Heiko Ruprecht, 49:
„Ich bin gern der Bruder“
Das Handwerk des Schauspielers lernte er in unserem Land. Danach bedeuteten ihm einige Jahre nur die Bühnenbretter die Welt. Aber dann erhielt der aus Friedrichshafen (D) stammende Heiko Ruprecht ein Angebot, das er nicht ablehnen wollte. Seitdem zählt er in der Rolle des Hans Gruber zum Stammteam des „Bergdoktors“.
Herr Ruprecht, zu Beginn der Winter-Spezialausgabe vom „Bergdoktor“ verbringen Sie mit Ihrem Filmbruder ein paar Tage Urlaub in einer Berghütte. Gab es so etwas auch schon einmal ohne Kamera?
Fast. In Drehpausen kommt es immer wieder einmal vor, dass wir gemeinsam Wanderungen unternehmen. Wir sind beide sportlich und genießen das. Außerdem ist die Landschaft um den Wilden Kaiser wirklich traumhaft.

Worüber unterhalten Sie sich beim Wandern?
Über Gott und die Welt, aber niemals über Berufliches. Wir kennen einander ja schon viel länger, als es die Serie gibt. Eine Zeitlang war eine Wohngemeinschaft im deutschen Freiburg unser gemeinsames Zuhause. Wir sind alte Freunde.

Haben Sie trotzdem schon einmal ein leises Neidgefühl verspürt, weil Sie lieber selbst den alpinen Medizinmann spielen würden?
(lacht) Nein. Ich bin gern der Bruder. Das Publikum mag mich in dieser Rolle, und das lassen mich die Menschen auch spüren. Die überschäumende Begeisterung mit Menschenaufläufen überlasse ich dem Hans (Sigl), das kann nicht immer angenehm sein. Außerdem hat die Bruderrolle auch einen kleinen Vorteil, was die berufliche Abwechslung betrifft.

Wie meinen Sie das?
Wenn ich zwischendurch in einer Romanze wie „Ein Sommer in Andalusien“ zu sehen bin oder in einem Krimi einen Verdächtigen spiele, wird es bei manchen Zusehern keinen Aufschrei gebenwie „Das ist ja der Bergdoktor, das geht gar nicht“. Natürlich dreht auch Hans andere Sachen, aber weitaus seltener.

Sie sind in Friedrichshafen am Bodensee geboren und aufgewachsen. Wo leben Sie heute?
Ich wohne mit meiner Frau Nicole und unseren beiden Töchtern in einem Haus westlich der Weißwurstmetropole München. Es liegt im Grünen und ist daher für meine Hobbys maßgeschneidert. Ich laufe, spiele Tennis, fahre viel mit dem Rad und kicke zuweilen mit meinen
Freunden – nicht gut, aber äußerst bemüht.

Haben Sie eine Beziehung zu Österreich?
Eine ungeheuer wichtige. Ich habe ja in Salzburg am Mozarteum Schauspiel studiert. Anschließend spielte ich einige Jahre nahezu ausschließlich Theater. Ausflüge vor die Kamera waren für mich die Ausnahme von der Regel. Bis im Jahr 2008 der „Bergdoktor“ kam (lacht).