Stefanie Werger verabschiedet sich von der Bühne und sagt: „Ich will mich noch nicht ins Grab hanteln“
Bereits im vergangenen Jahr verkündete Stefanie Werger ihren Abschied von der Bühne. Mit einer Tournee durch die Bundesländer wollte die Steirerin ihren Anhängern „Adieu“ sagen.
Aufgrund von Rückenproblemen musste sie die Tour abbrechen. Nun geht es die 70jährige mit ihrer „Langsam wea i miad“-Tour, in der sie unter anderem auch ihre Klassiker „Stoak wie a Felsen“ und „I wü di g‘spürn“ singt, erneut an. Im WOCHE-Gespräch verrät Stefanie Werger, was ihr Herzensanliegen ist, was sie in ihrer Bühnenpension vorhat und mit welcher Art von Humor ihr Mann sie zum Lachen bringt.

Frau Werger, geht es Ihnen inzwischen besser?
Ja, wesentlich besser als im Vorjahr. Ich habe viel dafür getan, wieder fit zu werden. Schmerztabletten brauche ich zwar noch immer, und daran wird sich künftig auch nichts ändern. Aber ich brauche nicht mehr so starke Tabletten und nur noch maximal zwei am Tag. Ich bin ein harter Knochen, selbst wenn meine Gebeine zum Teil schon kaputt sind (lacht).

Hat die Vorfreude auf die Tournee den Schmerz besiegt?
Es ist schön zu wissen, dass es immer noch geht. Vor allem ist es mir ein Herzensanliegen, mich von meinen Anhängern mit dieser Tour zu verabschieden, denn ich habe das treueste Publikum der Welt.

Worauf freuen Sie sich am meisten?
Die steirische Landeshauptstadt ist natürlich einer der Höhepunkte, in Graz bin ich daheim und dadurch noch aufgeregter als sonst. Ich habe ja immer noch Lampenfieber und bin nicht so abgebrüht, wie ich vielleicht wirke.

Manche Künstler wünschen sich, auf der Bühne zu sterben …
Die Bühne ist und bleibt zwar der Flughafen meiner Seele, aber dort mein Leben auszuhauchen, das habe ich mir nie gewünscht. Ich will mich ja noch nicht ins Grab hanteln und noch ein schönes Leben verbringen.

Was werden Sie in Ihrer Bühnenpension tun?
So genau weiß ich das noch nicht. Auf alle Fälle all das, was mir Spaß macht. Nach der Tournee werde ich mich einmal ausruhen. Wobei nicht die Bühne anstrengend für mich ist, sondern das ganze Drumherum mit den Proben, dem Reisen und den Hotelzimmern, wo die Betten manchmal weniger gut sind.

Welche Phase in Ihrem Leben hat Sie am meisten geprägt?
Das war sicher meine naturverbundene Kindheit, in der ich viel Zeit mit Lesen verbrachte. Deshalb appelliere ich immer wieder an die Eltern, ihre Kinder mehr lesen zu lassen. Denn erst dadurch entwickelt sich unsere Fantasie. Ich habe schon mit neun Jahren Gedichte geschrieben. Eines davon ließ meine Lehrerin sogar in der Zeitung veröffentlichen.

Was hat Sie geprägt?
In den 70er Jahren habe ich Tanzmusik gemacht und bin lange Zeit durch Deutschland getingelt. Da lernte ich, auf eigenen Beinen zu stehen. Mama hat mir nicht mehr die Wäsche gewaschen und für mich gekocht. Dass sie mir Kochen beigebracht hat, dafür war ich ihr dankbar, denn die deutsche Kost hat mir überhaupt nicht geschmeckt. Ich hatte zwar nur zwei Herdplatten und Koffer mit Geschirr, aber das hat mir genügt.

Sie haben durchaus auch karge Zeiten erlebt …
Ja, und am 20. des Monats war das Geld oft schon weg. Aber ich lernte damals, mit wenig auszukommen. Was durchaus funktioniert. Auf meinem neuen Album kritisiere ich im Lied „Vaterland“ die Gier, die weltweit so vieles zerstört, vor allem auch unsere Umwelt.

Werden Sie sich auf der Bühne kritisch äußern?
Mit meinen Liedern wie zum Beispiel „Die Erde hat Fieber“ schon, aber ich möchte weder über die Pandemie, noch über den Krieg sprechen. Das Publikum soll zwei Stunden lang abschalten und am Ende sagen können, dass es schön war. Und der Humor, den ich mir behalten habe, kommt nicht zu kurz.

Wie hilft Ihnen der Humor?
Wenn ich von Humor spreche, meine ich keine Witze. Die hasse ich. Humor ist für mich, wenn jemand spontan witzig sein kann, oder sich selber auf die Schaufel und damit den anderen den Wind aus den Segeln nimmt, ganz nach meinem Lied „Deswegen steh‘ i so auf mi“. Und ich liebe den trockenen Schmäh meines Mannes. Karl-Heinz hat einen herrlichen Humor. Wir lachen oft und viel miteinander.

Termine: 6.5., Weiz (Stmk), 8.5., Villach (K), 10.5., Eisenstadt (B), 13.5., 14.5., Graz (Stmk), 26.5., Bregenz (V), 27.5., Innsbruck (T).

Karten: www.stefaniewerger.at und www.oeticket.com,
Tel.: 0900 9496 096