harald Friedl nahm dabei Bäckereien in unserem Land, in Frankreich und Deutschland unter die Lupe. Bei uns etwa den niederösterreichischen Familienbetrieb Öfferl, in dem von Backmischungen wieder auf Biohandwerk umgestellt wurde und Brot nach allen – und alten – Regeln der Kunst hergestellt wird. Vor allem Georg Öfferl und sein Cousin Lukas brachten frischen Wind ins Unternehmen, das mittlerweile auch drei Filialen in Wien betreibt.

„Meine Mutter hat seinerzeit noch Backmischungen verwendet“, erzählt Georg Öfferl. „Unser Ziel aber war, ganz bewusst zurückzugehen zum traditionellen Bäckerhandwerk – ohne Backtriebmittel und Ähnlichem. Durch die Partnerschaft mit Landwirten aus der Region können wir rein biologische Backwaren produzieren.“ Derzeit muss sich der junge „Bäcker-Star“ auch um die Wiener Filialen kümmern, aber: „Natürlich stehe ich weiterhin in der Backstube.“

Für den dritten Beitrag des ORF-III-Themenabends versuchte die Dokumentarfilmerin Anita Lackenberger, die Frage „Wie gesund ist unser Brot? – Alte und neue Sorten im Vergleich“ zu beantworten. Da die Verarbeitung immer öfter zu Unverträglichkeiten führte, haben schon mehr Bäckereien umgestellt. Sie backen wieder nach alten Rezepturen und setzen auf in Vergessenheit geratene Getreidesorten.