Der mühsame Weg zur Erholung
Unterschiedliche Einreise-Bestimmungen, die oft auch noch kurzfristig geändert werden, erschweren heuer den Weg ans Meer. Aber auch der Urlaub in unserem Land ist für Erholungs-suchende mit Auflagen verbunden.
Jeder Zweite will heuer verreisen oder ist gerade auf Urlaub. Viele zieht es trotz Corona oder gerade wegen der langen Einschränkungen ans Meer. Doch auf dem Weg zur Strand-Erholung warten unterschiedliche Grenz-Hürden.

„Es gibt einen Fleckerlteppich bei den Einreiseverordnungen, aber innerhalb der EU können Reisende mit der 3G-Regel gut unterwegs sein“, sagt Eva Buzzi, Präsidentin des „Österreichischen ReiseVerbandes“ (ÖRV). „Die etwas mühsamere Nachricht ist, dass 3G nicht in allen Urlaubsländern gleich gehandhabt wird. Geimpft bedeutet etwa in Italien etwas anderes als in Kroatien.“

In Italien muss die zweite Impfung zwei Wochen her sein, in Kroatien gelten Reisende schon ab dem 22. Tag nach dem ersten „Jaukerl“ als geimpft. Aber auch in den Ländern selbst gibt es immer wieder schnelle Maßnahmen. So wurde auf der griechischen Insel Mykonos vergangenes Wochenende ein siebentägiges Ausgehverbot zwischen ein Uhr nachts und sechs Uhr in der Früh verhängt.

Jeder dritte Auslands-Urlaub hat im Vorjahr nach Italien geführt, jeder vierte nach Deutschland, jeder zehnte nach Kroatien. „Die Obere Adria galt auch vor Corona als die ,Badewanne‘ der Österreicher, das ist gleich geblieben“, weiß die Präsidentin der unabhängigen Interessensvertretung von Reisebüros und -veranstaltern.

Das Auto ist wichtiger geworden
„Das Auto hat sicher an Wichtigkeit gewonnen, allein weil Urlaubsländer wie die Türkei mehr oder weniger ausfallen“, sagt Eva Buzzi. Aber auch die Bahn gewinnt an Bedeutung. „Ich merke in meinem Brotberuf als ,Rail Tours‘-Chefin die verstärkte Nachfrage nach den Nachtzügen.“

Die Flugkapazitäten liegen nach wie vor weit unter dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. Der Flughafen Wien-Schwechat verzeichnete im Juni um drei Viertel weniger Passagiere als noch vor zwei Jahren. „Klassische Urlaubsländer wie Tunesien oder Ägypten werden nicht mehr so stark gebucht, ebenso wie Fernreisen. Diese haben im Sommer jedoch sowieso weniger Bedeutung“, erklärt Eva Buzzi. „Nach wie vor beliebt ist Griechenland.“

Reisebüros und -veranstalter können
zwar derzeit ein wenig aufatmen, aber noch immer gibt es ein großes Minus bei den Buchungseingängen. Auslandsurlaubern rät Buzzi, „eine vernünftige Reiseversicherung abzuschließen. Nicht nur für den Fall, dass jemand selber an Corona erkrankt, das passiert eher selten.“ Aber um rechtzeitig zurückzukommen, wenn sich die Ein- oder Ausreiseverordnungen ändern. Derzeit gilt bei der Rückreise nach Österreich meist die 3G-Regel. Ansonsten müssen sich Urlauber innerhalb von 24 Stunden testen lassen. Bei Flugreisen gibt es Sonderregeln.

Die Mehrheit der Urlaubswilligen will laut Umfragen jedoch ohnehin in unserem Land
bleiben. Doch auch dabei gibt es Auflagen. Gäste müssen in der Unterkunft
den Nachweis einer „geringen epidemiologischen Gefahr“ vorweisen, durch Test, Impfung oder Genesung.

Seit Anfang Juli floriert der Inlandstourismus einigermaßen. „Aber auch hier gibt es starke Unterschiede je nach Region, Zielgruppe und Standort“, sagt Susanne Kraus-Winkler, Obfrau des Fachverbandes Hotellerie. „Betriebe mit hohem Stammgästeanteil oder der höheren Kategorien haben eine sehr gute Buchungslage. Kleinere Pensionen oder Betriebe, die etwa den Schwerpunkt bei Jugend- oder Pilgergruppen haben oder nicht den optimalen Standort am See oder am Berg, sind noch weniger gut gebucht.“

Inlands-Tourismus rechnet mit Vor-Corona-Niveau
In Wien, Niederösterreich, der Steiermark, Kärnten und dem Burgenland sind die hiesigen Gäste in der Mehrheit. Im Westen jene aus Deutschland. „Aus Tirol hören wir, dass die Nachfrage für die nächsten Wochen extrem stark ist. Ebenso hat die Nachfrage aus den Niederlanden für diesen Sommer stark zugelegt“, erklärt Susanne Kraus-Winkler. „Wir gehen aktuell davon aus, dass die Buchungslage für den Sommer ähnlich der von 2019 sein kann, wenn es nicht durch die Delta-Variante zu Einschränkungen kommt. Was zur Gänze fehlt, sind die Gäste aus Großbritannien. Das trifft natürlich viele Betriebe, die in den vergangenen Jahren vor allem auf diesen Markt gesetzt haben.“

Die Inlands-Buchungslage für den Herbst ist vielversprechend, auch für Tagungen. „Viele Firmen wollen nun die Schulungen und Veranstaltungen, die bisher laufend verschoben wurden, ab Herbst nachholen“, meint die Hotellerie-Obfrau. Bei den Reisen ins Ausland ist das anders. „Für den Herbst ist die Buchungslage noch dünn“, erzählt ÖRV-Präsidentin Eva Buzzi.

Einreise-Fleckerlteppich
Italien: Reisende müssen sich vorab elektronisch registrieren. Zudem ist entweder ein höchstens 48 Stunden alter negativer Corona-Test (PCR oder Antigen) für alle ab sechs Jahren notwendig. Oder eine Bestätigung über einen mindestens seit zwei Wochen abgeschlossenen Impfzyklus beziehungsweise die Vorlage einer Genesungs-Bestätigung.

Kroatien: Bei der Einreise nach Kroatien darf ein PCR-Test höchstens 72 Stunden, ein Antigen-Test 48 Stunden alt sein. Erstgeimpfte dürfen ab dem 22. Tag, „fertig“ Geimpfte bis 210 Tage nach der Spritze einreisen. Diese Frist gilt auch für Genesene mit nur einer Impfdosis. Alternativ gilt eine Genesungs-Bestätigung bis 180 Tage nach dem positiven Test. Mitreisende Kinder unter zwölf Jahren brauchen keinen Test.

Slowenien: Ein PCR-Test (72 Stunden gültig) oder Antigen-Befund (48 Stunden gültig) ist für den Grenzübertritt notwendig. Genesene können bis sechs Monate nach der Infektion einreisen. Für Geimpfte gelten je nach Impfstoff verschiedene Fristen. Für Genesene mit einer Impfung gibt es eine Sonderregelung. Ausnahmen gelten für Kinder unter 15 Jahren und den Transit.

Griechenland: Die Vorab-Registrierung ist Pflicht. Mindestens 14 Tage zuvor muss die Corona-Impfung komplett abgeschlossen worden sein. Ein PCR-Test gilt 72, ein Antigen-Test 48 Stunden. Bei Genesenen ist eine Bescheinigung notwendig oder ein Absonderungsbescheid. Ausnahmen gibt es für Kinder unter zwölf Jahren.

Deutschland: Wer auf dem Landweg aus Österreich einreist, kann das ohne Nachweis tun. Flugreisende müssen eine Test-, Impf- oder Genesungsbestätigung vorlegen.