Marlene Morreis: „Ich breche gerne aus“
Sie stammt aus dem oberösterreichischen Schärding und wusste mit 17 Jahren nicht, dass es Schauspielschulen gibt. Heute zählt Marlene Morreis zu den gefragtesten deutschsprachigen Darstellerinnen.
Ihre Geburtsstadt Schärding in Oberösterreich bezeichnet sie als „Nest mit 5.000 Einwohnern“. Dort ging die am 21. Dezember 1976 geborene Marlene Morreis in die Volksschule, maturierte danach am Gymnasium, ehe sie in der bayerischen Weißwurstmetropole München ein Studium der Nordischen Philologie begann. Auf diese Art wird für gewöhnlich niemand zur Schauspielerin, Morreis war allerdings schon damals eine Ausnahme von der Regel.

„Um neben dem Studieren etwas zu verdienen, arbeitete ich als Kellnerin im Wirtshaus Atzinger“, erzählt sie. „Dort gehörte der Regisseur Klaus Lemke zu den Stammgästen. Er wollte mich engagieren, was ich mir zunächst nicht vorstellen konnte.“ Doch es stimmte, Marlene Morreis durfte eine Rolle in dem Film „Running Out of Cool“ verkörpern. „Ich würde nicht behaupten, dass das der Beginn meiner Karriere war“, meint sie. „Aber ich habe dabei gelernt, dass die Schauspielerei ein Beruf ist, den man machen kann.“

Vorher zog es sie aber in die USA, wo sie in New York in die Schauspielschule „The New School of Drama“ ging und mit Erfolg abschloss. Nach etlichen Rollen in von Hollywood unabhängigen Produktionen kehrte sie 2011 nach München zurück und konnte sich von da an nicht über mangelnde Beschäftigung beschweren. In „Schafkopf – A bissel was geht immer“ spielte sie fürs ZDF ihre erste Serienhauptrolle. 2019 gab es dann endlich auch in ihrer Heimat eine große Rolle für sie. In der Reihe „Stadtkomödie“ brillierte Morreis in „Curling für Eisenstadt“.

Derzeit ist sie in dem Film „Neben der Spur ist auch ein Weg“ zu sehen. Sie spielt darin eine vom untreuen Ehemann verlassene Mutter von drei Kindern, die nach einem anfänglichen Schock und Gefühls-Chaos aus ihrer bisherigen Welt ausbricht.

„Ich kann das gut nachvollziehen“, versichert Morreis. „Die Routine hinter sich zu lassen, kann Positives bewirken. Man kann sich neu entdecken, neu erfinden, neu ausprobieren. Ich breche ja ab und zu auch in meinem wirklichen Leben gerne aus.“

Dass sie sich in keiner Hinsicht in ein Korsett zwängen lässt, ist bereits an ihrer Definition des Begriffes Attraktivität zu merken. „Ehrlichkeit, Humor, Offenheit und das Wissen, dass ich mich auf jemanden verlassen kann, machen einen Menschen für mich attraktiv“, betont sie. „Mir ist auch egal, was gerade modisch ist. Ich trage, worauf ich Lust habe.“

Um in Schuss zu bleiben, verlässt sich die 45jährige auf ihre „guten Gene“ und „mindestens 2,5 Liter Wasser am Tag“. Diäten hält sie für dumm. Da müsste sie ja womöglich auf eine ihrer Leibspeisen verzichten. „Ich weiß, dass es Kalorienbomben sind. Aber ich bin Österreicherin und liebe Marillenknödel.“